Ins frühere Stadtwerke-Haus sollen Start-up-Unternehmer einziehen

Bürogebäude für junge Unternehmen: Tim Vatheuer (links) und Refik Akyüz haben einen Plan für das alte Stadtwerke-Haus am Schildkamp.
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Bürogebäude für junge Unternehmen: Tim Vatheuer (links) und Refik Akyüz haben einen Plan für das alte Stadtwerke-Haus am Schildkamp.

In das alte Stadtwerkegebäude am Schildkamp soll wieder Leben einziehen. Der Hammer Geschäftsmann Refik Akyüz hat die Immobilie von der städtischen Tochter erworben und plant, dort Büroräume anzusiedeln. In erster Linie denkt er an Start-Ups, die in dem Gebäude beste Bedingungen vorfinden würden. 42 Büroräume auf insgesamt 1 800 Quadratmetern stehen zur Verfügung.

Hamm – Co-Working-Spaces sind inzwischen feste Bestandteile der Start-up-Szene geworden: Wer sich kein Büro leisten kann oder nicht den ganzen Tag alleine arbeiten möchte, kann einen Arbeitsplatz in einem Co-Working-Space anmieten. Oft sind diese gemieteten Plätze der erste Schritt in die Selbstständigkeit, wenn das Büro zuhause zu klein oder zu wenig repräsentativ geworden ist. Akyüz ist davon überzeugt: „Wenn ein Gründer sein Geschäftskonzept ernsthaft und professionell angehen will, braucht er repräsentative Büroräume.“ Die will er nun im Süden der Stadt zur Verfügung stellen. Bei der Vermarktung hilft ihm Tim Vatheuer.

Die Infrastruktur könne nicht besser sein, sagt Vatheuer. Immerhin seien die Büros mit Glasfaser ausgestattet, schnelles Internet – eine Voraussetzung für viele kleinere Unternehmen – ist vorhanden. Die Büros könnten den Vorstellungen der neuen Mieter entsprechend zugeschnitten werden. „Da sind wir sehr flexibel und gehen auf die Wünsche ein“, so Vatheuer. Neben den Arbeitsbereichen soll es auch Platz zum Austausch geben, ein Lounge-Bereich ist ebenso wie Konferenzräume und Küchen vorgesehen. „Wir wollen, dass hier kreatives Leben entsteht und die Idee des Zusammenarbeitens Früchte trägt“, so Akyüz. Neben den einzelnen Schreibtischen, die sich Interessierte anmieten können, sollen sich auch kleinere Firmen mit ihren Büros in dem ehemaligen Stadtwerkegebäude ansiedeln. Akyüz: „Im Idealfall können sie sich hier ergänzen und ihre Erfahrungen austauschen.“ Denn neben dem neuen Arbeitserlebnis, bei dem die Arbeitszeit zur Life-style-Zeit werden soll, steht vor allem der Austausch im Mittelpunkt. „Der Marketing-Experte kann seine Erfahrungen an den ITler weitergeben und der Programmierer lernt etwas über Buchhaltung. So stellen wir uns das Miteinander in dem Gebäude vor“, sagt Vatheuer.

In den nächsten Wochen soll in der Immobile an der Ecke Hellweg/Schildkamp umgebaut werden. Im Mai, so hofft der Investor, könnten bereits die ersten Büros bezogen werden.

Refik Akyüz hat übrigens nicht nur das Bürogebäude von den Stadtwerken gekauft, er hat auch die Lagerhalle im hinteren Teil des Schildkamps von den Stadtwerken erworben. Ursprünglich hatte er geplant, dort eine Veranstaltungshalle zu errichten, ein entsprechender Bauantrag war bereits gestellt worden. Doch diese Pläne sind nach Akyüzs Angaben vom Tisch und werden nicht weiterverfolgt. Derzeit ist die Halle vermietet, dort lagern FFP2-Masken. Danach sollen die Räume im östlichen Bereich des Schildkamps anders genutzt werden. Wie genau, darüber wollte Akyüz gegenüber unserer Zeitung noch keine näheren Angaben machen.

Stadtwerke-Gebäude am Schildkamp

Die Stadtwerke Hamm hatten vom Schildkamp aus lange Jahre die Energie- und Wasserversorgung gesteuert. 1973 erwarb die städtische Tochter das 12 000 Quadratmeter große Gelände Schildkamp 3 von der Firma Philips, 1979 kam der 4 800 Quadratmeter große Schildkamp 1 von MAN Markwort dazu. Dort wurde die Betriebsabteilung des Elektrizitätswerks eingerichtet. Nachdem die Stadtwerke ihre Zentrale in der Innenstadt errichtet hatten, wurden dort alle Bereiche zusammengeführt. Die Liegenschaften am Schildkamp wurden verkauft. Dem Vernehmen nach waren sechs Bieter an der Immobilie interessiert. Den Zuschlag erhielt Refik Akyüz – ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

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