Die Stadt, die niemals schläft, schlummert nur noch

Hammer verlässt New York kurz vor Stillstand des öffentlichen Lebens

Weit und breit nichts los: Jan Homeyer und Freundin Kathi an einem Bahnhof in New York.
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Weit und breit nichts los: Jan Homeyer und Freundin Kathi an einem Bahnhof in New York.

Es sind gespenstische Bilder, die via Internet und Fernsehen aus Amerika nach Deutschland schwappen. Auch in den USA werden mittlerweile drastische Maßnahmen durchgesetzt, um die Ausbreitung des Coronavirus’ zu verhindern. Kurz bevor der sogenannte „Lockdown“ – also die Sperrung allen öffentlichen Lebens – die Stadt traf, hat der gebürtige Hammer Jan Homeyer New York verlassen. Er berichtet von einer Metropole im Ausnahmezustand.

Hamm/New York – „Wir dachten erst, dass es vielleicht nicht so schlimm wird“, sagt Homeyer, der mittlerweile in München lebt und mit seiner Freundin in New York Urlaub gemacht hat. „Dann hat nach und nach aber alles dicht gemacht. In der U-Bahn, wo sonst Millionen von Menschen unterwegs sind, saßen pro Wagen nur noch drei oder vier Menschen.“

Plötzlich schlummerte die Stadt, die eigentlich laut Liza Minnelli niemals schläft. Museen, Aussichtsplattformen, Cafés und Theater wurden geschlossen. Und auch der Flugplan wurde durch das Virus ordentlich durcheinander gewirbelt. „Das hatte zur Folge, dass unser Flug gestrichen wurde“, erklärt Homeyer.

Der Übernachtungsgastgeber des jungen Paares riet den beiden aber eindringlich, das Land zu verlassen. „Er wurde ein bisschen nervös, weil wir vorher so viel unterwegs waren und hat uns Handschuhe gekauft“, sagt Homeyer.

Ratlose Mitarbeiter der Fluggesellschaft

Nach diesem kleinen Wink klemmte er sich hinters Telefon und sprach lange nur mit ratlosen Mitarbeitern der Fluggesellschaft. Mehrere Stunden später riet ihm schließlich eine Flughafen-Mitarbeiterin aus München, einfach zum Terminal zu fahren und zu versuchen, ein Ticket zu ergattern. „Wir standen Ewigkeiten in der Schlange. Zum Glück sind wir da noch am Abend rausgekommen und früh am Dienstag in Deutschland gelandet“, sagt Homeyer. „Da zu bleiben war keine Option mehr. Wer weiß, wann wir aus New York ansonsten wieder heraus gekommen wären."

Bereits in der vergangenen Woche schilderte Homeyer seine Eindrücke, als sich das Virus in New York langsam ausbreitete.

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