Unverhofftes Wiedersehen auf der A17

Luxus-BMW aus Rhynern nach filmreifer Flucht zu Schrott gefahren

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Vom Luxus blieb auf der A17 jede Menge Schrott übrig.

[Update 15.10 Uhr] Er ist wieder da! Aber wie... Die Fahrt eines erst am frühen Dienstagmorgen in Rhynern geklauten BMW M5 X-Drive endete wenige Stunden später bei Dresden nach filmreifer Flucht schrottreif. Lesen Sie hier die ganze bemerkenswerte Geschichte.

Aber der Reihe nach: Zunächst unbekannte Diebe hatten den blauen Luxus-BMW mit Hammer Kennzeichen gegen 2.48 Uhr auf der Unnaer Straße entwendet. Der neuwertige Luxuswagen - Listenpreis ab 118.000 Euro! - war vor einem Haus zum Parken abgestellt.

Durch Motorgeräusche des Wagens aufmerksam geworden, konnte der Halter zum Tatzeitpunkt einen Mann erkennen, der etwa 1,75 Meter groß und mit einem dunklen Parka mit Kapuze bekleidet war. Nachdem sich der Eigentümer bemerkbar gemacht hatte, lief der neben dem hochmotorisierten Fahrzeug - über 600 PS - stehende Verdächtige zu Fuß vom Tatort in Richtung Werler Straße.

Der BMW wurde von einem weiteren Unbekannten zeitgleich in die gleiche Richtung bewegt. Dort verlor sich die Spur - zunächst...

Ganz gezielt in Rhynern geklaut

Der BMW ist offenbar ganz gezielt und nach einer akribischen Vorbereitungsphase gestohlen worden. Der Fahrer war zunächst auf der A4 in Richtung Polen unterwegs und etwa 500 Kilometer von Hamm entfernt bei Dresden einer Fahndungsgruppe von Bundes- und Landespolizei aufgefallen.

An dem Fahrzeug befanden sich niederländische Kennzeichen, bei denen es sich aber um Fälschungen handelte. Das wurde von den Beamten, die die Autobahnen rund um die Uhr im Grenzbereich mit Zivilfahrzeugen bestreifen, bemerkt. Auch das niederländische Auto mit den Originalkennzeichen ist ein blauer BMW M5 X-Drive.

Fluchtversuch zu Fuß

Als der Fahrer bemerkte, dass ihm ein Fahrzeug folgte, wechselte er auf die A17 in Richtung Prag und beschleunigte stark. Die Grenze liegt vom Unfallort nur etwa 30 Kilometer entfernt. Anschließend versuchte der 30-jährige Pole zu Fuß zu flüchten. Die beiden Polizisten aus dem Zivilfahrzeug hefteten sich an seine Fersen und konnten ihn dingfest machen.

Zur Schadenshöhe können derzeit noch keine Angaben gemacht werden. Der Pole war bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten.

Wo ist der zweite Täter?

Der Beschuldigte saß definitiv allein in dem Auto. Das erklärte die Polizei Sachsen auf WA-Nachfrage. Die zweite Person, die in Rhynern zu Fuß geflüchtet war, ist vermutlich derjenige gewesen, der den Wagen kurzgeschlossen beziehungsweise dessen Keyless-Go-Technik überlistet hatte. Er wird mit einem zweiten Fahrzeug geflüchtet sein. Das, so erklärte die Polizei, sei bei professionell agierenden Banden so üblich.

Die gestohlenen Fahrzeuge würden häufig in Polen in ihre Einzelteile zerlegt. Bisweilen komme es aber auch vor, dass die kompletten Autos über die polnische Grenze hinweg nach Russland verkauft würden.

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