Zahl der Inobhutnahmen

Überforderte Eltern und direkte Gefahr: Schutzmaßnahmen für Kinder ergriffen

Bei Gewalt gegen Jugendliche greift das Jugendamt ein.
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Auch Jugendliche in Hamm haben vergangenen Jahr Gewalt erfahren.

Die Inobhutnahme ist ein unmittelbarer Schutz für Kinder und Jugendliche in Notfällen. Auch in Hamm wurde sie im vergangenen Jahr wieder zahlreich angewandt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl aber unauffällig.

Das Jugendamt hat im vergangenen Jahr 259 Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche ergriffen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das drei Maßnahmen weniger als im Jahr zuvor. Diese Schutzmaßnahmen (Inobhutnahmen) werden vom Jugendamt durchgeführt, wenn ein unmittelbares Handeln zum Schutz von Minderjährigen in Eil- und Notfällen als geboten erscheint.

Inobhutnahmen: 100 Kinder unter 14 Jahren betroffen

Exakt 100 Kinder unter 14 Jahren sowie 159 Jugendliche im Alter 14 bis 17 Jahren wurden in Obhut genommen. Die Hälfte der 259 in Obhut Genommen hatten einen Migrationshintergrund (129). Schutz erhielten 128 Jungen und 131 Mädchen.

Schutzmaßnahmen, weil Eltern überfordert sind

Knapp ein Fünftel der Schutzmaßnahmen erfolgte auf eigenen Wunsch (49), bei 210 Fällen lag eine Gefährdung der Kinder und Jugendlichen vor. Knapp 40 Prozent der Inobhutnahmen (108) erfolgte, weil die Eltern oder ein Elternteil überfordert waren, Beziehungsprobleme der Eltern waren der Grund bei 35 der Maßnahmen. In 39 Fällen waren die Kinder oder Jugendlichen vernachlässigt. 31 Kinder oder Jugendliche, die in Obhut genommen wurden, waren unbegleitet aus dem Ausland eingereist.

In ganz NRW ergriffen im Jahr 2020 die Jugendämter in 12 308 Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche. Das waren das 8,8 Prozent weniger Inobhutnahmen als im Jahr zuvor (13 503).

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