Jede Menge zusätzliche Kapazitäten geschaffen

Hochwasser-Katastrophen-Müll wird auch in Hamm entsorgt

Das rheinland-pfälzische Dorf Schuld hat das Hochwasser besonders hart getroffen.
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Müll und kein Ende: Auch in der Müllverbrennungsanlage in Bockum-Hövel landet Sperrmüll aus vom Hochwasser betroffenen Orten wie der Gemeinde Schuld im Ahrtal. 

So viel Müll, wie nach den Überflutungen in den Katastrophengebieten zusammenkommt, können die dortigen Müllkippen und Müllverbrennungsanlagen (MVA) gar nicht mehr bewältigen. Darum springt auch die MVA Hamm ein: Durch die Nutzung der Müllbunkerreserven wurden mehr als 740 Tonnen zusätzliche Kapazität geschaffen und genutzt.

Hamm - Besonders in den am stärksten von Hochwasser betroffenen Regionen wie Erftstadt, Eifel und Ahrtal ist jetzt auf einen Schlag mehr Sperrmüll als sonst insgesamt an Abfall in einem gesamten Jahr entstanden. Das ist eine „historische Situation“ sagt Carsten Spohn. Er ist Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD), zu der auch die Müllverbrennungsanlage (MVA) in Bockum-Hövel gehört. Dort wird ebenfalls Müll aus dem Ahrtal verbrannt.

Spohn sagt, die Anlagen garantierten die Entsorgung des durch das Hochwasser massenhaft entstandenen Sperrmülls. Dazu kooperierten die Betreiber der unterschiedlichen Anlagen miteinander.

Die MVA in Bockum-Hövel hat Sofortmaßnahmen zur Bewältigung der Folgen durch das Hochwasser eingeleitet, wie der Geschäftsführer der Betriebsführungsgesellschaft, Jürgen Kunze, berichtet. Durch die Nutzung der bestehenden Müllbunkerreserven seien bereits in der vergangenen Woche mehr als 740 Tonnen zusätzliche Kapazität für Hochwasserabfälle geschaffen und genutzt worden. Das entspricht rund 50 Lkw-Ladungen.

Hinzu komme die Nutzung eines vorhandenen Zwischenlagers in Dortmund. Dadurch seien 6 000 Tonnen zusätzliche Kapazität in den kommenden Wochen geschaffen worden.

Müllverbrennungsanlage läuft auf Volllast

Derzeit laufe die Müllverbrennungsanlage auf Volllast, weil keine Revisionen oder geplanten Stillstände an den Verbrennungslinien durchgeführt würden. Durch die vermehrte Anlieferung des Sperrmülls aus Hochwassergebieten könne es bei der Annahme von Haus- und Gewerbeabfall in Einzelfällen zu Verzögerungen kommen, so Kunze.

Weil es zurzeit noch keine verlässlichen Zahlen gebe, könne er noch keine Prognose abgeben, wie lange es dauern werde, die während der Hochwasserkatastrophe angefallenen Abfälle zu entsorgen.

1985 ist die MVA Hamm in Betrieb genommen worden und hat eine Jahreskapazität von bis zu circa 287.000 Tonnen (abhängig vom Heizwert des Abfalls). Um die Müllverbrennungsanlage Hamm optimal auszulasten und damit die Verbrennungspreise niedrig zu halten, haben sich die Städte Hamm und Dortmund sowie die Kreise Unna, Soest und Warendorf zu einer regionalen Kooperation zusammengeschlossen. Die MVA Hamm garantiert für rund 900.000 Einwohner und zahlreiche Gewerbebetriebe eine „sichere, umweltgerechte und preisgünstige Entsorgung“. (Quelle: www.mva-hamm.de)

„In dieser historisch einmaligen Situation müssen wir Flexibilität zeigen und alle Möglichkeiten nutzen, um die Behandlung des großen Aufkommens an Hochwasser-Sperrmüll sicherzustellen“, appelliert Spohn an die Unternehmen und Haushalte, und er bittet um Verständnis für mögliche Verzögerungen.

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