Handballfeld statt Skateranlage in Werries

Idee vom ersten öffentlichen Outdoorhandballfeld der Stadt

Anna Neumann schlägt Outdoor-Handball-Feld neben Bolzplatz am Alter Uentroper Weg in Hamm Werries vor, als Mehrzweckplatz
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Nur für Fußballer oder bald auch für Handballer & Co.? Anna Neumann schlägt vor, statt einer Skateranlage ein Outdoorhandballfeld neben dem Bolzplatz am Alten Uentroper Weg zu errichten. Es sollte ein Mehrzweckplatz werden. Sie zeigt auf das Tor, wo auch ein Korb für Basketball angebracht werden könnte.

Bislang waren die Fußballer auf dem Bolzplatz am Alten Uentroper Weg unter sich. Das könnte sich ändern. Nach der Skaterinitiative haben jetzt auch Handballer das große Feld gegenüber der Maximilianschule für sich entdeckt.

Einige Handballer sehen Potenzial, zusätzlich Platz für eine weitere Sportart zu schaffen. Das Fußballfeld müsste dazu etwas versetzt werden, wie bei einer neuen Skateranlage. Dazu lieferte eine Gruppe Skatern im Frühjahr einen Vorschlag. Wenn es nach aber nach den Handballern geht, soll dort das erste öffentliche Outdoorhandballfeld in Hamm entstehen. Bislang sind beides, Skateranlage und Handballfeld, nur Vorschläge. Die so genannten Bürgeranregungen liegen jetzt bei der Stadtverwaltung und werden geprüft. Die SPD hat jüngst noch zur Unterstützung der Skater aufgerufen. (Lesen Sie auch: Echte Chance für neuen Skaterpark in Werries.)

In jungen Jahren hat Anna Neumann gern Handball gespielt, „beim ASV“, wie sie sagt. Als die heute 29-Jährige gerade wieder anfangen wollte, bremste die Corona-Krise sie erst einmal aus. Mittlerweile hat sie zwar sportlich wieder Fuß gefasst, aber die fehlenden Möglichkeiten, einfach mal so Handball zu spielen, sind geblieben.

Die Idee von einem Outdoorhandballfeld hat sie schon früher gehabt. Aber sie habe sich nicht getraut, sie öffentlich zu machen, sagt sie. Als sie von der Skaterinitiative erfuhr und ihrem Vorschlag eines Skater- und Bewegungsparks in Werries, habe sich das geändert und sie habe sich gedacht: Warum kein Handballfeld? „Corona hat gezeigt, wie wichtig so ein Spielfeld ist“, sagt sie mit Verweis auf geschlossene Hallen. „In Hamm hat man als Handballer keine Möglichkeit, sich nach der Arbeit oder außerhalb der Trainingszeiten und eines Vereins mal mit Freunden zu treffen, um zu spielen.“ Es gebe kein öffentlich zugängliches Handballfeld in der Stadt.

Ein Multifunktionsfeld in Werries

Für den Vorschlag einer neuen Skater-Anlage in Werries hat sie Verständnis. Für Skater gebe es aber dagegen mehrere Möglichkeiten in der Stadt. Die benachbarte kleine Anlage im Funpark in Werries könne ihrer Meinung nach kostengünstig saniert und müsse nicht verlegt werden.

Anna Neumann verweist auf die im Vergleich zahlenmäßig stärkeren Gruppen von Handballern in der Stadt. Sportvereine wie der ASV und der HSC hätten mehrere Jugend-, Damen- und Herrenmannschaften. „Werden alle aktiven Mitglieder aller Vereine zusammengezählt, kommt eine beträchtliche Anzahl von potentiellen Nutzern des Feldes zustande“, sagt sie. „Darüber hinaus muss mit einer Dunkelziffer gerechnet werden, da es viele Handballbegeisterte gibt, die aus diversen Gründen keinem Verein angehören und somit überhaupt keine Möglichkeit haben, ihrem Hobby nachzugehen.“ Ein Outdoorfeld könne auch als Basketball- oder Multifunktionsfeld eine noch größere Sportlergruppe ansprechen.

Alternative Fläche am Stein-Gymnasium in Werries

Als Standort favorisiert die Werrieserin die Fläche am Alten Uentroper Weg. Als Alternative schlägt sie den Sportplatz am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium vor – jedoch nur, „wenn das Outdoorfeld auch dort öffentlich zugänglich und eine Nutzung nicht durch knapp bemessene Öffnungszeiten, gerade am Wochenende, eingeschränkt würde“. Mit ihrer Begeisterung für so ein Spielfeld sieht sich Neumann nicht allein. „Ich habe mit vielen anderen gesprochen. Die sind von der Idee begeistert“, sagt sie. Darunter seien auch Fußballer mit Interesse an einer sportlichen Abwechslung.

ASV Hamm-Westfalen unterstützt Idee

Mit ihrem Vorschlag zum Outdoorhandballfeld steht Anna Neumann nicht allein da. Sie habe viele positive Rückmeldungen erhalten, sagt sie, auch aus Vereinen. Einer der Unterstützer ist das Handball-Schwergewicht ASV Hamm-Westfalen. Der Verein hat die Bürgeranregung mitunterzeichnet. „Wir finden die Idee gut“, sagt ASV-Geschäftsführer Michael Heinlein. Im Vorstand sei das Thema diskutiert worden. Ein solches Feld würde vor allem Jugendlichen die Möglichkeit bieten, außerhalb eines Vereins Handball zu spielen. „Viele wollen nicht die Verpflichtung eingehen“, sagt er über eine Mitgliedschaft und feste Trainingszeiten.

Wie stark so ein Interesse ist? Er hält es aber für realistisch, dass so ein Feld entsprechend Zuspruch finden könnte. Dagegen hält er eine Skateranlage eher für etwas für „Spezialisten“.

Wie bei der Realschule Mark, nur öffentlich

Die Zielgruppe geht bei einem Spielfeld im Freien über die Handballer hinaus. Wie vorgeschlagen, soll es auch für Basketballer eingerichtet werden. Für Volleyballer könnten zudem Markierungen aufgetragen werden. Als Beispiel nennt Heinlein das Mehrzweckfeld auf dem neuen Sportplatz der Realschule Mark. Es ist allerdings nicht öffentlich – im Gegensatz zum vorgeschlagenen Outdoorfeld. „Das einzige Problem, was ich dabei sehe, ist, dass es schnell vermüllt werden könnte“, sagt er.

Erfahrungen mit einem öffentlichen Platz liegen bislang nicht vor. „So ein Feld würde uns aber sehr entgegenkommen“, sagt er. Allein der ASV mit seinen 15 Jugend-, drei Damen und sechs Herren-Mannschaften bietet viel Potenzial für Handballeinlagen außerhalb des Trainings. Ob aber auch die Profis die Arena verlassen würden, bleibt offen.

Outdoor „optimal“ in Corona-Zeiten

Ein Handballfeld im Freien wäre insbesondere in den heißen Sommermonaten eine Alternative zu den Hallen. „Die sind den Spielern manchmal nicht zuzumuten“, sagt der Geschäftsführer. Während der Corona-Zeit wäre so ein Feld eine gute Alternative. „Am Anfang der Pandemie haben wir versucht, auf Rasen und Asche zu spielen. Aber das war nicht möglich“, sagt der ASV-Geschäftsführer. „Ein Outdoorplatz wäre optimal.“

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