"Penny" nicht unterernährt: War das Pony-Drama inszeniert?

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Wer hat Penny so zugerichtet? Die Halter sprechen von einer Inszenierung für die Kamera.

HAMM - War alles doch ganz anders? Vor einer Woche berichteten wir über drei verwahrloste Ponys an einem Grundstück an der Ahlener Straße. Jetzt haben die Eigentümer ihr Schweigen gebrochen.

Polizei, Ordnungsamt, ein Kamerateam und Tierschützer waren vor Ort, als sich eines der Mini-Shetland-Ponys beim Fluchtversuch mit einem Bein im Zaun verhedderte. Jetzt erheben die Eigentümer ihrerseits Vorwürfe gegen die Peta-Tierschützer: Das Ganze war für die Kamera inszeniert, lautet ihre These...

Dass die dramatischen Bilder der braun-weiß gefleckten „Penny“ möglichst viele Spenden-Euro in die Peta-Kasse spülen sollten, davon sind die 38-jährige Halterin und ihr 41-jähriger Lebensgefährte mittlerweile überzeugt. „Das ist doch schon ein toller Zufall, dass das Tier ausgerechnet dann ausbricht und hilflos am Boden liegt, wenn das Kamerateam und die Peta-Leute gerade unser Gelände betreten“, schimpfen sie.

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Der Zaun sei an der fraglichen Stelle zudem von außen nach innen verbogen gewesen. Bei einer Flucht des Tieres hätte es genau anders herum sein müssen. Am Morgen um 9 Uhr habe man die Tiere noch gefüttert, und da sei alles noch in Ordnung gewesen. Auch hat das Paar von der Tierklinik, in die ihre „Penny“ – auf ihr Geheiß hin – eingeliefert wurde, ein entlastendes Schreiben erhalten. „Das Tier befand sich in einem ausreichend genährten Zustand“, heißt es von dem behandelnden Tierarzt der Beckumer Klinik (Kosten der Behandlung: 500 Euro).

Auch die Hammer Polizei geht mittlerweile davon aus, dass die vorgefunden Zustände nicht einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellen. Das letzte Wort wird in der Angelenheit die Staatsanwaltschaft haben, der die Akte in Kürze zugeleitet wird. Ermittlungen gegen Peta wurden allerdings auch nicht eingeleitet, wie Polizeisprecher Ulrich Biermann mitteilte.

Dass die Tiere sich in keinem guten Zustand befänden, sei aber auch sein Eindruck gewesen. Die Stadt und der Kreisveterinär bereiten gleichwohl eine Ordnungsverfügung gegen die Halterin vor – wegen der Art der Tierhaltung. Die unter anderem geforderten Nachbesserungen an den Zäunen wurden bereits in die Wege geleitet. „Es bestand keine akute Gefahr für die Tiere, definitiv nicht“, sagt Stadtsprecher Christian Strasen über den Eindruck der Kreisveterinärin von den Zuständen an den Ahlener Straße.

Peta-Sprecher Bartek Langer wies den Vorwurf einer medienwirksamen Inszenierung zurück. „So etwas kann man sicher ausschließen“, sagte er. Zufall oder nicht: Ähnliche Vorwürfe wie in Hamm hatten Peta-Aktivisten in der verangenen Woche gegen einen 76-jährigen Landwirt aus Wolbeck erhoben. Auch diese haben sich mittlerweile ziemlich in Luft aufgelöst.

Für das Halterpaar von „Penny“, „Sissy“ und „Accon“, die die Tiere seit gut einem Jahr besitzen, bleibt der Vorgang höchst ärgerlich. Zumal sich nun ein regelrechter Tourismus zu ihrem Gelände eingestellt habe und eine Reihe von vermeintlichen Wohltätern Küchenabfälle und anderes Futter in das Gehege beförderten. Dabei vertrage eines der Tiere beispielsweise keine Karotten. „Aber das wissen die Leute natürlich nicht“, schimpfen sie. - fl

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