Interessante Infos zu den Einkommen in der Stadt

Immer mehr Hammer verdienen immer mehr Geld - Und wo stehen Sie?

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Immer mehr Hammer verdienen immer mehr Geld. Das geht aus der Lohn- und Einkommensstatistik von IT NRW als statistischem Landesamt hervor.

Hamm – Die Statistik zeigt, dass es in Hamm immer mehr Menschen mit Spitzeneinkommen gibt und zugleich die Zahl derer sinkt, die weniger als 25.000 Euro im Jahr verdienen. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2016. „Gegen eine Steuererklärung kann man Widerspruch einlegen oder klagen. Erst, wenn alle Prozesse abgeschlossen sind, werden die Daten veröffentlicht“, erklärt eine Sprecherin von IT NRW. Somit seien die Zahlen von 2016 die aktuellsten, die veröffentlicht werden könnten.

Der Durchschnitt

Das durchschnittliche Einkommen ist in Hamm gestiegen. Es lag 2016 bei 33.094 Euro, das sind etwa 2,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Inflationsrate lag im gleichen Zeitraum lediglich bei 0,5 Prozent. Die Hammer hatten also tatsächlich mehr Geld zur Verfügung.

Und doch bleiben die Einkommen eher klein. Der durchschnittliche Hammer verdient nur vier Fünftel dessen, was ein NRW-Durchschnittsbürgers binnen eines Jahres einnimmt. An diesem Verhältnis hat sich seit Jahren wenig geändert.

Landesweit am höchsten waren die durchschnittlichen Einkünfte in Meerbusch – was kaum verwundert. IT NRW hatte bereits vor einigen Tagen gemeldet, dass die Millionärsdichte dort die höchste in NRW ist. Der durchschnittliche Meerbuscher hatte am Ende des Jahres etwa doppelt so viel Einkommen wie der durchschnittliche Hammer. NRW-Schlusslicht ist Duisburg: Dort lag das Durchschnittseinkommen bei 30.521 Euro.

Sehr hohe Einkommen

13 Einkommensmillionäre gibt es in Hamm, auch diese Zahl hatte IT NRW vor einigen Tagen veröffentlicht. Die erweiterte Statistik zeigt, dass die Hammer Einkommensmillionäre 2016 insgesamt 25,9 Millionen Euro an zu versteuerndem Einkommen hatten. Sie zahlten 8 Millionen Euro an Lohn- und Einkommenssteuer, hatten also einen durchschnittlichen Steuersatz von 30,9 Prozent.

Der Steuersatz zeigt, dass es sich bei den Einkünften nicht allein um Löhne und Gehälter handeln kann: Auf Löhne gilt ein Höchststeuersatz von 45 Prozent, den Einkommensmillionäre auf einen Teil ihres Einkommens zahlen müssten, wären sie Angestellte. Der Durchschnittssteuersatz müsste über 40 Prozent liegen, wären die Erträge ausschließlich Lohneinkünfte. Somit dürfte zumindest ein Teil der Einkommensmillionäre sein Geld durch Immobilien und Ähnliches erzielt haben. IT NRW macht zur Art der Einkünfte keine genauen Angaben.

Hohe Einkommen

2016 hatten 2,13 Prozent der Hammer Steuerpflichtigen Einkommen von mehr als 125 000 Euro. Die Gruppe erzielte 14,6 Prozent aller Einkünfte und zahlte 28 Prozent der Lohn- und Einkommenssteuer.

Mittlere Einkommen

Auch die Zahl der Steuerpflichtigen mit mittleren Einkommen zwischen 50.000 und 125.000 Euro ist gestiegen: Es gab in dieser Gruppe etwa 2800 Steuerpflichtige mehr als vier Jahre zuvor, nämlich insgesamt 13.400.

Das durchschnittliche Einkommen der Gruppe lag um etwa 700 Euro höher als 2012. Die Gruppe erzielte knapp 36 Prozent aller Einkommen in Hamm und zahlte 41 Prozent der Lohn- und Einkommenssteuer.

Geringe Einkommen

Der Großteil der Hammer muss weiterhin mit wenig Geld auskommen. Die Hälfte der Steuerpflichtigen verdient weniger als 25.000 Euro. Immerhin ist die Zahl der Steuerpflichtigen mit einem so geringen Einkommen um etwa 1000 gesunken. Die Gruppe erzielte 15,8 Prozent der Einkommen und zahlte 4,9 Prozent der Steuern.

Die Basis der Zahlen

2016 gab es in Hamm knapp 81.000 Steuerpflichtige, die Zahl lag um mehr als 4000 höher als noch 2012. Insgesamt erzielten die Hammer Steuerpflichtigen 2016 Einkünfte von 2,66 Milliarden Euro und zahlten 397 Millionen Euro Lohn- und Einkommenssteuer. Der Durchschnittssteuersatz lag bei 14,9 Prozent. Steuerpflichtige sind nicht unbedingt Einzelpersonen. Es kann sich dabei auch um gemeinsam veranlagte Ehepaare handeln, teilt IT NRW mit.

Bei den Einkünften handelt es sich um das gesamte zu versteuernde Einkommen, also beispielsweise um Löhne, Mieteinnahmen und mehr. Kapitalerträge wie Zinsauskünfte sind nur manchmal in der Statistik erfasst: Seit 2009 muss auf Kapitalerträge Abgeltungssteuer gezahlt werden, wenn sie über dem Sparerpauschbetrag liegen. Die Bank führt die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent der Einkünfte direkt an das Finanzamt ab. Dann tauchen sie nicht mehr in der Statistik auf. Anders ist es, wenn die Steuerpflichtigen eine Günstigerrechnung beantragen. Es gibt weitere Ausnahmefälle, die IT NRW nicht benennt.

Absetzbare Ausgaben wie etwa Kosten für Kinderbetreuung, Arbeitszimmer und Handwerker sowie sonstige absetzbare Sonderausgaben sind bereits abgezogen.

Hinweis: In einer früheren Fassung des Artikels hieß es irrtümlich, alle steuerpflichtigen Zinseinkünfte würden in der Statistik erfasst. Tatsächlich ist das nur in Ausnahmefällen so (siehe oben). Das haben wir korrigiert.

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