Corona-Zeit in Ex-Tenne

Invas Dance Club: Seit März ist die Tanzfläche leer

Avni Selimi vor seiner Disco „Invas Dance Club“ in Pelkum
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Im September 2019 wandelte Avni Selimi die Kult-Disco „Tenne“ in „Invas Dance Club“ um.

Nach dem Ende der Kult-Disco „Tenne“ herrschte Stillstand. Erst mit dem Neustart im vergangenen Herbst unter der Leitung von Avni Selimi zog wieder Leben in die Räume an der Kamener Straße 178 ein - jetzt unter dem Namen „Invas Dance Club“. Seit März ist jedoch auch im Club Corona-bedingt die Musikanlage aus, die Tanzfläche leer. Selimi berichtet, wie es ihm bislang ergangen ist und welche Probleme er als Discothekenbetreiber derzeit hat.

Pelkum - „Als wir zumachen mussten, wollten wir die Gelegenheit nutzen, um bereits vorhandene Planungen umzusetzen“, so der Geschäftsführer. Zuversichtlich beantragte er einen der von der Regierung beworbenen Unterstützungskredite der KfW. Ohne Erfolg. „Diese Kredite müssen über die Hausbank beantragt werden, doch da gab es eine Absage“, sagt Selimi. Eine bürokratische Hürde war zu hoch: „Wir sind ja erst seit September 2019 auf dem Markt und können daher gar nicht all die geforderten Zahlen beifügen, die in den extrem kleinteiligen Kreditanträgen gefordert werden“, erklärt der Unternehmer.

Er und seine Partner hatten bereits viel in der früheren Tenne verändert und dafür auch viel Lob vom Publikum erhalten: „Ob es die neue Technik war oder die Vergrößerung der Tanzfläche – die Leute waren begeistert“, berichtet Selimi vom positiven Feedback.

Nun sollten noch eine Bühne für Live-Auftritte entstehen und die große Theke umgebaut werden. Doch da die Förderung ausfiel, musste die Bauphase warten. Der Club blieb dicht. Bitter: Sogar Gerüchte über eine Pleite habe es gegeben, als die Diskothek am Ende des ersten Lockdowns nicht direkt wieder geöffnet habe. „Das ist aber Unfug“, sagt Selimi. Warum er die Türen geschlossen ließ? „Trotz des Lockdown-Endes wäre ein normaler Diskotheken-Betrieb nicht möglich gewesen“, sagt er. Das Abstands- und Maskengebot habe ja durchgehend gegolten.

Konzeptionell offenbar alles richtig gemacht

Konzeptionell hatte Invas Dance Club zuvor offenbar alles richtig gemacht: Der Freitag sei nach wie vor dem Schlager vorbehalten und auch das neue Angebot von Tanzkursen sei sehr gut angenommen worden. Alle 14 Tage fand ein „Sonntagsdance“ mit Kaffee und Kuchen von 15 bis 20 Uhr statt, zu dem vor allem das ältere Publikum kam. „Da war ich oft erstaunt, was die auf der Tanzfläche so zeigen“, sagt Selimi. Das neue Hauptzugpferd waren jedoch die immer am Samstag stattfindenden Motto-Partys: Ob „Russian Night“, „Polska Noc“, „Turkish Clubbing“, oder „Black & Latina“ – angesagte DJs und Künstler sorgten immer wieder für ein volles Haus bis in den frühen Morgen.

„Da haben wir mit Veranstaltern zusammengearbeitet und die Konzepte sinnvoll ergänzt“, so Selimi. Am abgetrennten Raucherbereich draußen sorgte ein Burger-Bus für gutes Essen und sogar ein stündlich fahrender Pendelbus zum Hauptbahnhof war für die Besucher geplant. „Dann kam aber Corona“, sagt Selimi traurig. Bis zum Jahresende gehe er fest von einer Schließung aus, was danach kommt, müsse man erst einmal sehen. „Wir hatten bis 2022 ein komplettes Event-Programm stehen. Aber wenn die Pandemie vorbei ist, müssen wir erst mal schauen, wer überhaupt noch was macht“, so der Geschäftsführer.

Der Vermieter sei ihm etwas entgegengekommen, doch von der Politik und den Behörden müsse noch mehr unternommen werden, um den gesamten Veranstaltungsbereich zu unterstützen. „Es kann doch nicht sein, dass es erst heißt, es werde geholfen. Dann scheitern aber ganze Branchen an der Bürokratie“, sieht Selimi die Auszahlungshürden für viele Unternehmen kritisch. Er wolle nichts geschenkt, versichert er. Er gebe aber eindringlich zu bedenken: Wenn die Lichter endgültig ausgingen, dann werde es lange dauern, bis wieder Normalität herrsche.

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