Inlogparc-Klage wird am 20. Januar 2012 verhandelt

WEETFELD ▪ Die Mitglieder der Bürgergemeinschaft (BG) gegen die Zerstörung der Weetfelder Landschaft haben sich den 20. Januar 2012 dick in ihrem Kalender angestrichen: An diesem Tag wird vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster ihre Klage gegen den Bebauungsplan „Inlogparc, südlicher Teil“ und damit gegen die Stadt Hamm mündlich verhandelt.

Aus Sicht der BG ist der Ausgang dieses Normenkontrollverfahrens, bei dem die Gültigkeit einer Rechtsnorm geprüft wird, völlig offen. Es gebe kaum Präzedenzfälle, meinte Vorstandsmitglied Dr. Stefan Reuß. „Für uns ist es aber schon ein Erfolg, dass wir überhaupt so weit gekommen sind“, sagte der Vorsitzende, Rudolf Franke-Herold.

Die BG Weetfeld war vor mehr als zehn Jahren mit dem Ziel angetreten, das geplante Gewerbegebiet zu verhindern. Der Vorsitzende erinnerte daran, dass zunächst von rund 280 Hektar die Rede war. Der jetzt erschlossene südliche Teil des Inlogparcs habe aber „nur“ noch eine Bruttofläche von rund 33 Hektar. Auch dies sei sicherlich ein Erfolg der Arbeit der BG. Doch damit will sich die Bürgergemeinschaft noch nicht zufrieden geben. „Ziel ist weiterhin die Verhinderung der Bebauung des Inlogparcs“, erklärte der 2. Vorsitzende, Heinz Haeske.

Schätzungsweise 15 000 bis 20 000 Euro hat sich die BG Weetfeld den Kampf gegen das Gewerbegebiet bislang kosten lassen. Darin enthalten sind unter anderem Gutachten und Anwaltskosten. Das Geld stammt aus einem Rechtshilfefonds. Unter anderem der BUND hatte diesen mit 5 000 Euro unterstützt. Zugute kam der BG zudem das so genannte Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz. Dadurch ist es ihr möglich, als Bürgergemeinschaft gegen den Bebauungsplan zu klagen. „Andernfalls hätte dies eine Einzelperson machen müssen“, schilderte der Vorsitzende.

Der größte Wunsch der BG ist es, dass die Stadt – je nach Ausgang des Verfahrens – die Vermarktung der Flächen stoppt. Aber auch im Fall einer Niederlage sieht die Bürgergemeinschaft ihre Arbeit „nicht für die Katz“, verwies sie auf das bisher Erreichte. Außerdem werde man das Verfahren weiter kritisch begleiten. Das betreffe auch einzelne Bauanträge. Zudem wolle, so Haeske, die Stadt Hamm ja auch noch den „Inlogparc, nördlicher Teil“ entwickeln.

Ob der Umstand, dass sich nach erfolgter Erschließung im Hammer Teil des Inlogparcs noch keine Firma angesiedelt hat, mit der Klage zusammenhängt, vermochten die BG-Vertreter nicht zu sagen. ▪ stg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare