Trotz Tierchip keine Benachrichtigung über Tod von Haustieren

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Der Erkennungschip wird unter der Haut der Tiere angebracht.

Hamm - Wenn das geliebte Haustier stirbt, trifft das treu sorgende Haustierbesitzer meist sehr hart. Doch noch schlimmer ist es wohl, wenn die Tiere verschwinden und man nie erfährt, was Katze oder Hund zugestoßen ist.

Wird das Tier zum Beispiel überfahren, dann dringt diese Nachricht nicht immer bis zum Besitzer durch – und sorgt für (ewige) Ungewissheit. 

Tierschicksale bleiben oft ungewiss

So wäre es jetzt beinahe auch einer Katzenbesitzerin in Hamm ergangen. Ihre Katze war verschwunden, auch nach intensiver Suche war das Tier nicht aufzufinden. Die Nachfrage in der Nachbarschaft führte dann jedoch zur bitteren Erkenntnis: Ja, man habe die Katze gesehen – sie habe überfahren auf der Straße gelegen. Sie sei dann von der Stadtreinigung entsorgt worden. 

Der Mikrochip stört die Tiere nicht.

ASH entsorgt die Tierkadaver fachmännisch

Das klingt soweit nach einer Standard-Prozedur: Ein Tierkadaver wird fachmännisch entsorgt, das ist bei angefahrenen und getöteten Haustieren nicht ungewöhnlich. Doch die besagte Katze trug einen Transponder. Dieser Erkennungschip wird vor allem Hunden und Katzen unter die Haut der linken Halsseite injiziert, um die Zugehörigkeit zum Tierhalter mittels eines Lesegerätes festzustellen. 

Wieso erfolgte also im Falle dieser Katze keine Benachrichtigung der Besitzerin? Wie sieht die Handhabe der Stadt bei überfahrenen Haustieren aus? Die ASH, die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Hamm, ist in der Regel für die Entsorgung von Tierkadavern verantwortlich. 2017 betraf dies 42 Katzen und 45 Wildtiere, so die Stadt weiter. Hunde seien eine seltene Ausnahme

Transponder nicht mehr auslesbar 

Auf Nachfrage wurde bestätigt, dass die ASH über ein Lesegerät verfüge und es auch einsetze, doch seien die meisten Haustiere nicht mehr identifizierbar: Entweder verfügten die Tiere über keinen Transponder oder dieser sei nicht mehr auslesbar gewesen. Dennoch können Tierbesitzer bei der ASH anfragen, ob ihr vermisstes Tier entsorgt wurde

Dies komme auch des Öfteren vor. Bleibt die Frage, ob die ASH nicht ihrerseits die betroffenen Tierbesitzer informieren könnte. Es wäre auch eine Zusammenarbeit mit dem städtischen Tierasyl denkbar. Die gechippten Tiere werden in der Regel online registriert, sodass Halter und Halterin leicht zu ermitteln sind. Andererseits ist es gut möglich, dass die meisten Tiere eben nicht gechippt sind und dadurch jeglicher Identifikationsversuch ins Leere läuft. - lw

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