Salz und Pfeffer gibt’s aus der Tüte

In Hammer Hotels steigt Nachfrage nach Buffets – trotz der Auflagen

Guten Appetit: Im Mercure Hotel haben die Gäste beim Frühstücksbuffet mehr Platz als üblich.
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Guten Appetit: Im Mercure Hotel haben die Gäste beim Frühstücksbuffet mehr Platz als üblich.

Der Corona-Lockdown Mitte März hatte die Hotels schon schwer getroffen. Touristen durften über einen Zeitraum von acht Wochen keine Zimmer angeboten werden. Auch die hauseigenen Restaurants waren geschlossen. Langsam kehrt in den Hammer Hotels der Alltag wieder ein.

Hamm – Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, Tagungen – reihenweise wurden Saal- und Zimmerbuchungen wieder storniert. Seit dem 11.Mai gelten zwar diverse Lockerungen, trotzdem kommt die Branche nur langsam in Schwung.

Aktuell spüren Hammer Hoteliers einen leichten Aufschwung und – trotz der hygienebedingten Einschränkungen – auch eine stärkere Nachfrage von den Frühstücksbuffets in ihren Häusern. Wie kommt das Angebot bei den Gästen an. Wir haben uns im Mercure Hotel, auf Gut Kump und im Hotel Alte Mark umgehört.

Die Schutzmaßnahmen

In allen drei Hotels steht aktuell nur die Hälfte der üblichen Platzkapazitäten zur Verfügung. Im Mercure-Restaurant ist beispielsweise nur Platz für 60 Gäste. Größer sind Angebot und Nachfrage im Freien. Auf der Restaurant-Terrasse auf Gut Kump werden schon 70 Prozent der Plätze wieder genutzt. „Die Terrasse ist bei unseren Gästen sehr gefragt, weil sie dort an der frischen Luft sitzen können“, erklärt Hendrik Wilms-Schulze Kump von Gut Kump.

In den Restaurants gibt es ein Einbahnstraßensystem, sodass die Hotelgäste den Abstand wahren können. Desinfektionsmittelspender stehen an Ein- und Ausgängen und am Buffet. Jeder Hotelgast muss sich vor dem Gang zum Buffet die Hände desinfizieren und einen Mund- und Nasenschutz tragen – so schreibt es die aktuelle Corona-Schutzverordnung vor.

Im Hotel Alte Mark dürfen nur drei Personen gleichzeitig Speisen vom Buffet nehmen, damit die Gäste untereinander möglichst wenig Kontakt haben.

Das Müsli muss immer abdeckt sein.

Alle Speisen müssen abgedeckt oder mit einem Spuckschutz versehen sein. Handschuhe können Hotelgäste verwenden, „sind aber keine Pflicht“, erklärt Christine Fischbach, Veranstaltungsleitung des Mercure Hotels im Stadtzentrum. An der Kaffeemaschine ist Hygiene Trumpf. Hier bedient ein Hotel-Angestellter die Gäste, damit nur eine Person das Steuerungsdisplay des Geräts berührt.

Einmal pro Woche lassen sich die Mitarbeiter auf Gut Kump auf das Virus testen. „Vor allem bei Kontakt zu Fremden gibt uns Sicherheit“, erklärt Wilms-Schulze Kump. Zudem sind alle Mitarbeiter angehalten, sich alle 30 Minuten die Hände zu waschen und – natürlich – eine Maske zu tragen.

Das sagen Gäste

Elisabeth Schartner und ihre Kollegin Christina Raschke haben sich aus beruflichen Gründen in dieser Woche für vier Tage im 140 Zimmer großen Hotel Mercure einquartiert – und haben sich über das Angebot des Frühstücksbuffets sehr gefreut. „Wir haben uns vorher schon gefragt, ob es das Buffet geben wird oder ob wir auf dem Zimmer essen müssen“, so Schartner.

Die getroffenen Schutzvorkehrungen finden die beiden Frauen angemessen – und alles andere als abschreckend. Sie kannten das Hotel bereits vor Corona und haben nun kleine Veränderungen bemerkt. Etwa die Kellner, die an der Kaffeemaschine aushelfen, und das Einbahnstraßensystem.

