Hightech beim Einkaufen

Immer mehr zahlen kontaktlos: Pandemie begünstigt neue Kaufmethoden

Bargeld ist nicht notwendig: Immer mehr Hammer nutzen die EC-Cash-Funktion.
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Bargeld ist nicht notwendig: Immer mehr Hammer nutzen die EC-Cash-Funktion.

Der eine zückt an der Kasse sein Smartphone, der nächste die Karte und wieder andere schütten ihr gesammeltes Kleingeld aus der Börse – die Möglichkeiten in Supermärkten zu bezahlen, sind vielfältig geworden.

Hamm – Wer selbst zur Tat schreiten möchte, der nutzt Selbstbedienungskassen – denn die gibt es längst nicht mehr nur in Ikea-Märkten. Für Technologien, die dies möglich machen, interessiert sich Paul Nitsche, leitender Marktmanager im „Jahns Markt & Mehr” (Rewe) in Herringen. Seit bestimmt zwölf Jahren seien Varianten in Köln im Einsatz. Auf den Weg gemacht, für seinen Markt die richtige Umsetzung ausfindig zu machen, hat sich Nitsche vor etwa zwei Jahren. 100-prozentig überzeugt hat ihn bislang noch keine so recht, aber dass das Selbstscannen auch irgendwann in seinen Markt Einzug halten wird, davon ist er fest überzeugt.

Immer wieder machten die Selbstbedienungskassen Schlagzeilen: Sie öffneten Dieben Tür und Tor und sorgten für Stellenabbau, hieß es. Manche Supermärkte mussten mit der Gestaltung des Self-Scanning-Bereiches erst einmal experimentieren. Gestalteten sie ihn zu offen und in Kombination mit geringen Kontrollmöglichkeiten, marschierten nicht nur Kunden, die nichts gekauft hatten, einfach durch. Jüngst veröffentlichte das EH Retail Institute e.V. eine Studie, die belegt, das 85 Prozent der befragten Unternehmen, die die Option nutzten, keine vermehrten Diebstahlversuche in diesem Zusammenhang registrierten.

Zunahme der EC-Cash-Bezahlmethode

Die neueren Bezahlmöglichkeiten würden von den Kunden eher verhalten genutzt, so die Beobachtung des Marktmanagers. Bezahlungen mit dem Handy gebe es aktuell vielleicht eine Handvoll. „Das hat natürlich auch mit der Altersstruktur unserer Kundschaft zu tun”, so Nitsche. Es sei durchaus schon vorgekommen, dass ein Kunde seine Smartwatch gezeigt und gefragt habe, ob er jetzt damit bezahlen könne.

Deutlich sei hingegen die Zunahme der EC-Cash-Bezahlungen. 65 Prozent der Barzahler hätten früher 35 Prozent EC-Cash gegenübergestanden. „Heute ist das Verhältnis bei uns in etwa 50 zu 50”, so Nitsch über die eher gemütliche Gewöhnung an Digitalisierung. „Ich denke, ältere Menschen stecken die Karte sogar lieber noch ins Gerät als dass sie das kontaktlose Bezahlen nutzen”, fügt er hinzu.

Digitaler Einkauf und Selbstbedienungskassen

Wie steht es um die Digitalisierungsprozesse im Kaufland bestellt? Speziell die ehemalige Real-Filiale an der Münsterstraße wird nach neuesten Standards um- und ausgebaut. „Dort setzen wir beispielsweise bereits die digitalen Preisschilder ein”, erklärt Alisa Götzinger, zuständig für die Unternehmenskommunikation der Kaufland Stiftung und Co. KG. Zu finden sind sie in der Obst- und Gemüseabteilung, um tagsüber Preissenkungen vornehmen zu können.

Götzinger sagt: „Kaufland setzt auf die Digitalisierung der Customer Journey – von der Planung über den Einkauf bis hin zum Bezahlvorgang.” Andernorts finden sich in diesem Portfolio bereits einige Dutzend Märkte mit Selbstbedienungskassen, auch Self-Checkout-Kassen genannt. In Hamm setzt Kaufland auf ein Online-Magazin, die K-App inklusive Einkaufslistenfunktion, Filial-Finder und filialspezifischer Aktionen. Bargeldlos bezahlen können Kunden in dem Markt mit allen gängigen Systemen.

Auch bei Netto hält man sich noch zurück, was die Ausstattung von Filialen mit SB-Expresskassen anbelangt: Bislang seien seit 2017 bundesweit Netto-Filialen in 60 Städten mit der Selbstbedienungsmöglichkeit ausgestattet worden, erklärt Christina Stylianou, Leiterin Unternehmenskommunikation von Netto. Sie sagt: „Hinsichtlich der Nutzung kontaktloser Bezahlalternativen in unseren Filialen in Hamm können wir einen deutlichen Corona-bedingten Anstieg bestätigen.” Vergleichszahlen nannte Stylianou nicht.

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