Koloss aus Hamm

185 Tonnen Stahl unterwegs: Hammer Firma fertigt Riesenbauteile für Stahlwerk

Fa. Hoffmeier verschifft Teile für Thyssen-Krupp-Riesenkran nach Duisburg
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Leicht und bedächtig sieht es aus, wenn der Koloss in der Luft schwebt: Der gelbe Portalhubwagen kann bis zu 250 Tonnen heben. Die 185 Tonnen eines Riesenkran-„Puzzlestücks“ für ThyssenKrupp sind zwar ein Sonderfall in Sachen Größe und Gewicht, letztlich aber kein Problem für die Konstruktion von Hoffmeier Industrieanlagen in Uentrop. 

Und Hamm ist doch noch Industriestadt, allem Strukturwandel zum Trotz: Eine Hammer Firma hat nun gigantische Bauteile für ein Stahlwerk in Duisburg erstellt. Nun wurden die Riesenteile verschifft.

Uentrop – Ein Riese ist in Uentrop unterwegs: der etwa 13 Meter hohe und breite Straddle Carrier von Hoffmeier Industrieanlagen . Der strahlend gelbe Portalhubwagen kann 250 Tonnen heben und unter den „Armen“ tragen. Mit beeindruckender Leichtigkeit und erhabener Bedächtigkeit bewegte er am Donnerstag riesige Bauteile über das Werksgelände an der Kranstraße.

Superlative sind das Geschäft der Uentroper Firma Hoffmeier Industrieanlagen. Dabei war es diesmal auch für die Hammer Spezialisten von der „Dimension und vom Gewicht ein absoluter Sonderfall“, wie Gesamtprojektleiter Max Schulze Closter erklärt.

Fa. Hoffmeier verschifft Teile für Thyssen-Krupp-Riesenkran nach Duisburg

Fa. Hoffmeier verschifft Teile für Thyssen-Krupp-Riesenkran nach Duisburg
Fa. Hoffmeier verschifft Teile für Thyssen-Krupp-Riesenkran nach Duisburg
Fa. Hoffmeier verschifft Teile für Thyssen-Krupp-Riesenkran nach Duisburg
Fa. Hoffmeier verschifft Teile für Thyssen-Krupp-Riesenkran nach Duisburg
Fa. Hoffmeier verschifft Teile für Thyssen-Krupp-Riesenkran nach Duisburg

Mit ihren 185 Tonnen kommen die 30 mal 3,40 mal 2,50 Meter großen Querträger schon nah an die Grenze eines noch transportablen Bauteils heran. Das sind die Zahlen zu den zwei größten Bauteilen, die neben zwei kleineren, 145 Tonnen schweren Trägern und zwei sperrigen Nebenträgern auf das circa 90 Meter lange Schiff „MS Lehar“ geladen wurden. Noch am gleichen Tag legte es mit einer Gesamtladung von rund 680 Tonnen in Richtung Duisburg ab.

Riesenkran: Bauteile sind für Stahlwerk in Duisburg gedacht

Dort wartet der nächste Superlativ im größten Stahlwerk Europas. Die geschweißten Schwergewichte aus Hamm sind Teil von einem noch größeren Riesen. Das Unternehmen ThyssenKrupp erneuert in seinem Oxygenstahlwerk 2 in Duisburg einen Gießkran und benötigt dafür eine Kranbahnverlängerung, auf die der neue Kran zunächst gehoben wird, bevor er in die bestehende Halle hineinfahren kann. Mit seiner Hubkapazität von circa 400 Tonnen und seinem Eigengewicht von circa 800 Tonnen belastet der neue Kran die von Hoffmeier zu erstellende Kranbahnverlängerung.

Seit gut einem Jahr begleitet Schulze Closter als Gesamtprojektleiter die Maßnahme bei Hoffmeier von Beginn an. Seit vergangenem Mai haben die Fachkräfte von Hoffmeier in Tausenden Arbeitsstunden die vielen Bauteile nach Kundenanforderung gefertigt. Mehr als 800 Tonnen Bleche orderte der Industrieanlagenbauer dafür. Darunter sind Sonderanfertigungen. Blechstärken von sieben bis zwölf Zentimetern Stärke sind eben alles andere als normal. Für die Kräfte, die künftig auf die Kranbahnverlängerung wirken, sind sie aber erforderlich.

Hoffmeier montiert Riesenteile zu etwas noch Größerem

Hoffmeier liefert die großen Konstruktionsteile und montiert sie in Duisburg zu etwas noch Größerem. Dazu kommen die Schweißspezialisten zum Einsatz. Sie verbinden die aus Hamm gelieferten Teile unter anderem zu zwei rund 54 Meter langen Querträgern der etwa 30 Meter hohen Kranbahnverlängerung, auf der später der neue Gießkran seinen Betrieb aufnimmt. Die Brücke kommt noch oben drauf. Das macht jedoch ein anderes Unternehmen.

Für das Verladen am firmeneigenen Anleger benötigten die Mitarbeiter von morgens an bis zum frühen Nachmittag. Aus Sicherheitsgründen und wegen der beengten Verhältnisse im Schiffsladeraum werden die schwergewichtigen Teile nur im Schneckentempo transportiert. Beim Verladen ins Schiff mussten sie etwas bugsiert und diagonal gestellt werden, damit es keine Schlagseite gab. Auch wenn so ein Transport längst nicht alle Tage passiert, erweckten die Mitarbeiter den Eindruck der Routine.

Allein das Schweißen dauert zwei Wochen

Das Schiff wird am Samstagvormittag in Duisburg (NRW) erwartet. Dort hat Hoffmeier bereits begonnen, die Baustelle einzurichten. Auch dort wieder ein Superlativ: „Bei der späteren Zugmontage der vormontierten Bauteile setzen wir unter anderem einen 800 Tonnen Raupenkran ein“, sagt Schulze Closter.

Allein für das Schweißen der langen Bauteile auf der Baustelle sind zwei Wochen angesetzt. „Die Herausforderung besteht in den Riesendimensionen, den engen Toleranzen auf Maschinenbauniveau und der Montage unter laufendem Werksbetrieb“, sagt der Projektleiter. „Wir reden hier von wenigen Millimetern, die wir in 30 m Höhe einhalten müssen.“

Er schätzt, bis Ende Juli wird das Projekt abgeschlossen sein. Bis dahin werden noch weitere Teile von Uentrop nach Duisburg geliefert und die Montage fertiggestellt sein.

Die Firma Hoffmeier hatte zuletzt gesagt, dass sie gut durch die Coronakrise kommt. Der Betrieb sei nicht auf dem Niveau wie vor der Pandemie, laufe aber insgesamt gut.

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