Bäder derzeit in städtischer Hand

Hammer SC hat Ideen für Übernahme des Freibads Süd

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Mit einem Dach könnte das Freibad Süd ganzjährig genutzt werden. Der HSC 08 kann sich das vorstellen, die Stadt nicht.

Hamm - Der Hammer Sportclub 08 zeigt sich offen für eine mögliche Übernahme des Freibades Süd. „Wir sind gesprächsbereit, werden von uns aus das Thema aber nicht mehr angehen“, sagte HSC-Geschäftsführer Kai Hegemann im Gespräch mit dem WA.

Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann erteilte der Überlegung eine klare Absage. „Das steht überhaupt nicht zur Debatte. Es gibt keine Diskussion“, stellte Hunsteger auf Anfrage klar.

Beide Freibäder werden, so der OB, in der Verantwortung der Stadtwerke Hamm bleiben. Ginge es nach Hegemann und Mitgliedern des Vereins würde das Freibad vom HSC betrieben – und zwar ganzjährig.

HSC-Geschäftsführer Kai Hegemann.

Den Vorschlag, das Mehrzweckbecken zu überdachen, habe er bereits gegenüber dem früheren Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Oppenheim gemacht. Ein Argument dabei: Die Schwimmabteilung des Vereins hat rund 1 500 Mitglieder, wenn die zwei- bis dreimal in der Woche das Bad nutzen, wäre die Auslastung schon viel höher als derzeit, so Hegemann.

Natürlich, so versichert der HSC-Geschäftsführer, könnten auch Nicht-Mitglieder das Bad weiter nutzen – allerdings müssten dann auch Schwimmkurse des Vereins mit in den Belegungsplan passen. Bei einer Halle in Leichtbauvariante rechnet Hegemann mit Kosten in einer Größenordnung von rund 300.000 Euro.

Er habe sich bislang allerdings nur grob Gedanken darüber gemacht. Natürlich müsste die Stadt bei dem Projekt mit im Boot bleiben, zum Beispiel ähnlich wie bei der Eishalle Zuschüsse zahlen. „Als Verein allein könnten wir das finanziell nicht stemmen“, sagt Hegemann und denkt dabei an eine Risikoabdeckung.

Hegemanns persönliche Meinung ist klar: „In der heutigen Zeit ist ein reiner Freibad-Betrieb nicht mehr durchführbar.“ Selbst im Rekordsommer 2003 mit mehr als 260.000 Besuchern schrieben die beiden Freibäder rote Zahlen, Jahr für Jahr beläuft sich das Defizit auf einen Millionen-Betrag.

So lange er im Amt ist, sagt der Oberbürgermeister, werde er am Bäderkompromiss der 1990er Jahre festhalten. „Die Freibäder sind bei den Stadtwerken gut aufgehoben.“ Hunsteger gibt dem Verein auch deshalb einen Korb, weil er keine Privatisierung durch die Hintertür will und in Spitzenzeiten Nutzungskollisionen fürchtet. „Die Freibäder sind offen für die ganze Bevölkerung.“

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