Erst nach Polizei-Razzia gestoppt

Kein Personal für Bordell-Beschwerden - Illegale Umtriebe in Hamm wochenlang ignoriert

Wohnungen am Großen Sandweg in Hamm wurden zu illegalem Bordell.
+
Wohnungen am Großen Sandweg in Hamm wurden zu illegalem Bordell.

Der Kommunale Ordnungsdienst wusste seit Wochen von dem illegalen Bordell im Norden von Hamm. Doch getan wurde nichts - trotz zahlreicher Beschwerden der Bürger.

Hamm – Wer bislang dachte, dass der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) zumindest dann einschreiten würde, wenn in diesen Tagen irgendwo in der Stadt ein Bordell betrieben wird, sieht sich nach der Aktion am Großen Sandweg in Hamm von Samstag eines Besseren belehrt.

Wochenlang wurde offenbar in den dortigen beiden Erdgeschosswohnungen ein illegales Freudenhaus betrieben – die Hinweise der Nachbarn auf das ständige Ein und Aus der mutmaßlichen Freier verliefen aber im Sand. Erst als die Nachbarn dann am Samstag die Polizei mit einem Anruf eingeschaltet hatten, kam Bewegung in die Angelegenheit.

Wie die Stadt auf Anfrage von wa.de einräumte, seien die Mitarbeiter des KOD den Beschwerden der Nachbarn tatsächlich nicht nachgegangen. Begründung: Zeitlich parallel lief der Sachverhalt mit der britischen Corona-Variante in der bulgarischen Community. „Da lag Mitte Februar die absolute Priorität“, teilte Stadtsprecher Lukas Huster mit.

Illegales Bordell in Hamm entdeckt - fünf Prostituierte aus Thailand angetroffen

Fünf Personen wurden am Samstagabend bei der Razzia in den beiden Wohnungen – normale Drei-Zimmer-Wohnungen mit 65 Quadratmetern – angetroffen. Allesamt stammen aus Thailand und waren in Hamm nicht gemeldet. Es handelt sich um zwei Männer (42, 29) und drei Frauen (45, 25, 25), wobei das Geschlecht bei einer der Frauen zunächst nicht bestimmbar gewesen war. Kundschaft sei an dem Abend nicht angetroffen worden, hieß es weiter von der Polizei. Wäre das der Fall gewesen, wäre gegen sie ein Bußgeld in „sicherlich dreistelliger Höhe“ (Stadtsprecher Lukas Huster) fällig geworden.

Gegen die fünf Thailänder werde nun wegen unerlaubten Aufenthalts ermittelt, teilte die Polizei mit. Sie seien am Abend vorläufig festgenommen, nach ihrer Befragung aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Sie hätten sich am Montag bei der Ausländerbehörde melden müssen – ob das geschah, blieb am Montag unklar. Ermittelt werde – so zumindest der Stand am Montag – nicht wegen Ausübung der verbotenen Prostitution.

Illegales Bordell in Hamm nach Razzia entdeckt: Stadt wartet Ermittlungen der Polizei ab

Die Stadt wartet den Ausgang der polizeilichen Ermittlungen ab. Ob ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die Corona-Vorschriften eingeleitet wird, hängt von den polizeilichen Ergebnissen ab.

Im Lauf der Pandemie seien der Polizei bislang keine Verstöße durch Prostitutionsausübung bekannt geworden, so ein Polizeisprecher. Die Stadt habe in der Vergangenheit zwei Verfahren in diesem Zusammenhang eingeleitet. Beide seien bislang noch nicht abgeschlossen, hi

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare