Forschungsprojekt für Hamm

Studenten beklagen schwache Onlinepräsenz lokaler Händler

+
Symbolbild

Hamm - Vor allem die inhabergeführten Läden in Hamm zeigen online kaum Präsenz. Das ist das wenig zeitgemäße Ergebnis eines Forschungsprojekts von Studenten der HSHL mit der Kernfrage „Online vs. Offline – Stirbt der lokale Handel durch das Internet?“.

Zum Ende eines jeden Semesters herrscht in den Hörsälen der Hochschulen gähnende Leere. Anders jüngst im Hörsaal Stadtwerke Hamm der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL). Neben den Studenten versammelten sich auch zahlreiche Einzelhändler aus Hamm. Denn das vierte Semester des Studiengangs Technisches Management und Marketing stellte die Ergebnisse seines Marktforschungsprojekts „Onlinepräsenz des Hammer Handels“ vor.

„Ich heiße Sie alle zu meiner Seminarabschlussveranstaltung herzlich willkommen“, begrüßte Prof. Dr. Uwe Kleinkes die Anwesenden und gab eine kurze Einführung in das Thema. „Digitalisierung in zehn Minuten. Das wird schwierig, aber das kriegen wir hin“, sagte er. Die Technologie habe oft zu tiefgreifenden Veränderungen geführt. Eins des besten Beispiele sei das Musikfestival „Rock am Ring“: „Früher haben die Leute mit ihren Feuerzeugen gewunken. Heute mit ihrem Smartphone.“ Alles laufe viel digitaler, nur noch über das Internet. Und neben Banken und Taxizentralen hätte vor allem der Einzelhandel mit dem Technologiewandel zu kämpfen.

Doch wie sieht es mit den Einzelhändlern in Hamm aus? Diese Frage haben sich in diesem Sommersemester 78 Studierende gestellt und ein Marktforschungsprojekt gestartet. Unter der Kernfrage „Online vs. Offline – Stirbt der lokale Handel durch das Internet?“ haben sie eine Prognose für die Hammer Innenstadt aufgestellt. Experten, mit denen sie gesprochen haben, waren sich einig: der Onlinehandel wird zunehmen. Für die Einzelhändler wird die Onlinepräsenz daher immer wichtiger. Und diese These wurde von den Ergebnissen der Umfrage mit Passanten in der Fußgängerzone und anderen Studierenden bestätigt.

Bei weiteren Untersuchungen im Rahmen des Praxisseminars wurde deutlich, dass gerade die inhabergeführten Läden in Hamm kaum Onlinepräsenz zeigen. „Wen es im Internet nicht gibt, der existiert nicht“, unterstrich auch Kleinkes die Untersuchungen seiner Studenten und appellierte an alle Einzelhändler: „Fangt an, vernetzt euch und stellt euch nicht tot.“ Das Fazit der Studenten für Hamm war eher negativ: Der Hammer Handel ist offline, und Experten befürchten eine negative Entwicklung, wenn die Händler nicht aktiv werden.

Doch genau an diesem Punkt muss angesetzt werden, befindet Christoph Dammermann von der Wirtschaftsförderung. Er leitete die Diskussion und stellte den Einzelhändlern Lösungsansätze vor. Stimmen aus dem Publikum machten deutlich, dass die Händler in Hamm etwas machen wollen. Eine gemeinsame Seite im Internet, auf der sich alle Händler vorstellen und die Besucher auf die jeweiligen Homepages weitergeleitet werden, war der Lösungsvorschlag, mit dem der Großteil der Anwesenden leben könnte. Ein Konzept, mit dem auch schon die „Online-City“ Wuppertal arbeitet.

Dammermann erhofft sich nun ein Feedback der Einzelhändler und lud diese für den 2. Juli erneut ein: „Heute wollen wir hören, was sie machen wollen. Und das wollen wir so schnell wie möglich in die Tat umsetzen.“ Nur so könne der lokale Handel in Hamm gerettet werden. - cd

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare