Dank Fördermillionen

HSHL will zur Energiewende forschen - zwei neue Institute geplant

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Setzen sich für die Institutsgründungen ein: Prof. Dr. Klaus Zeppenfeld (von links), Prof. Dr. Harald Mathis, Prof. Dr. Dieter Bryniok und Marc Herter MdL.

Hamm – Die Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) soll um zwei Institute erweitert werden. Dort soll künftig zu Energiekopplung und Bioökonomie geforscht werden.

Zwei Professoren-Teams erarbeiten derzeit Konzepte, das notwendige Geld soll aus Fördermitteln für den Kohleausstieg kommen. Vertreter der Hochschule und der Landtagsabgeordnete Marc Herter (SPD), der auch für das Amt des Oberbürgermeisters kandidiert, stellten die Ideen jetzt vor.

Es geht zum einen um ein „Institut für Sektorenkopplung in der Energiewende“. Die drohe nämlich zu scheitern, sagte Prof. Dr. Dieter Bryniok, Vizepräsident für Forschung und Transfer an der HSHL. In Sachen Stromerzeugung stehe Deutschland zwar gut da, bei erneuerbarer Wärme gebe es aber zu wenig Engagement und im Verkehrssektor praktisch gar keines.

Stromüberschüsse nutzbar machen

Es fehle insbesondere an Möglichkeiten, Stromüberschüsse zu verwenden, so Bryniok. So lasse sich ein regenerativ erzeugter Stromüberschuss ja durchaus nutzen, um Elektroheizungen oder Elektroautos zu speisen. Das geplante Institut solle sich mit der Frage beschäftigen, wie verschiedene Energiesektoren gekoppelt werden können, um Energie effizient zu erzeugen und zu verwenden. Standort für das neue HSHL-Institut wäre der Campus in Hamm-Osten.

Energie spielt auch für das geplante „Institut für Bioökonomie und nachhaltige Entwicklung “ eine Rolle. Irgendwann, so Bryniok, werde Erdöl selten und teuer werden. Basis für Energiegewinnung und industrielle Produktion würden dann biologisch erzeugte Stoffe. Ähnliche Gedanken habe es auch bei der Bönener Bio Security GmbH gegeben, mit der man nun zusammen ein Bioökonomiezentrum gründen wolle, in das dann auch das zu gründende HSHL-Institut einziehen würde. Als Standort biete sich der Inlogparc an der Stadtgrenze zwischen Hamm und Bönen an.

Bisher alles nur Ideen

Bisher sei man noch im Ideen-Stadium, sagte HSHL-Präsident Prof. Dr. Klaus Zeppenfeld. Zwei jeweils sechsköpfige Professoren-Teams arbeiten demnach an Konzepten für die Institute und schreiben Förderanträge. Sowohl die Hochschule als auch Herter spekulieren dabei auf Mittel aus dem jüngst beschlossenen Hilfsfonds, mit dem die Bundesregierung die Folgen des Kohleausstiegs abmildern will.

Der Landtagsabgeordnete will sich nun für die Institutsgründungen stark machen. Erste Summen aus dem Fonds könnten möglicherweise bereits im kommenden Jahr ausgezahlt werden, so Herter. Allerdings sei Hamm nur eine von fünf Städten, die auf entsprechende Mittel setzen würden. Herter geht davon aus, dass Hamm gute Chancen auf Fördermittel hat. Die beiden Institute seien dazu gedacht, Realwissenschaft und Wirtschaft zusammenzubringen. Das Energie-Institut passe dabei auch gut zum Wasserstoffnetzwerk, das in Uentrop entstehen soll.

Kriterienkatalog auf dem Weg

Der Bund stellt im Rahmen des Kohleausstiegs maximal 662 Millionen Euro zur Verfügung, um die Folgen von Kraftwerksstilllegungen in Hamm, Duisburg, Herne, Gelsenkirchen und im Kreis Unna zu kompensieren. Die Mittel sollen projektabhängig vergeben werden. Derzeit wird der Kriterienkatalog für die Projektbeurteilung erstellt; ein entsprechendes Gutachten des Mülheimer Zentrums für Innovation und Technik (Zenit) liegt Herter zufolge mittlerweile zur Prüfung bei der Wirtschaftsförderung der Metropole Ruhr.

Hamm tritt in den Projektwettbewerb neben den beiden HSHL-Instituten mit der Wiederbelebung des Rangierbahnhofs sowie der Nachnutzung von WDI- und WU-Gelände ein.

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