Nicht alle Maßnahmen fallen Gästen auf

Nicht vermisst hatten die aus Paderborn angereisten Kolleginnen die Salz- und Pfefferstreuer auf den Tischen. „Es ist uns gar nicht aufgefallen, dass sie fehlen“, sagte Raschke. Die Gewürze sind nun in kleinen, portionierten Tüten direkt am Buffet erhältlich. An der Auswahl am Buffet habe sich nichts geändert.

Zunächst Bedenken hatte Hotelgast Iosif-Andrei Nagy-Schuld, als er vom Buffet im Mercure erfuhr: „Ich hatte befürchtet, dass zu viele Menschen im Raum sein würden, aber das ist nicht der Fall. Durch die Maßnahmen, wie das Tragen der Maske und die Einbahnstraße, kann ich den Abstand zu anderen wahren und ich fühle mich sicher.“

Die Hotelgäste freuen sich über das angebotene Frühstücksbuffet. Wem das zu heikel ist, der darf im Mercure sein Frühstück mit aufs Zimmer nehmen.

So geht’s den Hotels

Auf Gut Kump gebe es zwar wieder vermehrt Anfragen, Absagen gebe es aber weiterhin auch noch. Hendrik Wilms-Schulze Kump berichtet auch von einer wenig erfreulichen Kuriosität: So hätten Belgier 20 Übernachtungen storniert, weil sie davon ausgingen, dass Hamm ein Risikogebiet sei. Überhaupt: Wegen dem Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh hätten auswärtige Interessierte Respekt davor, nach Hamm zu fahren, so Wilms-Schulze Kump.

Tagungen fänden aktuell nicht statt, dafür liefe das A-la-carte-Geschäft wieder gut an. Die meisten Gäste fragten nach Tischen auf der Terrasse. Das sei aber auch sehr wetterabhängig. „Wir entscheiden jede Woche neu über die Öffnungszeiten des Restaurants“, erklärt Wilms-Schulze Kump. Bei schlechtem Wetter komme es vor, dass gar nicht erst geöffnet werde.

Der Mundschutz ist Pflicht und die Kaffeemaschine wird nur vom Personal bedient.

Hotels erholen sich langsam

Das Hotel Alte Mark verfügt über 32 Zimmer, die laut Geschäftsführer Frederik Corall zu circa 70 Prozent belegt sind. „Da wir zum größten Teil Geschäftsleute aus Deutschland bei uns haben, regeneriert sich das Hotel ganz gut“, so Corall. Aktuell sei ein Anstieg an Fahrradtouristen spürbar. Was weiterhin ausbleibe, seien die Gäste, die infolge von Hochzeiten oder anderen Familienfeiern im Hotel übernachten.

Dass kürzlich spontan eine Tagungsgruppe von 100 Teilnehmern für gleich einen ganzen Monat Zimmer gebucht hatte, sei für das Mercure Hotel großes Glück gewesen, so Christine Fischbach. Die Anzahl der Hotelgäste schwanke jedoch noch immer. Problematischer sei, dass in der Corona-Schutzverordnung frei interpretiert werden könne, wie die Vorgaben für Tische im Speisesaal auszusehen hätten.

Die gute Nachricht

Seit Mittwoch, dem 15.Juli dürfen laut Corona-Schutzverordnung in NRW wieder größere private Feste gefeiert werden. Feiern aus besonderem Anlass wie Hochzeiten, Taufen und Geburtstage dürfen von bis zu 150 Gäste besucht werden. Das sind drei mal so viele wie bisher. Damit könnten sich die Hotelzimmer noch mehr füllen.

Buffets in Zeiten von Corona

Erst seit dem 16.Mai sind gemäß entsprechender Corona-Schutzverordnung Buffets in Restaurants und Hotels unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen wieder erlaubt. Dabei sind alle Gäste verpflichtet, sich vor jedem Gang zum Buffet die Hände zu desinfizieren und einen Mund- und Nasenschutz zu tragen.

Die Speisen sollten mit Abdeckungen – etwa einem Spuckschutz – versehen sein. Die Kontaktdaten der Gäste müssen für eine spätere Nachverfolgung möglicher Infektionsketten festgehalten werden.

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