Kampfhunde-Anteil offiziell sehr gering

Satter Anstieg: Hammer Hunde-Boom hält an

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11.700 Hunde sind aktuell bei der Stadt Hamm gemeldet.

Hamm – Der Hunde-Boom ist in Hamm ungebrochen. Die Zahl der angemeldeten Vierbeiner stieg seit dem Jahr 2010 um 25 Prozent. 11.700 Hundemarken sind im Umlauf.

10.500 Hammer Haushalte haben in diesen Tagen wieder Post von der Stadtverwaltung bekommen. Es sind die Hundesteuerbescheide für das Jahr 2019, die zum Januarende auf den Weg gebracht wurden. Etwa eine Million Euro werden so in diesem Jahr in die Stadtkasse gespült werden; die Sätze wurden seit dem 1. März 2010 nicht mehr geändert.

Die Steuer, so schreibt die Verwaltung auf ihrer Homepage, „soll dazu beitragen, die Zahl der Hunde zu begrenzen“. Das gelingt in der Realität allerdings nicht. Hamm gilt seit jeher als Hundehochburg, und die Zahl der Vierbeiner steigt konstant. Im Jahr 2010 waren 9400 Hunde bei der Stadt gemeldet, aktuell sind es nach Mitteilung aus dem Rathaus 11.700 – also ein Plus von 24 Prozent und wiederum 200 mehr noch als im Vorjahr.

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Der Hunde-Boom mag dabei auch mit der möglicherweise gewachsenen Steuerehrlichkeit der Halter zusammenhängen. Über eine Steuererhöhung denkt im Rathaus derzeit jedenfalls niemand nach, und auch das Thema „Hundezählung“, das vor einigen Jahren noch groß gehandelt wurde, ist vom Tisch.

Die Hundesteuer wird in Hamm grundsätzlich für jedermann erhoben. Auch wer Hartz IV oder Hilfen zum Lebensunterhalt erhält, muss zahlen. Ermäßigungen von 50 Prozent werden eingeräumt, entsprechende Anträge haben die Halter von 702 Hunden erfolgreich gestellt, so die Auskunft aus dem Rathaus.

 

Hundehaufen kommen Halter (auch) in Hamm teuer

Keine Ermäßigung gibt es für die Halter von Kampfhunden. Wer ein solches Tier besitzt, muss immer den vollen Satz bezahlen – und der liegt in Hamm um ein Mehrfaches über dem für herkömmliche Hunde (siehe Infos weiter unten).

Der Kampfhunde-Anteil ist in der Stadt derweil mit einer Quote von 0,5 Prozent verschwindend gering. 57 solcher Tiere sind bei der Verwaltung angemeldet und tragen eine Hundemarke – drei mehr als im Vorjahr.

Gefährliche Übergriffe sind seit Jahren in der Stadt nicht mehr bekannt geworden. Dennoch sind – gerade was Kampfhunde betrifft – die Sorgen im Wohnumfeld der Halter bisweilen groß. Etwa zehn Beschwerden, so die Auskunft der Verwaltung auf Anfrage, gehen jährlich beim Kommunalen Ordnungsdienst ein – sei es, weil Hunde angeblich illegal gehalten werden oder weil die Tiere etwa keinen Maulkorb und keine Leine tragen.

Den Beschwerden werde diskret nachgegangen, die Namen der Beschwerdeführer würden den betreffenden Hundehaltern nicht mitgeteilt, erklärte ein Verwaltungssprecher. Bestätigten sich die Verdachte, werde als letztes Mittel das Tier eingezogen. Das geschehe zwei-, dreimal pro Jahr.

Linke radikal: Hundesteuer komplett abschaffen

 

So teuer ist die Steuer:

90 Euro Hundesteuer pro Jahr zahlt in Hamm, wer einen einzelnen Hund besitzt. Wer zwei Vierbeiner sein eigen nennt, ist mit jeweils 124 Euro dabei.

Diejenigen, die Kampfhunde halten, müssen erheblich tiefer in die Tasche greifen. 696 Euro werden in Hamm für einen gefährlichen Hund fällig. Hat man zwei oder mehr davon, sind es 864 Euro pro Tier.

Für Leistungsbezieher gibt es 50 Prozent Ermäßigung (nicht bei Kampfhunden).

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