Stadt Hamm stockt Personal weiter auf

Hohe Corona-Trefferquote nach Schnelltests - Das hat Konsequenzen

Rund 50 neue Fälle kommen nun schon seit einiger Zeit täglich in Hamm hinzu. Ein wesentlicher Faktor sind dabei die kostenlosen Schnelltests.

Hamm – In der Zeit vom 15. bis 21. April wurden in Hamm 463 Neuinfektionen registriert. 139 resultierten nach Mitteilung der Stadt aus positiven Schnelltests, die anschließend auch durch PCR-Tests „amtlich“ bestätigt wurden. Rund 30 Prozent des Infektionsgeschehens sei folglich wegen Schnelltests bekannt, meint die Stadtverwaltung. (News zum Coronavirus in Hamm)

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wäre ein Gutteil dieser Fälle erst spät oder gar nicht aufgefallen, denn die Betroffenen hatten bei der Testung keine Symptome. Wäre das der Fall gewesen, hätten sie erst gar keinen Schnelltest machen können/dürfen, sondern sich über ihren Arzt einer PCR-Testung unterziehen müssen. „Daher lässt sich durchaus sagen, dass die Schnelltests eine Auswirkung auf unsere gestiegene Inzidenz haben und sich die Dunkelziffer sicherlich dadurch verringert“, heißt es aus dem Rathaus.

Seit Beginn der kostenlosen Testungen (Mitte März) wurden insgesamt 38.000 Schnelltests in den Hammer Schnelltestzentren gemacht (Stand vom 20. April). Das sind bereits jetzt mehr als die PCR-Testungen, die im Lauf der gesamten Pandemie, also seit März 2020, an den Coronamobilen und an der Alfred-Fischer-Halle durchgeführt wurden.

Corona-Trefferquote nach Schnelltests in Hamm: Personal aufgestockt

Von diesen 38.000 Schnelltests seien 562 positiv gewesen, teilt die Stadt mit. Davon wiederum wurden 367 positiv durch PCR-Testungen bestätigt, 195 waren negativ. Der hohe Grad an falschen positiven Schnelltests könnte zum Beispiel damit zusammenhängen, dass die Getesteten zuvor Milchprodukte zu sich genommen hatten. Er sei aber kein Anlass, die Schnelltests als solche infrage zu stellen. Negative Schnelltests hätten eine hohe Verlässlichkeit.

Angesichts der rasant steigenden Fallzahlen wird das Personal für die Kontaktermittlung und Nachverfolgung aufgestockt. Wie die Verwaltung mitteilt, sind derzeit 215 Mitarbeiter im Corona-Einsatz. Dazu zählten unter anderem auch für Corona eingestellte Unterstützungskräfte, Bundeswehrpersonal, abgeordnetes Personal (zum Beispiel von der Generalstaatsanwaltschaft und dem OLG), RKI-Scouts und weitere. Die Bundeswehr sei bis auf Weiteres mit fünf Personen im Einsatz.

Auch die Bundeswehr hilft in Hamm weiter bei der Kontaktermittlung. (Archivbild vom Oktober 2020.)

Corona-Trefferquote nach Schnelltests in Hamm: So geht es weiter

Im Bereich der so genannten „Kontaktnachverfolgung“ seien aktuell mehr als 130 Personen beschäftigt. „Darin enthalten sind auch viele studentische Hilfskräfte, die wir in den vergangenen Wochen eingestellt haben und bei Bedarf weiterhin einstellen“, heißt es aus dem Rathaus. In den vergangenen Wochen seien umgehend verschiedene Maßnahmen ergriffen worden, um Personal aufzustocken.

Noch in dieser Woche würden zwei eingearbeitete Kräfte vom OLG Hamm zur Stadtverwaltung für die Dauer von zunächst sechs Wochen abgeordnet. Weiterhin sei die Einstellung von zehn „Containment-Scouts“ (Kontaktnachverfolger) über das Bundesverwaltungsamt in die Wege geleitet. Weitere Zuweisungen durch das RKI würden gerade noch abgestimmt. Außerdem würden kurzfristig diverse Stundenaufstockungen des Corona-Personals durchgeführt, um die Arbeitsspitzen auffangen zu können.

Rubriklistenbild: © Andreas Rother (Archiv)

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