Auswertung des Aufrufs von WA und WA.de

20 Ideen unserer Leser für ein besseres Klima in Hamm

+

Nach dem jüngsten Klimastreik fragten wir Sie: Was können wir in Hamm für ein besseres Klima tun? Wir haben uns durch die vielen Reaktionen gewühlt und eine starke Auswahl gebündelt.

Hamm – Vier Wochen ist es her, dass bei uns 2000 Menschen unter dem Motto „Alles fürs Klima“ auf die Straße gingen. Weltweit fanden an diesem 20. September – es war ein Freitag – Demonstrationen statt. Der WA startete am nächsten Tag einen Leseraufruf und fragte, was in unserer Stadt konkret für ein besseres Klima getan werden könnte und wo unnützerweise Energie verbraucht wird. Gut 150 Vorschläge gingen über die verschiedenen Kanäle in der Redaktion ein. Viele Schreiber hatten gleiche oder ähnliche Ideen. Darunter waren viele an jeden Einzelnen gerichtete Tipps wie der, auf eine klimafreundliche Ernährung zu achten, nicht zu viel zu konsumieren. Darüber hinaus wurden weitere 20 Maßnahmen in Hamm angeregt. Hier ist die Übersicht:

1

Die Stadt führt kurzfristig das „1-Euro-Ticket“ ein, mit dem ein Tag lang (0–24 Uhr) der ÖPNV in Hamm genutzt werden kann. Gleichzeitig wird der Tarif-Dschungel durchforstet und übersichtlich gestaltet. Die Maßnahme kann durch Ratsbeschluss sofort umgesetzt werden. Zur Gegenfinanzierung werden die Gebühren für die Nutzung der Parkhäuser drastisch angehoben. Derzeit beträgt die Monatsgebühr im Parkhaus 40 Euro, ein Monatsticket, Preistufe 0 (nur Stadtgebiet Hamm), kostet dagegen 66 Euro. Dieter Kohlen

2

Gebt jedem Bürger der Stadt Hamm eine Freifläche und einen Baum, lasst ihn diesen pflanzen ... Klimaschutz pur. Ralf Schulz

3

In Hamm muss auf jedem kleinen Dorffest ein Feuerwerk abgebrannt werden. Diese Feinstaub-Emissionen kann man getrost einsparen. Thomas Mecklenbrauck

4

Im Sommer setzen viele Gebäudenutzer Klimaanlagen ein, um die Büroraumtemperatur zu senken, Verkaufsräume zu kühlen, Kühl- und Gefriertheken zu betreiben und so weiter. Dazu gibt es noch die vielen Kühlhäuser in Hamm, die unsere Lebensmittel tiefgefroren halten. Alle haben eins gemeinsam: Die höchste Kühlleistung wird gefordert, wenn im Hochsommer die Sonne vom Himmel strahlt.

Warum nicht Photovoltaik einsetzen, um diese Leistungsspitzen im Sommerhalbjahr zu brechen. Schön wären 100 Prozent, aber mit 70 oder 80 Prozent ginge es auch schon. Vorteile: Die großen Dächer sind da, keinen würden die Solarplatten stören. Der Strom wird genau an dem Ort produziert, wo er gebraucht wird, und genau zu der Zeit produziert, zu der er auch gebraucht wird. Trassen, um den Strom von weither zu transportieren, wären in dem Umfange nicht erforderlich. Zusätzliche Pufferspeicher, also Batterien, könnten Produktions- und Bedarfsspitzen abfedern.

Problem: Die betroffenen Firmen können den Strom vermutlich so billig kaufen, dass sich Photovoltaik angeblich nicht lohnt. Ich denke aber, beim Klimawandel geht es um mehr. Die Stadtwerke könnten sich was einfallen lassen und attraktive Pakete schnüren. Die Stadt kann Auflagen formulieren. Jede Klimaanlage in Gewerbegebäuden nur noch mit Photovoltaik. Gerhard Kortenbruck

5

Autofreie Sonntage/Feiertage. Hat’s schon mal gegeben und war nicht schlecht! Roland Renner

6

Spürbar bessere Bedingungen für Radfahrer schaffen, das heißt: breitere Radwege und Vorfahrt gegenüber Autos in der City und vor allem viel mehr Stellplätze zum Beispiel am Westenwall und vor und hinter dem Bahnhof schaffen. Den öffentlichen Nahverkehr attraktiver, möglichst kostenfrei machen. Renate Hupfeld

7

1. Es gibt in Hamm viele Straßen ohne oder mit wenig Baumbestand, zum Beispiel Alter Uentroper Weg. Da Bäume nachweislich die Umgebungstemperatur senken (Schattenwurf, Verdunstung), wäre es sinnvoll, an diesen Straßen Bäume zu pflanzen. Allee-Straßen sehen einfach schöner aus, siehe Ostenallee oder Kreuzungsbereich Fährstraße/Ostenallee.

