Weichen weitgehend gestellt

Innenstadt neu gedacht: Das ist der aktuelle Plan für Hamm

Die ehemalige Kaufhof-Immobilie in Hamm.
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Die ehemalige Kaufhof-Immobilie: Was hier kommt, ist die große Frage und soll durch eine Machbarkeitsstudie vorbereitet werden. Sie ist in Auftrag gegeben.

B-tween, Westentor, Ter Veen, B&B, Kipp‘n in, Mayersche, Studentenwohnungen... und Kaufhof?! Die Weichen für den Umbau der Hammer Innenstadt sind weitgehend gestellt. Wir geben Ihnen ein Update.

Hamm - Der deutliche Rückgang von Einzelhandelsflächen in der Innenstadt, der Abriss oder die Umnutzung von Altimmobilien, die Sicherung von Grundstücken für Neubauten: Bereits in der letzten Legislaturperiode hatten Stadt, Politik und private Investoren umfassende Vorbereitungen für einen weiteren Umbau der Innenstadt getroffen. Mehr und mehr werden bald Ergebnisse sichtbar sein.

Vom Handel zu Dienstleistung, Wohnen und Kultur führt der Weg. Besonders gut sichtbar wird dies aktuell im westlichen Bereich der Innenstadt mit Bahnhofstraße und Neuer Bahnhofstraße. Dort war im Februar 2010 mit der Eröffnung des Heinrich-von-Kleist-Forums als Kultur- und Bildungsstandort auf der ehemaligen Horten-Fläche ein erster großer Schritt in diese Richtung erfolgt. 2014 eröffnete das B&B-Hotel auf einem Teil des alten C&A-Geländes.

Überblick über bevorstehende Maßnahmen in der Innenstadt:

Kaufhof-Komplex

Stadt und Eigentümergesellschaft haben gemeinsam eine Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht, die Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und Empfehlungen für die ehemaligen Handels-, Lager- und Parkflächen geben soll. Kultur, Wohnen, Dienstleistung? Gastronomie? Was wird hier künftig die Innenstadt prägen? Die Studie wird auch eine Einschätzung geben, ob es zu einer (Teil-)Erhaltung oder zum Abriss und Neubau kommen sollte.

Die Ausschreibung läuft bis zum 3. Februar. Die Vergabe soll laut Stadt im März erfolgen. Im Sommer sollen Ergebnisse vorliegen, sagte Stadtsprecher Tom Herberg,

B-Tween

Nach wie vor Brache an der Ritterstraße: Die Städtischen Fachämter seien mit dem Investor Fokus Development (Duisburg) im Austausch. „Wann etwas kommuniziert werden kann, können wir leider nicht sagen, weil dies die Entscheidung des Investors ist“, so Herberg. Projektentwicklerin Anna Funke von Fokus bestätigte gegenüber unserer Zeitung, es gebe keinen neuen Stand, an dem etwas nach außen hin zu kommunizieren wäre. Das Projekt komme und sei ein gutes. Informationen gebe es zum richtigen Zeitpunkt „in einem Wurf“.

Innenstadt neu gedacht: Weichen für Umbau weitgehend gestellt

Innenstadt von Hamm neu gedacht: Weichen für Umbau weitgehend gestellt - Übersicht.
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Innenstadt neu gedacht: Weichen für Umbau weitgehend gestellt

Westentor

In Bezug auf die Planungen des Westentors hat die Baustelle B-Tween keinen Einfluss. Lange hatte die Stadt den Duisburgern gewissermaßen den Vortritt gelassen, um Mehrfachbaustellen zu vermeiden. Mit den Verzögerungen am B-Tween hatte die Stadt dann entschieden, das eigene Projekt voranzutreiben. Das beauftragte Büro, das den Wettbewerb federführend begleitet, bereite derzeit die Ausschreibung für drei Planungsentwürfe vor, so Herberg. Neben aller Funktionalität soll auch Kultur eine Rolle spielen.

„Die Entwürfe erwarten wir für Sommer 2021“, so Herberg. Im Anschluss daran werde eine Fach-Jury die Entwürfe bewerten. In 2022 sollen die bis dahin noch einmal aufbereiteten Entwürfe dann der Öffentlichkeit vorgestellt werden. „Je nach Entwurf und Umfang sollen die Arbeiten in 2022 starten“, sagte der Stadtsprecher.

Studentenwohnungen

Der Bauantrag für die 52 Studentenwohnungen, die neben dem Gesundheitsamt, Ecke Friedrichstraße/Neue Bahnhofstraße, durch einen privaten Investor entstehen, sei in Bearbeitung, heißt es von der Stadt.

Fläche am B&B

Der kombinierte Architekten-/Investorenwettbewerb zur Bebauung der Fläche hinter dem B&B-Hotel an der Neuen Bahnhofstraße ist beendet. Hier sollen Büros (kein Wohnraum) entstehen. Die Autobahn GmbH des Bundes wird den neuen Bürokomplex beziehen. Jetzt gehe es noch um Detailfragen. Die Stadt hatte sich die Fläche über die Stadtentwicklungsgesellschaft aus einem internationalen Immobilienpaket gesichert, um hier Stadtentwicklung in der eigenen Hand zu behalten.

Ex-Mayersche

Für das Wohn- und Geschäftshaus, in dem sich bis 2013 die Mayersche Buchhandlung befand, ist laut Stadt ein Planungsauftrag an ein Büro ergangen. Dies soll Vorschläge erarbeiten, wie der Zuschnitt künftig aussehen kann. Ergebnisse würden „in Richtung Sommer“ erwartet.

Die Stadt hatte sich über die SEG die größten Anteile der Immobilie gesichert, um Gestaltungsspielraum für eine bessere Anbindung von Weststraße, B-Tween und Allee-Center zu gewinnen. Gebäudeteile zur Rödinghauser Straße hin könnten abgetragen werden, um diese zu verbreitern, die Verlegung der Tiefgarageneinfahrt und eine Bebauung der Rückseite zur Ritterstraße wären denkbar. „Dieses Projekt ist in einem größeren Kontext zu sehen“, sagte Herberg.

Ex-Kipp’n in

Die vorbereitenden Arbeiten für einen Neubau mit „Service-Wohnen“ (mit Pflegeleistungen) und zwei Arztpraxen durch einen privaten Investor auf der ehemaligen Kipp’n-in-Fläche haben begonnen.

Ex-Ter Veen

Die Dudoq Real Estate GmbH aus Aachen hat hier ein Hotel geplant, das die „GHOTEL Group“ mit Sitz in Bonn pachten und betreiben soll. Zuletzt war vom Investor von der ersten Jahreshälfte 2023 für die Eröffnung die Rede. Die Hotel-Gruppe kommuniziert selbst 2024 für das 326-Betten-Haus. Eine schriftliche Anfrage beim Investor blieb unbeantwortet.

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