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Interview: Willi Herren wie er leibt und lebt

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Willi Herren
Willi Herren © pr

HAMM - Schauspieler und Sänger Willi Herren ist nahezu Stammgast in Hamm. Er ist nicht nur bei jeder Auflage der Hammer Schlagernacht zu Gast, sondern am 21. April auch bei der Tünner Party Nacht. Wir haben vorher mit Willi Herren gesprochen.

„Guten Tag, hier ist Willi Herren aus Köln im Rheinland.“ Schon die Begrüßung des Schauspielers und Sängers war herzlich und offen. Dass er nicht auf „Sie, Herr Herren“ besteht, machte er auch relativ schnell deutlich. Am 21. April tritt er bei der Tünner-Party-Nacht auf und freut sich schon jetzt auf das Hammer Publikum. Im Interview mit Marcel Guboff verrät der Entertainer, warum seine Musik von damals nicht mit der heutigen zu vergleichen ist.

Egal ob Theater, Schauspielerei oder Musik: Du hast alles schon einmal gemacht.

Willi Herren: Der Ursprung ist aber die Schauspielerei. Das mit der Musik wollte ich eigentlich nur nebenbei machen. Damit, dass sich das jetzt so entwickelt und ich an 200 Tagen dafür unterwegs bin, hätte ich nie gerechnet. Nie im Leben.

Dabei hast du schon 1996 deine erste CD veröffentlicht.

Herren: Das stimmt. Weißt du denn auch den Namen?

Ich fürchte, da muss ich passen.

Herren: „Free your soul“ heißt die (lacht).

Okay, wieder etwas dazugelernt. Aber damit hast du sicherlich nicht die Massen vor den Bühnen versammelt so wie heute?

Herren: Mit erfolgreich hatte es gar nichts zu tun, das war peinlich (lacht). Das war so nach dem Motto: „Mach mal, du bist ja bekannt.“ Ich habe mich damals von Produzenten und komischen Leuten überreden lassen. Aber das war so ein richtiges Plastik-Produkt. Ich habe damals nicht mal richtig gesungen und musste eine Choreografie lernen. Das war gar nicht mein Ding. Aber ich war damit dennoch in vielen Sendungen. Für mich war es nichts, denn das war nicht Willi mit Tanzen und Choreo. Da konnte ich nicht sein, wie ich bin.

Das heißt: So, wie wir dich jetzt auf der Bühne erleben, ist das der wahre Willi?

Herren: Genau, das ist der Willi wie er leibt und lebt.

Wie kam es denn zum Durchbruch und Schwung hinüber zur Partymusik?

Herren: Ich muss gestehen: Der Ursprung des Partyschlagers war das Dschungelcamp. Man hat dort ja sehr, sehr viel Zeit, und vor lauter Langeweile fing ich an zu singen. Ich höre ja auch privat sehr gerne Partyschlager. Einer meiner Lieblingssongs ist „Ich glaub es geht schon wieder los“ von Roland Kaiser. Den habe ich im Dschungelcamp rauf und runter gesungen – allein aber auch, um Désirée Nick zu nerven. Danach kam dann wirklich eine Plattenfirma und fragte, ob ich nicht Lust habe, das Ganze auf CD zu bringen. Dann habe ich erst gedacht: Ich habe das alles hinter mir. Aber wenn das so läuft, wie ich mich das vorstelle, können wir uns das gerne überlegen. Dann haben wir uns mit einem Team getroffen und die Nummer aufgenommen. Als ich das fertige Produkt gehört habe, war ich von den Socken. Dann habe ich mich auf die Bühne gestellt und es präsentiert, so wie ich es meine. Und das war dann Willi.

Würdest du noch einmal in den Dschungel gehen?

Herren: Nee.

Weil...

Herren: Weil es einfach sehr heftig ist. Die Zuschauer sehen ja komprimiert nur knapp eine Stunde – und davon vielleicht 15 Minuten aus dem Dschungel. Aber die restlichen 23 Stunden und 45 Minuten bekommen die Zuschauer ja gar nicht mit, und das ist wirklich eine Grenzerfahrung. Man lebt da wirklich nur von Reis und Bohnen, man hat wirklich keinen Kontakt zur Außenwelt. Ich würde höchstens unter dem Aspekt wieder reingehen, um abzunehmen, weil ich zwölf Kilo verloren habe. Viele kennen dich als Olli Klatt aus der Lindenstraße, den du 17 Jahre lang verkörpert hast. Hast du die Schauspielerei gänzlich aufgegeben? Herren: Nein. Ich mache ja beides. Es beißt sich nicht, das ist das Schöne. Im vergangenen Jahr habe ich mit Heinz Strunk einen Kinofilm auf Ibiza gedreht. Den Titel dürfen wir vertraglich nicht nennen, aber er kommt in diesem Jahr aber in die Kinos. Dann war da noch unter anderem „Alarm für Cobra 11“. Es ist schon sehr viel, aber die Leute kriegen das vielleicht nicht mit. Und eine Rückkehr in die Lindenstraße ist nicht ausgeschlossen. Nur wann und wie und wo – das verrate ich nicht.

In der Woche stehst du also vor der Kamera, am Wochenende auf der Bühne. Bleibt da auch mal Zeit für Urlaub?

Herren: Urlaub? Was ist das? Also momentan liebe und lebe ich das in vollen Zügen. Für mich ist das Urlaub, wenn ich mit den Leuten feiern kann. Man muss auch dazu sagen: Wenn ich einmal in der Woche auf Mallorca bin, hat man ja auch ein bisschen Zeit für sich. Und unter der Woche habe ich manchmal auch viel frei. Dann liege ich gechilled auf der Couch und schaue DVDs. Oder aber ich verbringe die Zeit mit meinen Kindern (zehnjährige Tochter und 18-jähriger Sohn, Anm. d. Red.).

Du teilst sehr viel via Facebook mit. Bist du süchtig danach?

Herren: Es wird gemunkelt (lacht). Nein, also ich kommuniziere sehr viel mit meinen Fans. Denn denen habe ich das ja zu verdanken. So kann man ihnen ganz leicht etwas wiedergeben, indem man Sachen posted, auch mal private Details.

Du warst schon einige Male in Hamm. Wie sind deine Erinnerungen?

Herren: Hamm ist der Hammer. Es ist ein sehr herzliches und dankbares Publikum. Ich war ja schon dreimal hintereinander auf der Schlagernacht. Die lieben einen und können richtig feiern.

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