Tierasyl fängt verängstigtes Tier auf

Junger Rüde Jambo an Hammer Friedhofsbaum anonym "entsorgt"

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Sharon Wyes vom Tierasyl ist die einzige, die „Jambo“ derzeit in seine Nähe lässt. (Ein Klick rechts oben ins Bild zeigt das komplette Motiv.)

Hamm – Im Tierasyl haben sie ihn „Jambo“ getauft. Seine Hundeeltern wollten ihn nicht mehr und haben ihn anonym „entsorgt“. Mitte vergangener Woche haben sie den jungen Rüden am Dasbecker Friedhof in Heessen an einen Baum gebunden und sind davongefahren...

Heißer Sommer, eiskalte Herzen: Wenn die Ferienzeit naht, haben Schweinereien wie diese allerorts Hochkonjunktur. Ein Passant war es, der „Jambo“ am Heessener Waldrand entdeckte und die Polizei verständigte. Das Jungtier, etwa ein Jahr alt, hatte zwar eine relativ lange Laufleine um, war aber in seiner Panik schon mehrfach um den Baum gelaufen und nicht mehr wirklich bewegungsfähig.

Die Polizei wiederum schaltete das städtische Tierasyl ein. Dessen Mitarbeiterin Sharon Wyes befreite den Hund aus seiner misslichen Lage. „Er war total verängstigt, aber noch nicht vollkommen ausgemergelt. Allzu lange wird er nicht an den Baum gefesselt gewesen sein“, sagte Stadtsprecher Lukas Huster.

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Vertrauen nur zur Retterin 

Seit jenem Tag ist der junge Rüde nun im Tierasyl am Tierpark untergebracht. Es werde noch einige Wochen dauern, bis die Untersuchungen abgeschlossen seien und er in die Vermittlung gegeben werden kann, hieß es weiter aus dem Rathaus. Derzeit lasse das Tier nur seine „Retterin“ an sich heran. Wer die ursprünglichen Halter sind, sei unbekannt. Das Tier habe keine Marke getragen und sei auch nicht gechipt gewesen.

Hunde aus dem Tierheim nach Hause bringen

Tatsächlich nur noch ganz selten

Lange Zeit war eine solche Geschichte in Hamm nicht mehr bekannt geworden. „Das passiert tatsächlich nur noch ganz selten. Vielleicht ein-, zweimal im Jahr“, heißt es aus dem Hammer Rathaus. Vor etwa fünf Jahren war das noch anders. Da wurden nicht nur Hunde an Leitplanken und Bäume gebunden, sondern Meerschweinchen und Kaninchen (im Ebertpark) oder Goldfische und Schildkröten (in der Ahse) ausgesetzt.

Tierpension in Ferien belegt

Der Tierschutzverein am Gallberger Weg betreibt eine Tierpension. Hier können Haustiere von ihren Haltern in Verwahrung gegeben werden. Für die erste Ferienhälfte ist dort aber bereits alles ausgebucht. „Wir sind komplett belegt“, sagte eine Vereinssprecherin auf WA-Anfrage.

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