Unsere Bezirkeserie „Was braucht...?“

Hundekot in Parks und auf Friedhöfen - ein Ärgernis in Bockum-Hövel

Hundekotbeutel gegen Hundehaufen (Bild entstand in Fellbach)
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Den Hundekot im Beutel verschwinden zu lassen und anschließend zu entsorgen, sollte selbstverständlich sein. Doch nicht alle Hundehalter halten sich daran.

Wenn es um die Sauberkeit im Stadtbezirk geht, taucht vor allem ein Thema immer wieder auf: Hunde und ihre Hinterlassenschaften. Braucht es mehr Mülleimer, sollten in bestimmten Bereichen Tütenspender bereit stehen? Diskutieren Sie mit (Formular im Artikel)!

Bockum-Hövel - Die Tretminen sind auf den Spielplätzen und der kleinsten Grünfläche zu finden, sogar auf Gräbern auf Bockum-Hövels Friedhöfen. Für Grab pflegende Angehörige und Erholung Suchende sind sie ein besonderes Ärgernis. Wer sich ein schönes Plätzchen auf der Wiese ausgesucht hat, läuft schon auf dem Weg dorthin Gefahr, in einen dieser stinkenden Haufen zu treten. Zum Sonnen hinlegen möchte man sich dann schon gar nicht mehr und die Kinder frei laufen lassen auch nicht.

Was denken Hundebesitzer selbst darüber? Welche Ideen haben sie, um die Situation zu verbessern?

Die Suche nach der Ursache: Ignoranz des Haustierhalters oder schlechte Rahmenbedingungen?

„Keiner tritt gerne in Hundekacke“, sagt Nicole Micke. Sie ist mit ihrer zweijährigen Leyla, einem sibirischen Husky, im Hallohpark unterwegs. Sie selbst ist natürlich auch schon hineingetreten, fand es eklig und hat sich darüber geärgert. Das Tütchen hat sie schnell zur Hand und bemängelt, dass es nirgendwo Tütenspender gebe. Das habe sie in vielen anderen Städten gesehen. Und warum werfen Hundebesitzer die vollen Tüten in die Landschaft und nicht in den Abfall? „Aus Faulheit oder Ignoranz“, meint sie.

„Das macht man nicht. Das will man ja auch nicht im Garten haben“, sagt Peter Walter, der mit seinem Maxi im Hallohpark spazieren geht. Tüten hat er natürlich dabei. Und Mülleimer gebe es im Hallohpark genug, sagt er. Sein Urteil über Hundebesitzer, die sich nicht um die Tretminen ihrer Vierbeiner kümmern: „Das ist eine Frage der Erziehung.“

Wenigstens drei unerzogene Herrchen oder Frauchen hatten ihre Spuren an diesem Tag im Hallohpark hinterlassen. Weit mehr müssen es auf dem Radbod-Gelände sein. Dort führt Sven Ranz seinen zweieinhalb Jahre alten Gizmo gerne aus und besteigt dabei auch die Halde. Beutel mit aufgesammelten Hundehaufen sieht er dort genügend: „Die hängen da in den Büschen.“ Den Hundebesitzern sei es wohl zu eklig, sie die ganze Wegstrecke zurückzutragen, glaubt er. Auch er findet es eklig, wenn Hunde überall hinmachen und die Besitzer es nicht beseitigen. Auf die Frage, ober er denn Beutel dabei habe, fasst er ohne Zögern in die Tasche. Er sagt, das Hauptproblem seien die fehlenden Mülleimer.

Es fehlen Mülleimer und Beutelspender: Das sagen Sven Ranz (links, mit Gizmo auf dem Radbod-Gelände) und Nicole Micke (rechts, mit Leyla im Hallohpark).

Iris Schiebener findet, dass die Auslauffläche für Hunde auf dem Radbodgelände viel zu klein ist. Deshalb geht sie mit ihrem zehn Monate alten Malinois Leo andere Wege. „Wer will denn immer nur im Kreis laufen?“, fragt sie. Natürlich hält auch sie nichts von liegen gebliebenen Hundehaufen. Nicht nur, weil man dort hineintreten kann, sondern auch, weil sie die Wiese kaputt machen. Zudem vermisst sie Mülleimer, auf dem Radbodgelände, aber auch an Kanal und Lippe und überall dort, wo eine Bank steht. Ungefragt zeigt sie ihre Tüten vor und beklagt, dass es keine Tütenspender gebe.

Das Phänomen der „Corona-Hunde“

Auch Andrea Dröppelmann ist häufig mit ihren drei Dalmatinern auf dem Radbod-Gelände unterwegs. Ihre persönliche Lösung des Problems: „Meine Hunde gehen erst in den Garten. Erst dann gehen wir los. Ich kann ja auch einmal krank sein.“

Für den Fall der Fälle hat sie dennoch Tüten dabei, denn Liegenlassen findet auch sie nicht in Ordnung. Und ihr sind in jüngster Zeit die „Corona-Hunde“ aufgefallen. Die seien im Lockdown angeschafft worden und jetzt bemerkten die Leute, dass sie keine Zeit hätten, sie zu erziehen. Dröppelmann bemängelt zudem fehlende Mülleimer. Nicht einmal auf dem Hundeauslaufplatz gebe es einen. „Wer trägt denn das Tütchen ein, zwei Stunden mit sich rum, wenn er mit dem Hund spazieren geht?“, fragt sie. Und Tütenspender hat sie noch nirgendwo in Bockum-Hövel gesehen.

Auch wilde Müllkippen sind ein Ärgernis im Bezirk

Schließlich legt sie den Finger noch in eine andere Wunde: Die Halde sei auch Feierzone und der einzige Mülleimer am Eingang sei oft übervoll mit Pizzakartons und ähnlichem. Zudem werde er hin und wieder aus der Verankerung gerissen. Müll - das ist das nächste Problem.

Wie Stadtsprecher Tobias Köbberling auf Anfrage mitteilt, wurden in Bockum-Hövel in diesem Jahr 120 wilde Müllkippen gemeldet und entsorgt. Etwa zur Hälfte sei das Hausmüll und zu einem Drittel Sperrmüll gewesen. Der Rest entfalle hauptsächlich auf Bauabfälle und Autoteile. „Sondermüll kommt zum Glück relativ selten vor – es gab drei wilde Müllkippen“, teilt Köbberling mit. Bei dieser Aufzählung seien allerdings nicht die wilden Kippen aufgeführt, die die Teams direkt vor Ort – ohne Meldung von Bürgerinnen und Bürgern – im Rahmen ihrer sonstigen Arbeit entdeckt und entfernt hätten. Über diese werde keine Statistik geführt.

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Mehr zum Thema lesen Sie in der Print-Ausgabe des Westfälischen Anzeigers vom 29. Juli. Der Schwerpunkt „Ordnung und Sauberkeit“ bildet den Abschluss unserer Serie „Was braucht Bockum-Hövel?“.

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