Integrationsrat

Kommunalwahlen in Hamm: So beteiligen sich Migranten an der Politik

Eine (weitere) wichtige Wahl für Hamm: Wolfgang Müller (von links), Sabahattin Sentürk, Nicolas Apitzsch und Sinan Karaagac vom Amt für Soziale Integration verdeutlichten die Bedeutung des Integrationsrats.
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Eine (weitere) wichtige Wahl für Hamm: Wolfgang Müller (von links), Sabahattin Sentürk, Nicolas Apitzsch und Sinan Karaagac vom Amt für Soziale Integration verdeutlichten die Bedeutung des Integrationsrats.

Für viele zugewanderte Menschen ist die Wahl des Integrationsrates die einzige Möglichkeit zur politischen Teilhabe. Der Integrationsrat ist der Fachausschuss für das Thema Integration vor Ort.

Am Wahltag am 13. September können 48 500 Menschen in Hamm mit Migrationshintergrund ihre Stimme abgeben und 14 Mitglieder des neuen Integrationsrates direkt wählen. Das macht rund 27 Prozent der Gesamtheit der Hammer Wahlberechtigten aus und bedeutet einen Zuwachs von 14 300 Wahlberechtigten gegenüber der letzten Wahl von 2014. Wolfgang Müller, Leiter des Amtes für Soziale Integration, begründet die Zunahme der Wahlberechtigten zum Integrationsausschuss mit Zuzügen und jungen Menschen, die inzwischen ins Wahlalter von 16 Jahren hineingewachsen sind.

Sieben weitere Mitglieder des Integrationsrates werden vom Rat der Stadt entsandt und vervollständigen den 21-köpfigen Ausschuss. Der Wahlausschuss hat sieben Listen-Kandidaturen und 13 Einzelkandidaturen zugelassen. Bei den meisten Kandidaten handelt es sich um neue Gesichter.

Listen-Kandidaturen sind:

  • Aktive Hammer Gemeinden,
  • Allgemeine Türkisch Islamische Liste (ATIL),
  • Bulgarische Gemeinschaft Hamm (BG Hamm),
  • Bündnis Alevitischer Demokraten,
  • Helen Gruppe,
  • Internationales Frauenforum Hamm (IFF),
  • Syrische Liste.

„Die Wähler haben 20 Möglichkeiten zu entscheiden“, sagt Müller. „Das ist eine gute Auswahl vieler hier vertretener Nationalitäten. Wir wünschen uns eine hohe Wahlbeteiligung.“ (2014: 10,9 Prozent).

Die Stadt Hamm hat einen Flyer gedruckt, auf dem alle Listen, Kandidaten und Teilnahmebedingungen zur Wahl aufgeführt sind. Die Wahlbenachrichtigungskarten sind auf dem Postweg zugestellt. In sechs Wahllokalen können Wahlberechtigte ihre Stimme abgeben:

  • Bezirk Mitte: Feidikforum, Feidikstraße 27
  • Uentrop und Rhynern: Bürgeramt Uentrop, Alter Grenzweg
  • Pelkum: Bürgeramt Pelkum, Kamener Straße 177
  • Herringen: Bürgeramt Herringen, Dortmunder Straße 245
  • Bockum-Hövel: Bürgeramt Bockum-Hövel, Teichweg 1
  • Heessen: Brokhof, Am Brokhof

Mit der Wahlbenachrichtigungskarte kann bis zum 11. September auch Briefwahl beantragt werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, bis zum 11. September im Amt für Soziale Integration, Sachsenweg 6, die Briefwahlunterlagen abzuholen oder direkt die Stimme abzugeben (montags bis donnerstags 8.30 bis 15.30 Uhr, freitags 8.30 bis 12.30 Uhr, 11. September 8 bis 13 Uhr).

Wahlberechtigt sind:

  • Ausländer und Ausländerinnen
  • Deutsche, die noch eine weitere ausländische Staatsbürgerschaft besitzen
  • Deutsche, die die deutsche Staatsbürgerschaft durch Einbürgerung erhalten haben
  • Deutsche, die als Kinder ausländischer Eltern die deutsche Staatsbürgerschaft durch Geburt in Deutschland erworben haben
  • Wahlberechtigte sind am Wahltag mindestens 16 Jahre alt, halten sich seit mindestens einem Jahr rechtmäßig in Deutschland auf und haben mindestens seit dem 28. August ihre Hauptwohnung in Hamm

Nicht wahlberechtigt sind Asylbewerber und Asylbewerberinnen

Und das sind die Aufgaben des Integrationsrates

  • Einbringen von Anträgen, Anregungen und Vorschlägen zur Förderung der Integration der in Hamm lebenden Menschen mit Migrationshintergrund,
  • Vergabe von Zuschüssen an Organisationen, Vereine und Initiativen, die in der Integrationsförderung tätig sind,
  • Abgabe von Stellungnahmen zu kommunalen Plänen und Vorhaben des Rates, seiner Ausschüsse und der Bezirksvertretungen, die die Belange und Interessen der Migrantinnen und Migranten betreffen,
  • Einbringen von Vorschlägen zum Abbau von Diskriminierungen, Ungleichbehandlungen und Vorurteilen,
  • Information der Öffentlichkeit zur Herkunft, Kultur und Religion von Zuwanderern und Zugewanderten und
  • Förderung der Begegnung und des Zusammenlebens von Einheimischen und Zugewanderten.

Integrationsratswahlen

Fragen beantworten Mitarbeiter im Amt für Soziale Integration unter Telefon 176775 oder 176066.

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