Familienunternehmen nutzt Krisenzeit für Investition

Hotel Alte Mark hat große Pläne in Corona-Zeiten

Hamm-Mark mit Pankratiuskirche, Hotel-Restaurant Alte Mark, Sportplatz VfL Mark an der Realschule Mark
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Im Herzen der historischen Mark: Das Hotel-Restaurant Alte Mark (rechts der Pankratiuskirche) wächst. Hinter dem Gästehaus „Altes Pastorat“ (links, Mitte) entsteht ein weiteres Gästehaus samt Seminarräumen. Als Ausgleichsmaßnahme wird eine Zier- und Nutzholzwiese (links unten) neben dem Sportplatz angelegt.

Die Küche muss im Restaurant der Alten Mark weiter kalt bleiben – Corona-bedingt. Dagegen läuft sich die Familie Corall im Hintergrund warm. Sie bereitet den Baustart für ihr neues Gäste- und Seminarhaus vor.

Mark – Die Krise zwingt ganze Wirtschaftszweige wie Restaurant- und Hotelbetriebe sprichwörtlich in die Knie und das für so manchen mit unsicherer Zukunft. Die Hoffnung ist jedoch: Die Situation wird sich in einigen Monaten deutlich bessern. Darauf setzen die Coralls. Sie nutzen die Zwischenzeit, um mit der Erweiterung an der Alten Soester Straße ihr „Durchstarten“ vorzubereiten, wie es Geschäftsführer Frederik Corall sagt.

Im vergangenen Monat vollendete der Stadtrat mit dem Beschluss des so genannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Hotel Alte Mark“ einen wichtigen formalen Schritt. Die nächsten dürften kürzer und einfacher werden. Voraussichtlich im Februar wird der Bauantrag gestellt. „Wir hoffen, dass wir spätestens im April loslegen können“, sagt der Geschäftsführer. Er geht von einer Bauzeit von „mindestens einem Jahr“ aus. Eröffnung könnte demnach im Frühjahr 2022 sein.

Wie hoch die Investition ist, möchte die Familie gern für sich behalten. Sie macht aber deutlich, dass es galt, die Risiken in unsicherer Zeit genau abzuwägen. „Ich habe aber keine Existenzängste“, sagt Frederik Corall, der den Restaurant- und Hotelbetrieb mit seiner Frau Elisabeth als nächste Generation in die Zukunft führt. Die meisten der insgesamt 27 Mitarbeiter sind derzeit in Kurzarbeit. Das Restaurant ist komplett heruntergefahren. Die Familie und die drei Auszubildenden halten den noch verbliebenen Hotelbetrieb aufrecht – die Azubis, weil für sie wegen der Kurzarbeit kaum noch Geld übrig bleiben würde.

Derzeit nur Geschäftsreisende zu Gast

Zurzeit sind nur Geschäftsreisende zu Gast in der Alten Mark. „Das ist nur ein Drittel von denen, die sonst kommen“, sagt er. Reicht aber für eine Art Grundversorgung. Dank der Dezember-Hilfen des Bundes konnten die Gehälter der Beschäftigten zuletzt sogar auf „100 Prozent aufgestockt werden“. Weihnachtsgeld gab es auch. So gut kommen längst nicht alle Betriebe in dieser Zeit über die Runden.

„Trotzdem ist die Corona-Zeit eine unangenehme Situation, auch mit Blick auf das Bauprojekt“, sagt er. Etwa zwei Jahre ist es her, dass die Familie ihre Pläne der Öffentlichkeit vorstellte, später fand noch eine Bürgerinformation statt. Vorausgegangen waren Monate der Planung. „Wir haben viel investiert“, sagt er. Nach „langen Überlegungen“ sei er zu folgendem Ergebnis gekommen: „Strategisch ist es am sinnvollsten, das Projekt im Auge zu behalten.“

Gästehaus in der Mark wird zur Starthilfe

Die Strategie: Das neue Gästehaus wird zur Starthilfe, wenn es nach der Pandemie wieder losgehen kann. „Wir haben dann mehr Kapazitäten und sind besser aufgestellt, um uns nach der Krise zu erholen“, sagt er. Das passt zur eigentlichen Idee des neuen Gebäudes. Damit reagieren die Coralls auf die – vor Corona – gestiegene Nachfrage nach Seminarräumen mitsamt Übernachtungsmöglichkeiten. Gleichzeitig optimieren sie so über die gesamte Woche den Restaurantbetrieb, der bislang nur am Wochenende ausgelastet war.

Das neue Gäste- und Seminarhaus der „Alten Mark“ bietet 18 Doppelzimmer und drei kombinierbare Seminarräume. Die Inhaberfamilie zieht in die Dachgeschosswohnung ein. Ein weiterer Parkplatz entsteht mit Zufahrt von der Soester Straße. Er ist zur Entlastung der Verkehrssituation im Wohngebiet mit den vorhandenen Stellplätzen über eine Einbahnstraße mit Schranke verbunden. Mit dem neuen Gebäude wächst die Zahl der Hotelzimmer auf insgesamt 50. Vier neue Arbeitsplätze entstehen, davon ein Ausbildungsplatz. Derzeit hat das Familienunternehmen 27 Mitarbeiter (13,4 Stellen).

Ausgleichsfläche neben der Realschule und dem VfL Mark

Mit dem neuen Gästehaus setzt die Familie auch einen grünen Akzent. Der Bau auf der bisherigen Grünfläche an der Alten Soester Straße macht eine so genannte Ausgleichsfläche erforderlich. Sie ist vorgeschrieben. Anders als bei so manchen Ausgleichsmaßnahmen liegt sie in unmittelbarer Nähe. Zwischen Alter Soester Straße und Sportplatz des VfL Mark werden beidseits des Verbindungsweges Zier- und Nutzwiesen angelegt. Laut Umweltbericht bietet die Fläche 2 640 Quadratmeter. Unter der freien Grünfläche verläuft ein Kanal, weshalb sie ohnehin nicht anderweitig, etwa für Bauvorhaben, genutzt werden könnte.

Das Grundstück sei schon gekauft, sagt Corall. „Wir werden es auch pflegen.“ Einige Fragen sind allerdings noch offen: Wie intensiv soll und darf die Fläche gepflegt werden? Welche Obstsorten sollen angepflanzt werden? Und wer darf die Flächen noch nutzen? Corall denkt da etwa an eine Kooperation mit der Kindertageseinrichtung.

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