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„Löwen“-Star Rubin Lind für Fake-Masche um Bitcoins missbraucht

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Von: Frank Lahme

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Gar nicht mega: Die Internetseite, auf der mit Rubin Lind für eine dubiose Bitcoin-Masche geworben wird.
Gar nicht mega: Die Internetseite, auf der mit Rubin Lind für eine dubiose Bitcoin-Masche geworben wird. © Wiemer

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Hamm – „Bitcoin-Era“ heißt die Zauber-App fürs Smartphone, mit der jeder Investor über Nacht zum Großverdiener werden und die ausgerechnet ein Hammer erfunden haben soll: Rubin Lind, ein 20-jähriger Jungunternehmer mit Sitz im Hamtec, der Mitte 2019 bei der „Vox“-Sendung „Die Höhle der Löwen“ bundesweit für Furore gesorgt hatte.

Auch die WA-Redaktion erreichte die Kunde von der eierlegenden Wollmilchsau-App. Aufgemacht als „Bild“-Artikel vom 1. Januar mit den Originalbildern und Zitaten aus Rubin Linds „Löwen“-Auftritt bei „Vox“. Nur: Das Ganze ist ein (ziemlich gut gemachter) Fake, und Rubin Lind hat gar nichts damit zu tun.

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„Das ist schon ziemlich mies. Mein Name und meine Geschichte werden verwendet, um eine Betrugsmasche durchzuziehen“, sagte der Jungunternehmer, der mit seiner Lern-App „Skills4School“ im „Vox“-Fernsehen ein Millionen-Publikum begeistert hatte und zu einem der bekanntesten Startups in Deutschland aufstieg.

Rubin Lind: „Das ist schon ziemlich mies."
Rubin Lind: „Das ist schon ziemlich mies." © Rother

Auch Lena Meyer-Landrut im Visier

Schon im Oktober 2019 sei die Masche mit ihm geritten worden, sagt Lind. Auch andere Prominente wie Lena Meyer-Landrut werden von den Betrügern als angebliche Fans von „Bitcoin-Era“ verwendet. Für Rubin Lind ist jetzt das Maß voll: Er ging zur Polizei und erstattete Anzeige. Hoffnung, dass man die Betrüger werde ermitteln können, sei ihm von den Beamten wenig bis gar nicht gemacht worden. Aber immerhin sei der Fall nun aktenkundig.

Wer sich auf die Masche einlässt und investiert, wird von seinem Geld nichts wiedersehen. Die Betrüger geben vor, dass mithilfe der App Handelsgeschäfte mit Kryptowährungen durchgeführt werden. Das Programm wähle den perfekten Zeitraum aus, um Bitcoin günstig zu kaufen und gewinnbringend wieder zu verkaufen, um den Gewinn zu maximieren. Die App erhebe eine Provision in Höhe von 2 Prozent auf die Gewinne, die ein Nutzer erzielt. Das sei die Haupteinkommensquelle für das Unternehmen – heißt es in dem gefälschten „Bild“-Artikel, der offenbar schnell die Runde macht.

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