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Internet nur noch im Schneckentempo: Massive Cyber-Attacke auf die Helinet in Hamm

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Von: Cedric Sporkert

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Das Unternehmen Helinet hat seinen Sitz an der Hafenstraße in Hamm.
Das Unternehmen Helinet hat seinen Sitz an der Hafenstraße in Hamm. © Andreas Rother

Der lokale Hammer Internet- und Telekommunikationsanbieter Helinet hat aktuell mit einem massiven Cyber-Angriff zu kämpfen. Das führt dazu, dass das Internet bei den Kunden zeitweise sehr langsam ist oder Webseiten gar nicht mehr aufgerufen werden können.

Hamm - Nach Angaben eines Unternehmenssprechers handelt es sich bei dem Angriff auf die Netze der Helinet um sogenannte „DDos-Attacken“. Diese Abkürzung steht für „Distributed Denial-of-Service“. Das heißt soviel wie „etwas unzugänglich machen“ oder „außer Betrieb setzen“.

Helinet zum ersten Mal am Donnerstag attackiert

Bei „DDoS-Angriffen“ werden durch eine Vielzahl von Computern zielgerichtet Anfragen und Datenpakete auf Zielrechner beziehungsweise -server gesendet. Das führt zu einer Ressourcenerschöpfung des betroffenen Systems, das daraufhin nicht mehr erreichbar ist.

Zum ersten Mal überhaupt habe sich eine solche Attacke am gestrigen Donnerstag bei der Helinet ereignet. Da hatte es ab 15 Uhr über mehrere Stunden massive Angriffe gegeben. Am Freitag liefen diese seit etwa 13 Uhr. Am Nachmittag sei die Intensität allerdings zurückgegangen, sodass Kunden die Auswirkungen auf die eigene Servegeschwindigkeit aktuell kaum wahrnehmen würden. „Ich würde aber nicht darauf wetten, dass das in einer halben Stunde nicht wieder anders ist“, erklärte der Sprecher.

Unternehmen können Einnahmeverluste entstehen

„DDos-Attacken“ hätten vor allem spürbare Folgen beim Gaming und Streaming sowie dem Versenden größerer Datenmengen. Telefonie- und Mail-Verkehr liefen dagegen in vergleichsweise normalem Tempo.

Um die Attacken einzudämmen und künftige Einschränkungen zu verhindern, seien die Techniker der Helinet aktuell konsequent und konstant dabei, aktiv gegen die Angriffe vorzugehen. Die betroffenen, zugemüllten IP-Adressen würden aus dem Netzwerk ausgeblendet, um die Netze zu entlasten. Auch bei der Polizei werde der Angriff angezeigt.

Denn solche Attacken können nicht nur das heimische Serien schauen abrupt beenden: Die Angriffe stellten Unternehmen vor große Herausforderungen, weil es auch zu Einnahmenausfällen kommt. Außerdem leide die Reputation als sicherer Handelspartner.

Aus diesem Grund seien die Netzbetreiber ständig dazu aufgerufen, die Sicherheit und das Abwehrvermögen gegen solche Attacken zu verbessern, erklärte der Helinet-Sprecher. Von der aktuellen Attacken seien auch weitere Telekommunikations-Firmen betroffen.

Initiatoren nutzen oft gefälschte IP-Adressen

Nach Angaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) seien eigentlich Server in Universitätsnetzen beliebte Opfer, weil sie meist rund um die Uhr laufen im Gegensatz zum Heim-PC. Sich vor solchen Angriffen zu schützen, sei deshalb schwer, weil der Zielrechner die Daten erst erhalten müsse, um sie zu analysieren. Doch dann sei es bereits zu spät.

Die Initiatoren selbst ließen sich nur schwierig aufspüren, da sie in den meisten Fällen mit gefälschten IP-Quelladressen arbeiteten. 

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