Hickhack made in Düsseldorf?

Corona und Schulen: Herter beklagt „Höllenritt“ in Hamm

Fühlt sich oft im Regen stehen gelassen: Marc Herter, OB in Hamm.
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Fühlt sich oft im Regen stehen gelassen: Marc Herter, OB in Hamm. (Das Foto entstand Ende März bei einer Gedenkveranstanstaltung in Pelkum.)

Das Hü und Hott um die Schulen in Hamm hinterlässt nicht nur bei den Kindern, Eltern und Lehrkräften Spuren. Auch Oberbürgermeister Marc Herter ist hoch unglücklich mit der Pandemie-Politik.

Hamm - Am Freitagnachmittag zeigte das Inzidenz-Barometer in Hamm nur 0,5 Punkte unter der 200er-Grenze an. Dass die Zahlen weiter steigen würden, war allen klar. Dennoch konnte OB Herter wegen unklarer Ansagen aus Düsseldorf nicht einfach verfügen, dass die Schulen bei uns ab Montag geschlossen und die Schüler und Schülerinnen weiter auf Distanz bleiben sein sollen. Erst am Samstagabend gab es das erhoffte grüne Licht von verantwortlicher Seite beim Land. Planungssicherheit? Fehlanzeige. (News zum Coronavirus in Hamm)

Für das rund 30 Stunden dauernde Hickhack zuvor hat Herter „überhaupt kein Verständnis“. Die Kritik zielt klar in Richtung Düsseldorf und Berlin; seit längerer Zeit schon hielten nur Städte und Gemeinden „das Schiff noch einigermaßen gerade“, klagte Herter am Sonntagvormittag in einem Gespräch mit der Lippewelle. Und auch über die „Bundes-Notbremse“ werde inzwischen schon drei Wochen ergebnislos diskutiert.

Am Freitagabend hatte die Stadt Dortmund eine Sondergenehmigung dafür erreicht, ihre Schulen am Montag geschlossen zu halten. Daraufhin habe der Krisenstab der Stadt Hamm den ganzen Samstag über versucht, eine solche Regelung auch für Hamm zu erreichen - der Tag habe einem „Höllenritt“ geglichen, sagte Herter der Lippewelle. (Hier klicken für die entsprechende Allgemeinverfügung der Stadt.)

Hickhack um Schulen in Hamm: „Die schlimmste Vorstellung“

Doch weshalb war es den Hammer Verantwortlichen so wichtig, die Schulen am Montag geschlossen zu halten? Eigentlich ist das Land für Schulschließungen zuständig. Auf Basis der aktuellen Regelungen hätte Düsseldorf drei Tage lang die Hammer Zahlen geprüft und dann wohl Mitte der Woche eine Schulschließung verfügt, sagte Herter. Am Montag und Dienstag wären die Schüler in Hamm aber wieder in Präsenz unterrichtet worden. „Das wäre für die schlimmste Vorstellung gewesen“, sagte der OB am Sonntag im Radio-Interview.

Für viele andere Fragen sieht die Stadt sich nicht zuständig. So bleibt bis auf weiteres zum Beispiel offen, was mit den Kitas passiert (bislang verfügt die Coronaschutzverordnung die Fortsetzung des eingeschränkten Regelbetriebs - für Herter ein „Wertungswiderspruch“). Es bleibt unklar, ob weiter mit negativen Schnelltests eingekauft werden kann oder ob der Tierpark und der Maxipark tatsächlich weiter öffnen werden. Klar ist aktuell nur: Am Montag wird - außer an den Schulen - alles noch wie zuletzt gewohnt laufen.

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