Hammer Band mit "Wild Stare" und AMK auf der Überholspur

Neue Musik und krasse Momente: Giant Rooks im Interview

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Frederik Rabe (links) ist bei den Giant Rooks für die den Gesang zuständig, spielt Gitarre und Percussion. Finn Schwieters ist Gitarrist und einer von zwei Finns.

Hamm – Dieser Aufstieg ist gigantisch: Fünf Hammer Jungs erobern derzeit als „Giant Rooks“ die Herzen einer Musikgeneration. Da stellen sich viele Fragen - Zeit für ein neues Interview.

Die Indie-Pop-Gruppe, die mittlerweile in Berlin lebt, tourt durch halb Europa, ist auf angesagten Festivals vertreten und mit ihrem Hit „Wild Stare“ fester Bestandteil im deutschen Radioprogramm. Hinzu kommt, dass sie derzeit „AnnenMayKantereit“ auf ihrer Tour begleiten, eine der angesagtesten deutschen Bands überhaupt. WA.de traf Frontmann Frederik Rabe und Gitarrist Finn Schwieters zum Gespräch.

Herzlichen Glückwunsch: Ihr seid für acht Abende mit AnnenMayKantereit unterwegs. Da spielt Ihr teils vor 14.000 Zuschauern. Aufgeregt? 

Finn Schwieters: Ja, auf jeden Fall aufgeregt. Das sind die größten Konzerte, die wir bis dato gespielt haben und AnnenMayKantereit ist die Band der Stunde im Moment. Bei den Festivals wie Rock im Park haben wir auch in so einer Arena indoor gespielt. Ich glaube, das war bis dahin das Größte.

Finn Schwieters: "Wir sind super zufrieden."

Frederik Rabe: Tatsächlich ist es so, dass wir vorher gedanklich nur bei dem Hamm-Konzert waren. Wir haben danach in Berlin die verbleibende Zeit zum Proben genutzt. Wir spielen heute 70 – 80 Minuten und bei den Kantereits haben wir in etwa 35 Minuten. Das ist gedanklich etwas ganz anderes.

Ab Ostermontag geht Ihr auf große „Wild Stare“- Tour und habt selbst Support-Acts. Läuft bei Euch, oder? 

Fred: Wir sind super zufrieden, ja. Die Tour war schon groß angesetzt, also wesentlich größer als die letzte Tour und schon jetzt sind einige Termine ausverkauft und wir haben auch bereits Zusatztermine angekündigt.

Konzert der "Giant Rooks" in der Maximilianhalle

Auch in Österreich und der Schweiz, in Belgien, den Niederlanden, Italien und selbst in England mag man euch offenbar. In den USA seid Ihr ja auch schon aufgetreten: Zieht es Euch noch mal über den großen Teich oder wollt Ihr euch erst mal darauf konzentrieren, die Herzen eurer europäischen Fans zum Schmelzen zu bringen? 

Fred: Am liebsten natürlich beides. Aber das ist extrem schwierig, das merken wir auch. Wir haben die ersten Kontakte nach Amerika geknüpft und lustigerweise, was man eigentlich gar nicht so auf dem Schirm hat, allein dieser Zeitunterschied ist so krass, dass die Kommunikation doch erheblich verlangsamt wird.

Gibt es auf der Tour neues Material zu hören? 

Fred: Definitiv. In Form einer EP.

Wann kommt die? 

Fred: Die kommt im April.

Bei dem vollgestopften Terminkalender bleibt aber vermutlich kaum Zeit, um sich ins Studio zu begeben und ein Album zu produzieren, oder? 

Finn: Wir machen das alles schon parallel, aber im Prinzip war von Anfang an die Seele dieser Band auch das Livespielen, und wir hätten jetzt auch sagen können ‚Wir spielen jetzt erst mal gar nicht mehr live und machen ein Album‘, aber das wollten wir halt nicht, weil eigentlich beide Seiten gleichermaßen wichtig für uns sind: zum einen die Liveauftritte und zum anderen das Schreiben und Aufnehmen von neuer Musik. Deswegen versuchen wir da so einen Mittelweg zu finden.

Also viele Konzerte und EPs, bis dann irgendwann „Greatest Hits“ rauskommen? 

Fred: Bis jetzt schon, ja.

