Aus Hamm in die Welt: HSHL-Absolventen berichten über ihren Werdegang

HSHL-Absolvent Jakob Feliks war für sein Unternehmen auch im Sonnenwärmekraftwerk Noor in Marokko. Es ist das erste von fünf geplanten Solarkraftwerken, die dort bis Ende 2020 errichtet werden sollen.
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HSHL-Absolvent Jakob Feliks war für sein Unternehmen auch im Sonnenwärmekraftwerk Noor in Marokko. Es ist das erste von fünf geplanten Solarkraftwerken, die dort bis Ende 2020 errichtet werden sollen.

Energietechnik und Ressourcenoptimierung (ETR) war der erste Studiengang, der an der Hochschule Hamm-Lippstadt in Hamm angeboten wurde. Jakob Feliks und Jana Hevendehl haben genau das studiert. Nun arbeiten sie mit E-Autos und Solarkraft.

VON MICHAEL IMBERG

Hamm – „Ich beschäftige mich mit aktuell wichtigen Problemen, die die Welt beschäftigen und bekomme hautnah mit, wie sich der Markt der Energie verändert und kann an solchen Prozessen mitwirken“, sagt Jakob Feliks, Projektingenieur bei der Stuttgarter Firma Fichtner. Die arbeitet weltweit an Energie- und Umweltprojekten – und der 26-jährige Plettenberger ist mittendrin.

Den Grundstein für seinen beruflichen Werdegang hat er in Hamm gelegt. Er studierte „Energietechnik und Ressourcenoptimierung“ an der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL). Das war der erste Studiengang, der an der Hochschule eingerichtet wurde. Feliks berichtet zusammen mit zwölf weiteren Absolventen auf der Homepage der HSHL für seinen Studiengang.

Netzwerke durch Hochschule

Auch seine Anstellung bei Fichtner hat Jakob Feliks seinem Studiengang zu verdanken. In dem gibt es ein verpflichtendes Praktikum. Dabei zeigte sich etwas, das viele HSHL-Studierenden schätzen – die gute Vernetzung ihrer Lehrenden mit der Praxis. So wusste der Professor des Plettenbergers, dass Fichtner einen Praktikanten suchte, und brachte Student und Unternehmen zusammen.

Das Praktikum funktionierte so gut, dass das Stuttgarter Unternehmen Feliks auch bei seiner Bachelor-Arbeit unterstützte. Während dieser Zeit war er Werkstudent bei Fichtner. Danach konnte er eine Festanstellung im Unternehmen antreten. Zurzeit ermöglicht sie ihm, eine Teilzeitstelle an seiner Masterarbeit zu arbeiten.

Regenerative Energien im Fokus

Als Projektingenieur ist er vor Corona-Zeiten viel unterwegs gewesen – so war er auch beim weltgrößten Solarturmkraftwerk in Marokko. Er erstellt Umwelt- und Energiekonzepte für Unternehmenskunden, berät sie in technischen Fragen, überwacht Baustellen und entwickelt Lösungskonzepte in Energiefragen. Regenerative Energien stehen dabei im Blickpunkt – eben auch Sonnenkraftwerke. Feliks ist bei Fichtner für die verfahrenstechnischen Analysen, Leistungs-Simulationen und wirtschaftliche Analysen von Kraftwerken zuständig.

„In meinem Tätigkeitsbereich sind die Grundlagen, die ich im Studiengang der Energietechnik gelernt habe, essenziell gewesen. Ich wusste ab dem ersten Moment, als ich bei Fichtner angefangen habe, exakt über die Prozesse, Vertragsstrukturen, sowie die technischen Grundlagen in Großprojekten Bescheid. Ich musste nicht extra angelernt werden und konnte direkt eingesetzt werden“, sagt Feliks über sein Studium.

Kombination aus Theorie und Praxis

Den Weg nach Hamm fand er übers Internet – und er zog im ersten Semester in die Lippestadt. Nach seiner Einschätzung sorgt die gute Vernetzung der Lehrenden dafür, dass die HSHL in der Wirtschaft zunehmend bekannter wird und ihre Absolventen gute Chancen auf dem Stellenmarkt haben.

„Der Studiengang ist – wie alle Studiengänge an der HSHL – sehr praxisbezogen. Durch Praktika, Rollenspiele in Gruppenarbeiten, Projektarbeiten bei Auftraggebern, praxiserfahrene Lehrkräfte und nicht zuletzt durch das Praxissemester gibt es durchgehend die Möglichkeit, die gelernte Theorie in die Praxis umzusetzen“, berichtet dazu Jana Hevendehl, die von Herbst 2013 bis Frühjahr 2017 ETR in Hamm studierte.

Jana Hevendehl arbeitet an Konzepten für E-Auto-Ladestationen.

200 E-Auto-Ladestationen

Die persönliche Atmosphäre an der HSHL und die Möglichkeit, sich über Lehrende und Kommilitonen ein Netzwerk zu schaffen, sieht sie als große Pluspunkte. Über ihre Zeit nach Hamm berichtet sie: „Ich habe meinen Masterabschluss im Studiengang ,Erneuerbare Energien’ an der TH Köln gemacht.

Ich bin bei einem Ingenieurdienstleister als Projektingenieurin angestellt und arbeite derzeit im Bereich Elektromobilität und Ladeinfrastruktur.“ So arbeitete sie bereits im Zuge ihrer Masterarbeit an einem Konzept für 200 E-Auto-Ladestationen in Köln.

Energiewende aktiv mitgestalten

Der Studiengang Energietechnik und Ressourcenoptimierung (ETR) war der erste Studiengang am Standort Hamm; er wird seit 2009 angeboten. Im Studiengang lernen die Studierenden zunächst die naturwissenschaftlichen Grundlagen, die nötig sind, um das heutige Energiesystem fundiert zu verstehen.

Ziel ist es in der Weiterführung auch, die Energiewende aktiv mitgestalten zu können. Abschluss ist der Bachelor of Engineering. Schulabgänger, die sich für den Studiengang interessieren und Fragen haben, können sich damit per E-Mail direkt an Professor Dr.-Ing. Olaf Goebel wenden. Die Adresse lautet olaf.goebel@hshl.de.

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