Vermummt an den Schalter

Banken und Sparkassen nach Öffnung des Einzelhandels höher frequentiert

Kundengespräch in der Sparkasse: Der Betrieb in den Geschäftsstellen nimmt merklich zu.
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Kundengespräch in der Sparkasse: Der Betrieb in den Geschäftsstellen nimmt merklich zu.

Während sich die Politik mit Rettungsschirmen und Corona-Bonds beschäftigt, sorgen sich viele Menschen in der gegenwärtigen Situation um ihre eigenen Finanzen. Das spüren auch die Sparkasse Hamm und die Volksbank Hamm. Allein bei der Sparkasse haben über 200 Kunden beantragt, ihre Kreditzahlung in der Corona-Krise auszusetzen.

Hamm – Mit der Öffnung des Einzelhandels verzeichnen die Kreditinstitute zudem eine höhere Frequentierung. „Nachdem in den vergangenen Wochen deutlich weniger Kunden in unsere Geschäftsstellen gekommen sind, gibt es mit der beginnenden Öffnung des Einzelhandels wieder mehr Kundenverkehr“, sagt Philipp Schönenberg, Sprecher der Sparkasse Hamm.

Die Kunden seien sehr diszipliniert, die Abstände und die neue Maskenpflicht würden eingehalten. „Es sind vor allem ältere Kunden, die jetzt in unsere Geschäftsstellen kommen“, hat Burkhard Reher, Niederlassungsleiter der Volksbank Hamm festgestellt. Dabei haben viele Kunden in den vergangenen Wochen schon sehr viel auf die „Telefon-Geschäftsstellen“ oder das Online-Banking zurückgegriffen. „Das hat gut funktioniert“ resümiert Reher.

Volksbank trotz Schließung erreichbar

Die Volksbank hatte ihre Filialen zwar geschlossen, ansprechbar seien die Berater aber zu den Öffnungszeiten immer gewesen. „Vieles konnte bereits am Telefon geregelt werden, manchmal musste ein Beratungstermin unter Einhaltung der Hygienevorschriften vereinbart werden“, erinnert sich der Niederlassungsleiter.

Auch bei der Sparkasse wurden Telefonberatung und Online-Banking in den vergangenen Wochen verstärkt genutzt. Schönenberg: „Das Anrufaufkommen in unserer „Telefon-Geschäftsstelle“ ist seit dem 23. März um rund 40 Prozent gestiegen. Wir verzeichnen auch ein verstärktes Interesse am Online-Banking bei Kunden, die diesen Service bislang noch nicht genutzt haben, und sich jetzt dafür freischalten lassen.“

Vermehrt wurden in den vergangenen Wochen die Geheimnummern für das bargeldlose Bezahlen abgefragt. Viele Kunden hatten diese offensichtlich vergessen, da sie sonst ausschließlich mit Bargeld bezahlt hatten.

Viele Anfragen nach Krediten

Neben den „normalen“ Bankgeschäften sind beide Kreditunternehmen derzeit mit Kreditzusagen und der Bearbeitung von Überbrückungskrediten durch die KfW beschäftigt. Alleine bei der Sparkasse Hamm wurden im März Kredite in Höhe von 17,5 Millionen Euro neu zugesagt. Schönenberg: „Das sind rund 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Wir haben seit Beginn der Corona-Krise zahlreiche Gespräche mit den Hammer Unternehmen geführt und konnten häufig mit einer Änderung von Kreditlinien, Aussetzung von Zins- beziehungsweise Tilgungsleistungen oder Anträgen auf Förderdarlehen helfen“.

Eine Zahlpause könne helfen, finanzielle Engpässe zu überbrücken, die Verbrauchern durch die Corona-Krise entstehen. Allerdings müssten Kunden belegen, dass sie betroffen sind und ihren Verpflichtungen aus dem Kreditvertrag nicht nachkommen können, ohne ihren Lebensunterhalt oder den ihrer Familie zu gefährden.

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