2. Alle Grünstreifen und Mittelstreifen von Straßen sollten in Blühstreifen umgewandelt werden. Das sieht gut aus (siehe Fährstraße), ist gut für den Insektenschutz und kostet nicht viel. Das kann man auch ausdehnen auf alle städtischen Grünflächen, wie zum Beispiel an den Schulen.

3. Viele Straßenlaternen haben das Potenzial, in eine Ladestation für E-Autos umgewandelt zu werden. Bei ausreichender Infrastruktur zum Laden von E-Autos steigt vielleicht deren Akzeptanz. Dieter Knepper

8

Bessere Verkehrsführung. Von Ost nach West hat man immer „Rote Welle“ und steht an jeder Ampel. Und das selbst bei völlig banalen Kreuzungen. Wenn man an der Kreuzung Neue Bahnhofstraße/Schwarzer Weg steht, steht man auch nochmals an der Union-straße oder Viktoriastraße 50 Meter weiter. Des Weiteren werden kaum Ampeln spät abends abgeschaltet. Abbremsen und neu anfahren verbrät unnötig Sprit. Es gibt nicht eine Ampel in Hamm, die nachts an sein muss. Der Verkehr ist auch ohne geregelt. Ampeln sind nur dann nötig, wenn so viel Verkehr ist, dass eine Fahrtrichtung nicht mehr durchkommt. Das ist nachts nicht gegeben.

Viele Ampeln sind auch nicht bedarfsgerecht geschaltet und haben noch feste Zyklen. Antik. Fast alle haben die Kontaktschleife viel zu nah vor der Ampel. Das Auto steht also, bevor es Grün bekommt. Das geht auch anders.

Fußgängerampeln sollten immer nur bei Bedarf an sein. Man wird als Fußgänger gezwungen, die Ampel zu drücken, da man sonst über eine rote Ampel geht und sich strafbar macht. Das ist aber völlig unnötig, wenn die Straße leer ist. Auch bei wenig Verkehr kann man einfach kurz warten. Benjamin

9

Ressourcen (Wald, Energie) schonen und zusätzlich Müll vermeiden, indem Anzeigenblätter inklusive Werbebeilagen nur noch an Haushalte verteilt werden, die dem Empfang ausdrücklich zugestimmt haben. Frank Mattern

10

Die Stadt sollte sofort die elenden Laubbläser mit Zweitaktmotor außer Betrieb nehmen. Ein Mitarbeiter geht mit diesem Ding spazieren und trocknet den Bürgersteig und der andere trägt den Kanister mit dem Gemisch hinterher. Einfach nur lächerlich! Kommentar WA.de

Erste Schritte zu einem nachhaltigen Lebensstil

11

Ihr könntet dem Beispiel der Stadt Dortmund folgen und die Zahl der Osterfeuer reduzieren. Seit der Osterfeuer-Verordnung aus dem Jahr 2012 ist in Dortmund die Zahl der Osterfeuer von mehr als 100 auf 20–25 zurückgegangen (zum Vergleich: In Hamm sind es pro Jahr etwa 80 – bei erheblich geringerer Einwohnerzahl), ohne dass irgendjemandem nun wirklich etwas fehlen würde. Die größten Feuer sind natürlich meistenteils geblieben, aber bei den vielen kleinen summiert sich ja auch einiges. Kommentar WA.de

12

Als erstes die illegalen Stadtautorennen verbieten und denen die Autos wegnehmen. Kommentar WA.de

13

Zur Verbesserung des Innenstadtklimas werden kurzfristig die Dächer der Bushaltestellen entlang der verkehrsreichen Straßen begrünt und so in Mini-Wiesen verwandelt. Vorteile: Die begrünten Dächer filtern Feinstaub aus der Luft, speichern Regenwasser, spenden an heißen Tagen etwas Abkühlung, was angesichts von mehr Hitzewellen im Zuge des Klimawandels gerade in Innenstädten sehr wichtig ist und tragen zur Reduzierung von CO2 und NOX bei (Beispiele: Utrecht, Neuss, Bremen, Wien).

