Interview mit Apotheker Martin Schwarz

Apotheker warnt: Mit einem Heuschnupfen ist nicht zu spaßen

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Symbolbild

Hamm - Der Frühling ist da - und vielleicht bleibt er ja auch mal. Pollenallergiker allerdings graut es vor der Jahreszeit, denn der Heuschnupfen kommt. Und der ist gar nicht mal so harmlos. 

Die Allergie auf Blütenpollen kann in jedem Lebensalter zum ersten Mal auftreten, weiß Martin Schwarzer, Vorsitzender der Bezirksgruppe Stadt Hamm des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe. Im Gespräch mit WA-Mitarbeiterin Hannah Decke erklärt der Apotheker alles Wissenswerte über den Heuschnupfen. 

Wie unterscheide ich einen Heuschnupfen von einem normalen Schnupfen? 

Martin Schwarzer: Beim Heuschnupfen ist es so: Mal ist er da, mal ist er nicht da. Er tritt aber immer zur selben Jahreszeit auf. Zum Beispiel läuft bei einem Heuschnupfen die Nase wasserfallartig und das, was aus der Nase rauskommt, ist auch meist farblos. Wenn man sich dann aber anschließend dem allergieauslösenden Stoff nicht mehr aussetzt, sich beispielsweise in einem geschlossenen Raum aufhält, sind die Symptome weg. Auch fühlen sich die Allergiker häufig müde und abgeschlafft. 

Wenn man etwas wachsam die Natur beobachtet, dann weiß man auch, ob es sich um einen Heuschnupfen handeln könnte oder wetterbedingt um einen Erkältungsschnupfen. Allerdings gibt es jetzt auch schon Pflanzen, die Pollen ausbreiten, auf der anderen Seite ist aber auch noch Erkältungszeit. Da sollte man am besten in einer Apotheke nachfragen. 

Wie wird Heuschnupfen behandelt? 

Schwarzer: Bei leichteren Formen wendet man lokal anzuwendende Medikamente an. Wenn die Augen jucken, helfen Augentropfen. Wenn die Nase läuft, hilft Nasenspray. Man kann auch freiverkäufliche Tabletten nehmen, die allerdings nicht zu verharmlosen sind, weil sie müde machen können. Eine ärztliche Behandlungsform von Heuschnupfen ist die Desensibilisierung oder auch Hyposensibilisierung. Der Körper wird anfangs mit kleinen Dosen an den allergieauslösenden Stoff gewöhnt und dadurch mit der Zeit unempfindlich. 

Kann Heuschnupfen gefährlich werden?

Schwarzer: Unter gewissen Umständen ja. Wenn die Symptome schlimmer werden und sich die Allergie auf die Bronchien verschiebt, dann kann sich Asthma entwickeln und man sollte einen Arzt aufsuchen. Die Folgen können gefährlich sein. Aus einem ganz normalen Heuschnupfen kann schnell eine schwerer und ernst zu nehmende Erkrankung werden. 

Was kann ich gegen die Pollen tun? 

Schwarzer: Zu allererst natürlich die auslösenden Stoffe meiden. Zum Beispiel sich nicht unbedingt bei starkem Pollenflug im Freien aufhalten. Am besten sollte man nach jedem Regen lüften, denn durch die Feuchtigkeit werden die Pollen schwer und sinken zu Boden. Deshalb sind auch Luftbefeuchter sinnvoll. Die Pollen verfangen sich tagsüber in den Haaren und der Kleidung. Nachts hat weniger Beschwerden, wer sich abends die Haare wäscht, sich nicht im Schlafzimmer umzieht und die Fenster schließt.

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