Sisyphusarbeit im Grünen

Immer wieder Müll im Kappenbusch: Umweltschützer in Heessen frustriert

Alte Brötchen im Wald: Ulrich Mandel sammelt Lebensmittelreste auf ...
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Alte Brötchen im Wald: Ulrich Mandel sammelt Lebensmittelreste auf ...

Das Thema Müll im Kappenbusch ist immer wieder ein Ärgernis. Ulrich Mandel vom Klimabündnis Hamm ist davon ebenso betroffen wie verärgert.

Heessen – Immer wieder finden Ulrich Mandel und seine Frau Regina bei ihren Spaziergängen neuen Müll oder Beschädigungen durch Kraftfahrzeugverkehr – und sie kennen sogar einige Dauerphänomene.

Am 20. März hatten die Mandels noch die Aktion Saubermann im Kappenbusch organisiert. Bei einem Spaziergang am 9. April zeigen sie erneut zahlreiche Hinterlassenschaften anderer Besucher. Am Beginn eines Waldweges, kurz hinter der Kurve am Magnolienweg, beginnt der Spaziergang gleich besonders unappetitlich: Direkt an einem mächtigen Baumstamm türmt sich ein Berg aus Lebensmitteln. Weißbrot, Baguette, Dönerbrot, Chips und Schokobananen, teilweise kräftig angeschimmelt, liegen dort herum. „Das haben wir hier immer wieder und es sieht nicht so aus, als wenn diese Mengen, die alle zwei Wochen aufzufinden sind, aus einem Privathaushalt stammen“, sagt Mandel.

Müll im Kappenbusch von Geschäftsleuten?

Sowohl die Regelmäßigkeit als auch die Menge seien Indizien dafür, dass dieser Abfall aus einem Imbiss, Kiosk oder ähnlichen Geschäften entsorgt werde. „Wir überlegen schon, ob wir nicht einmal ein Plakat fertigen sollen“, sagt Mandel. Dort könne er ja drauf schreiben, dass nicht die Tiere den Abfall gefressen, sondern Ehrenamtler ihn mühevoll entsorgt haben. „Dazu habe ich auch schon einige Male beim Umweltamt Hamm Meldung gemacht, aber da tut sich nichts“, so Mandel.

An einer Biegung des kleinen Bachs gibt es einen besonderen Hingucker: Ein Einkaufswagen wurde im Lauf des Flüsschens versenkt und direkt daneben liegt ein frisch gefällter, junger Baum auf der Seite. Der Spaß sei vorbei, wenn jemand Bäume fälle und Einkaufswagen in einen Bach werfe.

Wenige Meter hinter der Biegung freuen sich die Eheleute: Dort war ein tiefes Loch, in dem nicht nur alte Betonelemente entsorgt waren, sondern wo sich jemand mit einer dreckigen Matratze und jeder Menge Plastikplane eine Bude gebaut hatte. Plastik und Matratze seien bereits bei der Aktion Saubermann entsorgt worden. Inzwischen waren wohl Mitarbeiter der Stadt vor Ort und haben nun auch das Loch selbst zugeschüttet.

Immer wieder neuer Dreck und Müll

Frust gibt es aber wieder an einem einst mächtigen Baumstamm, am Zugang vom Rottkamp: Dessen inzwischen hohles Wurzelwerk wurde augenscheinlich von vielen Besuchern inzwischen einfach als Mülleimer missbraucht. Mandels machen nun den Dreck der anderen weg. Ob Chipstüten, Hundekotbeutel oder anderer unappetitlicher Unrat, nach und nach wandert alles aus dem Baumstamm in die von den Mandels mitgeführten Müllbeutel. „Das Ärgerlichste ist, dass sich das alles stets wiederholt“, so der Umweltschützer.

Der von ihm mitgeführte Müllbeutel ist inzwischen schwer und voll. „Neben dem Ärger, immer wieder alles einsammeln und schleppen zu müssen, ist es ja auch eine Frage, wie viel Platz wir in unserem Hausmüll für anderer Leute Dreck opfern“, sagt Mandel. Vom Rottkamp zum Magnolienweg, entlang des Waldrandes, zeigen sich zwischen den bodendeckenden Pflanzen und Brombeer-Sträuchern Tüten, Flaschen und Einwegmasken.

Mandel hofft, andere zu motivieren, ihren Müll wieder mitzunehmen und zu entsorgen. An der Magnolienstraße verweist er noch auf ein Schild, das vor gut 20 Jahren angebracht wurde: Das spricht die Bürger darauf an, dass sie an dieser Stelle über das Abladen von Müll nicht einmal nachdenken dürften. „Das gab damals einen Aufschrei gegen den Bürgermeister. Doch gebracht hat es auch nichts“, sagt Mandel.

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