Zur Finanzierung verzichtet die Stadt Hamm ab sofort auf die Fortführung der Sommerpflanzaktion an Straßenlaternen und öffentlichen Gebäuden. Für diese ökologisch und ökonomisch völlig unsinnige Maßnahme werden jährlich 90.000 Euro an Steuergeldern ausgegeben. Dieter Kohlen

14

Feuerwerke (Stunikenmarkt) in einer Stadt, die den Klimanotstand ausrief. Chapeau, genau mein Humor! Kommentar WA.de

15

Wie es geht, kann man sehr gut bei unserer Hammer Eis eG besichtigen. Seit Übernahme der Eishalle haben wir die komplette Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technik vorgenommen. Durch Wärmerückgewinnung von Motoren und Kompressoren für die Heizung und zu guter Letzt eine große Photovoltaik mit 100.000 KWh Leistung konnten wir den Energieverbrauch um fast 50 Prozent reduzieren. Dazu sparen wir bis zu zwei Millionen Liter Trinkwasser pro Jahr ein, indem wir einen Kühlkreislauf geschlossen haben.

Wenn wir in fünf Jahren mit allen Maßnahmen durch sind, werden wir CO2-neutral sein und dadurch sehr wirtschaftlich arbeiten. Das alles ist ein Prozess über fast eine Dekade. Wir können nicht von heute auf morgen unsere Schlüssel- Industrien vernichten und dann naiv glauben, dass unser aller „Wohlstand“ so bleibt, wie er jetzt ist. Dazu muss Deutschland sein Know-How in die Welt bringen, damit diese unfassbaren Umweltvernichtungen in den armen Staaten beendet werden. Mit einem sinnvollen Plastikverbot sollten wir unmittelbar beginnen. Kohleausstieg wird schon umgesetzt. Anreize für Solarenergie und Alternative Wärmetechnik schaffen. Dann läuft es auch mit dem Klima. Werner Nimmert

16

Vielleicht sollte die Stadt keine Firmen aus Holland zum Blumengießen beauftragen, sondern ortsansässige Betriebe nehmen. Kommentar Facebook

17

Alle städtischen Mitarbeiter verzichten beim Weg zur Arbeit auf das Auto und nutzen ÖPNV oder das Fahrrad. Die städtischen Parkplätze, welche von den Mitarbeitern benutzt werden, könnte man zu Fahrradstellplätzen umnutzen. Den Rest renaturieren und begrünen. Harald Kundoch

18

Hamm ist es doch egal! Oder wie erklärt man es, dass Kitaplätze so verteilt werden, dass man durch die halbe Stadt fahren müsste, anstatt den Platz im eigenen Dorf zu bekommen? Jörg Kallerhoff

19

Neulich habe ich mir zweimal etwas in einem Schnellrestaurant bestellt. Das erste Essen habe ich dort verspeist. Die zweite Bestellung habe ich mitgenommen. Der Endpreis war gleich, aber der Mehrwertsteuersatz unterschiedlich. Bei dem Menü auf dem Tablett ist der Satz 19 Prozent und in der Tüte 7 Prozent. Man kann sich unschwer vorstellen, was die Fastfoodketten lieber verkaufen – das Essen zum Mitnehmen, denn der Endpreis ist ja gleich. 12 Prozent mehr Rohertrag, und Burger und Co. brauchen den Müll nicht zu entsorgen. Entweder wird er in die Landschaft geworfen oder bei viel Glück in einen Abfalleimer. Aber immer zahlt das Gemeinwesen die Reinigung.

Vorschlag: Städtische Gebührensatzung ändern und die 12 Prozent Mehrwertsteuer abgreifen und für die Reinigung von Wegen und Plätzen rund um die Mcs verwenden und für die Leerung der Abfallbehälter nutzen. Gerhard Kortenbruck

20

Wir denken, dass die Nutzung von Bussen in Hamm viel preisgünstiger gestaltet werden sollte, damit ein Anreiz geschaffen wird, das Auto stehen zu lassen. Auch sollte der Ausbau von Fahrradwegen, wie mehrfach vom ADFC vorgeschlagen, erfolgen. Auch ein Verbot von so genannten „Steingärten“ wäre sinnvoll, um Insekten den nötigen Lebensraum zu geben. Familie Frank

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare