Leitfaden für Hygiene und Sicherheit

Hammer Häuser freuen sich über Freizeit-Reisende: Hotelgewerbe läuft langsam wieder an

Frederik Corall von der „Alten Mark“ in der neuen Rezeption. Er freut sich über steigende Buchungen.
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Frederik Corall von der „Alten Mark“ in der neuen Rezeption. Er freut sich über steigende Buchungen.

Nach gut zwei Monaten des Lock-downs dürfen nun nicht mehr nur geschäftsreisende Gäste empfangen werden, sondern auch alle anderen Gäste – unter Hygiene- und Sicherheitsauflagen versteht sich.

Hamm – „Natürlich brenne ich darauf, dass es endlich wieder richtig los geht – unsere Kassen sind leer“, sagt Volker Kröner vom „Hotel Herzog“ am Caldenhofer Weg.

Denn Geschäftsreisende alleine reichen längst nicht aus, um den (wirtschaftlichen) Betrieb des Hotels dauerhaft am Laufen zu halten. „Es läuft aber wieder an“, sagt Inhaber Kröner und zeigt sich vorsichtig optimistisch.

Rad-Touristen bleiben fern

Dabei rechnet er zumindest in nächster Zeit nicht damit, dass eine wichtige Zielgruppe im Hotel einchecken wird. „Der Fahrradtourismus ist komplett zum Erliegen gekommen“, so Kröner. Denn war Hamm bis zur Coronakrise bei Radfahrern als Zwischenstation sehr beliebt, macht das Kontaktverbot von Menschen aus mehr als zwei Haushalten allen größeren Gruppen-Radtouren einen Strich durch die Rechnung.

Dazu komme, dass es sich bei den Mehrtages-Radlern oft um „Best Ager“, handle, die zur Coronarisikogruppe gehören und schon von sich aus verzichten, erklärt Kröner. Er ist froh, dass er zumindest niemanden aus seinem Personal – das zurzeit in Kurzarbeit ist – entlassen musste.

Nicht nur Hotels sind hart getroffen

Doch nicht nur die Hotellerie ist stark getroffen. Hart erwischt hat es auch das Gastronomiegewerbe. Dabei gibt es in Hamm einige Betriebe, die sowohl Hotel als auch Restaurant in einem betreiben und doppelt ums wirtschaftliche Überleben kämpfen müssen.

Eines dieser Häuser ist das Hotel und Restaurant „Alte Mark“ an der Alten Soester Straße. Umso mehr freut sich Geschäftsführer Frederik Corall, schon jetzt etliche Buchungen zu haben – und zwar nicht nur von Geschäftsreisenden. Unter den Gästen in nächster Zeit seien Studenten, die ihr Examen in Hamm schreiben, aber auch Radtouristen – wenn auch nicht in großen Gruppen wie sonst. Ziel der Kleingruppen mit maximal zwei Paaren sei unter anderem die Römer-Lippe-Route, erklärt Corall.

Betrieb fast ohne Einschränkungen für Gäste

„Für den Gast ändert sich nicht viel“, so der Geschäftsführer des Familienbetriebs, der im April nur zehn Prozent des normalen Umsatzes verbuchte. Die Auflagen betreffen eher das Personal, das sich nun verstärkt um die Desinfektion der 32 Zimmer kümmert. Sogar die Schlüssel würden desinfiziert, erklärt Corall.

Neben der Oberflächendesinfektion, Schutzmasken für die Zimmermädchen und Desinfektionsmittelspendern für die Gäste gebe es noch eine andere Veränderung: Denn das Frühstücksbüffet ist nun anders organisiert. „Dafür gibt es jetzt eine Frühstücksfrau.“ Heißt: Der Gast sucht sich etwas vom Büffet aus und bekommt es von der Servicekraft auf den Teller gelegt.

Besucherzahlen sind bisher niedrig

Die vergangenen Wochen nutzten Frederik Corall und sein Personal, das teilweise in Kurzarbeit ist, für Verschönerungen. So ist etwa die Rezeption des Drei-Sterne-Hauses neugestaltet worden.

Unterdessen ist das Restaurant – dieses ist für alle offen und nicht nur für Hotelgäste – schon seit einigen Tagen wieder geöffnet. Durch die Abstandsregelungen könnten dennoch bis zu 100 Gäste Platz nehmen. „Noch ist es verhalten“, stellt Corall fest, ist aber positiv gestimmt. „Wir hoffen auf tolles Wetter“, sagt er und hofft darauf, im Außenbereich bald wieder Biergartenatmosphäre bieten zu können.

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