Jägerlatein in Lerche

Wann ist ein Wolf ein Wolf? Wie ein altes Foto in Hamm neue Schlagzeilen machte

Ein Wolf in Hamm? Diese Frage gilt es nun zu klären.
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Um dieses Foto von einer (angeblichen) Wolf-Sichtung in Lerche geht es.

[Update] Aus dem Rätsel um eine mögliche Wolf-Sichtung in Hamm wurde ein Rätsel um das Foto, das angeblich diesen Wolf zeigt. Doch auch dieses Rätsel scheint jetzt gelöst zu sein.

Hamm – Besagter Wolf soll kürzlich an der Kamener Straße in Lerche gesehen und fotografiert worden sein. Zur Überprüfung wurde dieser Fall routinemäßig von der Stadt an das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) weitergeleitet – und siehe da: Das Bild ist tatsächlich bereits drei Jahre alt und laut Lanuv in Bad Oeynhausen aufgenommen worden! Mitarbeiter des Amtes hatten das nach einer Geodaten-Überprüfung festgestellt. Ob es überhaupt einen Wolf zeigt, ist ebenfalls nicht klar...

Der Hammer Jäger Joachim Schäfer hatte der WA-Redaktion dieses Foto zur Verfügung gestellt und eine Einschätzung zum Vorkommen von Wölfen in unserer Region abgegeben. Jetzt stellte sich heraus: Das Foto wurde Schäfer zugespielt. „Ein Jugendlicher aus dem Dorf hatte sich über seinen Onkel an mich gewandt“, erklärte Schäfer auf Nachfrage unserer Redaktion. Die Schilderung des jungen Mannes klang glaubhaft, so Schäfer. Grundsätzlich sei es möglich, dass der Wolf im Bereich Hamms auftauche.

Angebliche Wolf-Sichtung in Hamm: Jäger fühlt sich ausgenutzt

Seit vielen Jahren ist Schäfer schon als Jäger in seinem Revier unterwegs und hat schon viel Jägerlatein gehört. Dass er einmal aber einer solchen Geschichte aufsitzt, hätte er nicht für mich möglich gehalten. „Ich fühle mich ausgenutzt und vorgeführt“, sagte er jetzt. Warum der junge Mann aus Lerche die Wolf-Sichtung erfunden hat, konnte noch nicht geklärt werden. „Wahrscheinlich wollte er sich wichtig machen und ich bin darauf hereingefallen. Das ärgert mich“, so Schäfer.

In der Tat gibt es viele Meldungen von Wolf-Sichtungen, die nicht stimmen. Das bestätigt Dr. Ingrid Hucht-Ciorga vom Lanuv. Immer wieder würden sich Personen mit entsprechenden Aufnahmen wichtig machen. Ingrid Hucht-Ciorga: „Vor allem in den sozialen Netzwerken wird häufig mit solchen Bildern Panik verbreitet.“

Angebliche Wolf-Sichtung in Hamm: Foto wurde ausgewertet

Die Mitarbeiter beim Lanuv nehmen jede Wolf-Sichtung ernst und lassen sich entsprechende Fotos zukommen. „Leider kursieren immer wieder Fotos oder Videos von echten oder angeblichen Wölfen in der Presse oder in sozialen Medien. Um solche Fälschungen von echten Meldungen unterscheiden zu können, brauchen wir immer die genauen Quellenangaben (einschließlich Kontaktdaten des Beobachters) und die Fotos im Original (unbearbeitet). Es wird dann geprüft, ob das Bildmaterial am angegebenen Ort aufgenommen wurde und ob es sich um einen Wolf oder einen wolfsähnlichen Hund gehandelt hat. Das hat das Lanuv nun auch bei der angeblichen Wolf-Sichtung in Lerche getan. Mit dem Ergebnis, dass das Foto eben schon drei Jahre alt ist.

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