Genau betrachtet seid ihr ja nun schon seit einigen Jahren auf den Bühnen unterwegs. Was war bisher das Beeindruckendste, was euch in der Zeit passiert ist? 

Finn: Oh, das ist eine sehr schwierige Frage...

Frederik Rabe: "Wir wohnen alle in unterschiedlichen WGs."

Fred: Mir bleiben die Festivals wie Rock im Park und vor allem das Lollapalooza in Erinnerung.

Finn: Mir fällt da was ein. Wir haben ja Anfang letzten Jahres unsere erste eigene Headliner-Tour in England gespielt, und da haben wir in Manchester gespielt. Das war ein kleinerer Club für 250 Leute. Wir waren glaube ich auch ausverkauft und da haben wir dann das erste Mal erlebt, dass die Leute, die da waren, wirklich genauso am Start waren wie unsere Fans auch hier in Deutschland. Die haben die Texte mitgesungen, die haben total gefeiert.

Das war für uns eine ganz neue Erfahrung, dass in England, dem Mutterland der Musik, die wir machen, die Leute eine Verbindung dazu kriegen. Das war für mich einer der krassesten Momente. Das war extrem schön.

Mal was anderes: Ihr seid von Hamm nach Berlin gegangen – ein logischer Schritt für aufstrebende Stars der Musikszene. Wohnt Ihr da jetzt in einer großen WG, oder wie können die Fans sich das vorstellen? 

Fred: Nein, wir wohnen alle in unterschiedlichen WGs. Wir haben uns irgendwo vorgestellt und wohnen jetzt mit Leuten, die im besten Fall gar nichts mit Musik zu tun haben – und das war uns auch ganz wichtig. So lernt man auch andere Leute kennen und hat auch einen ganz guten Ausgleich, weil es schon so ist, dass man sonst Tag und Nacht in diesem Musikkosmos unterwegs ist.

Giant Rooks aus Hamm begeistert in Luxemburg

Finn: Wir denken sowieso schon die ganze Zeit daran, was man zu tun hat mit der Band und wenn wir beide in einer WG leben würden, wir würden uns mit Sicherheit die ganze Zeit austauschen und uns dann gegenseitig wahnsinnig machen.

...und euch wahrscheinlich gegenseitig gehörig auf die Nerven gehen?

Finn: Nein, das glaub ich gar nicht...

Fred: Es geht glaube ich eher darum, dass man einen gesunden Ausgleich hat. Und wenn man dann eben neue Ideen oder irgendwelche neuen Songs geschrieben hat, dann braucht man halt auch immer erst mal so ein bisschen Abstand und ich glaube, wenn wir zusammenwohnen würden, dann würde das vermutlich alles gar nicht so funktionieren.

Habt Ihr in Berlin schon Kontakte geknüpft, die euch auf eurem musikalischen Weg weiterbringen? 

Fred: In Berlin direkt jetzt nicht, aber wir haben sehr viele nette Leute kennengelernt. Wir haben einen superschönen Proberaum, waren auf extrem vielen guten Konzerten. Ehrlich gesagt haben wir aber die meiste Zeit bei uns im Proberaum verbracht und irgendwelche Sachen schon mal vorproduziert.

Hamm werdet Ihr ja schon aus familiären Gründen treu bleiben, ist zu vermuten. Bleibt Hamm auch bei zukünftigen Tourneen fest eingeplant? 

Fred: Auf jeden Fall. Wir werden immer wieder nach Hamm kommen.

Bisherige Auftritt in Hamm:

21. April 2014: Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Festival „Rock gegen Rechts“

Erster Auftritt beim Rock-gegen-Rechts-Festival am Stein-Gymnasium in Hamm.

12. September 2014: Kulturrevier Radbod, Tag der offenen Tür/Sommerfest

7. Februar 2015: Maxipark , Werkstatthalle (Support von „Bubasack“)

2. August 2015: Maxipark, Nabu-Jubiläumsfest

11. September 2015: Jugendzentrum Kubus (Festival)

18. September 2015: Hoppegarden 

24. Juni 2017: Kreativquartier Heinrich Robert (im Rahmen der „Extraschicht“)

Konzert Giant Rooks in der Werkstatthalle des Maximilianparks

25. Februar 2017: Maxipark, Werkstatthalle 

9. März 2019: Maxipark, Festhalle

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