Steht Hamm bei Corona-Impfungen hinten an?

Impfzentrum erreicht Spitzenwert - Doch die Stadt will noch mehr

1146 Impfdosen sind im Impfzentrum der Stadt Hamm am vergangenen Montag verabreicht worden. Das ist der bisherige Spitzenwert an einem Tag. Und doch: Es geht noch mehr.

Hamm – Ausgelegt sind die sechs Impfstraßen in der Halle an der Hammer Friedensschule für bis zu 1300 Menschen am Tag. Mangels Impfstoff ist dieser Wert aber noch nie erreicht worden. Die Stadt hätte gerne mehr davon, doch bisher sind alle Versuche ins Leere gelaufen. (News zum Coronavirus in Hamm)

„Die Stadtverwaltung hat in den zurückliegenden Wochen bereits mehrfach bei der Landesregierung nachgesucht“, sagt Stadtsprecher Detlef Burrichter. So hatte sich beispielsweise Oberbürgermeister Marc Herter persönlich an NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gewandt und um Impfstoff für die große Gruppe der Chroniker gebeten. Eine Reaktion darauf war ausgeblieben. Jetzt hofft die Stadt auf größere Kontingente im Mai.

Aber wo steht Hamm jetzt? Insgesamt 57.282 Impfdosen sind in Hamm bisher gespritzt worden (Stand Montag 20 Uhr). 43.830 sind Erstimpfen, 13.452 Personen haben bereits ihre Zweitimpfung erhalten. 5412 Dosen wurden von Hausärzten gespritzt. 22 Hammer haben hier auch schon ihre Zweitimpfung erhalten. Bei den Erst- und Zweitimpfen liegt Hamm mit minimalen Abweichungen ziemlich exakt im Bundesschnitt (24,4 beziehungsweise 7,2 Prozent).

Andere Kommunen beim Impfen weiter - Steht Hamm hinten an?

Doch andere Kommunen in der Impflandschaft von Westfalen-Lippe mit ihren 27 Kreisen und kreisfreien Städten scheinen schon weiter zu sein. Steht Hamm hinten an? Münster beispielsweise freute sich am Freitag über eine Impfquote von knapp 32 Prozent. Als Meilenstein verkündete die Stadt in diesem Zusammenhang die 100.000. Erstimpfung und feierte die eigene Impfkampagne. Anlass für neidvolle Blicke in Richtung Domstadt?

Nach wie vor gilt ja noch die Priorisierung. Es kann also nicht sein, dass eine Kommune oder ein Kreis schon munter mit anderen Gruppen weitermacht.

Heike Achtermann, Sprecherin der KVWL

Ganz und gar nicht, sagt Heike Achtermann, Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Die Verteilung des Impfstoffes erfolge nach einem Schlüssel entsprechend der Einwohnerzahl der jeweiligen Gruppe und nach Verfügbarkeit des Impfstoffes. „Nach wie vor gilt ja noch die Priorisierung. Es kann also nicht sein, dass eine Kommune oder ein Kreis schon munter mit anderen Gruppen weitermacht“, so Achtermann. Für eine Neiddebatte sei das Thema nicht geeignet.

Insgesamt – und das sei erfreulich – gehe die Impfung in Westfalen-Lippe sehr zügig vonstatten. Im Bund liege man unter den ersten drei. Mit der angekündigten Aufhebung der Priorisierung müsse die Politik Antworten auf die Abläufe liefern, es müsse genügend Impfstoff vorhanden sein und dieser auch verstärkt in die Arztpraxen gelangen.

Rubriklistenbild: © Andreas Rother

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