Lösungsversuche für Fußgänger und Radfahrer

Hindernis im Kurpark: Hier kann es gefährlich eng werden

Mehrere Wege führen auf die andere Seite des Kurparks: Es ist nicht immer leicht für Radfahrer und Fußgänger, die Fährstraße in Hamm-Osten zu überqueren.
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Mehrere Wege führen auf die andere Seite des Kurparks: Es ist nicht immer leicht für Radfahrer und Fußgänger, die Fährstraße zu überqueren. Zeitweise herrscht dichter Autoverkehr.

Die Fährstraße teilt den Kurpark. Für Fußgänger und Radfahrer kann das Überqueren an manchen Stellen zur Geduldsprobe werden. So hoch ist das Verkehrsaufkommen. Auf den Brücken ist es manchmal eng. Lösungen sind gefragt.

Hamm-Osten – Der Kurpark ist zweifelsohne ein grünes Juwel der Stadt. Allerdings ist seine Schönheit an einer Stelle getrübt: Die zeitweise stark befahrene Fährstraße trennt den Park in zwei ungleich große Teile. Was das bedeutet, könnten derzeit mehr Parkbesucher erfahren als sonst. In Corona-Zeiten wird der Kurpark scheinbar noch öfter als städtisches Naherholungsgebiet aufgesucht. Das beobachten Christdemokraten und Grüne aus dem Stadtbezirk. Sie greifen ein seit Jahren immer wieder aufflammendes Thema auf. Das Ziel: Die Straße soll für Verkehrsteilnehmer sicherer, das Überqueren für Fußgänger und Radfahrer leichter werden.

Westlich der Fährstraße liegen das Gradierwerk, der Gradierwerksgarten und das Alte Fährhaus, östlich der große Teil mit seinen Teichanlagen, Ausblicken, dem Kurhaus und mehr. So schön ein Verweilen im Park ist – wenn es auf den rund 500 Metern zwischen Kanal und Ostenallee auf die andere Seite gehen soll, ist oft Eile erforderlich. Vor allem zu Stoßzeiten kann ein Seitenwechsel für Fußgänger, Jogger und Radfahrer auf der Fährstraße zur Geduldsprobe werden.

Die Fußgängerampel an der Einmündung zur Ostenallee ausgenommen, gibt es etwa eine Handvoll Wege, die die Fährstraße ohne Querungshilfe kreuzen. Angesichts der Parkmöglichkeiten auf der Ostseite ist die Zahl nicht genau festzulegen. Die Erfahrung zeigt: Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, nimmt gern den direkten Weg. Für Radfahrer bedeutet das, dass sie an der Kanalbrücke den ausgebauten Weg darunter nehmen. Der ist von großer Bedeutung auch für die Verbindung Innenstadt-Hammer Osten. Perspektivisch soll über eine Verlängerung des geplanten Radschnellwegs der Maxipark optimal angebunden werden.

Es kann schnell eng werden: Auf den Brücken der Fährstraße müssen sich Radfahrer und Fußgänger in beiden Richtungen nur einen Weg teilen. Das zeigen Bezirkspolitiker der CDU und Grünen mittels einer „Stellprobe“.

Bei anderen Richtungen ist das Queren der Straße nicht so gut gelöst. Wer nach Heessen will, muss unter Umständen die Straßenseite wechseln und erst mal wegen des Autoverkehrs warten. Die Fahrbahn der Brücken, die schon zu Heessen gehören, ist nur für Autos freigegeben. Hier kann es zu einem Problem kommen. Radfahrer und Fußgänger teilen sich den kombinierten Weg auf der Kanal- und der Lippebrücke. Der besteht allerdings nur auf der westlichen Brückenseite. Das kann dann bei Begegnungsverkehr eng werden. Wege- oder Fahrspuren sind nicht eingezeichnet.

„Das ist ein sensibler Bereich, in dem die Fußgänger, Jogger und Radfahrer geschützt werden müssen“, sagt CDU-Ratsfrau Monika Schnieders-Pförtzsch über den ganzen Abschnitt der Fährstraße und insbesondere über den Bereich der Brücke.

Fahrradunfälle auf der Fährstraße in Hamm-Osten

Noch im Herbst galten die Brücken über Kanal und Lippe nicht als Unfallschwerpunkt, wie Stadt und Polizei erklärten. Das heißt nicht, dass dort alles in Ordnung ist. Ein elfjähriger Radfahrer hatte sich im September bei einem Sturz auf dem Weg beide Arme gebrochen. Der Grund: Drei Radfahrer standen auf der Brücke und ein weiterer raste von hinten heran und rempelte den Schüler an. Anfang April stießen zwei Radfahrer auf dem Weg der Lippebrücke frontal zusammen, einer verletzte sich leicht. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) bestätigte, dass es auf der Brücke „oft echt chaotisch“ zugehe. „Viele Radler und Fußgänger im Gegenverkehr behindern sich gegenseitig.“

Hinzu kommt: Wer als Fußgänger oder Radfahrer auf der Brücke in Richtung Fahrbahn gedrängt wird, muss am Übergang zur Straße aufpassen. Ein solcher Hinweis auf die hohe Bordsteinkante sei jüngst auch von einem Bürger mit kleinen Kindern kritisch angemerkt worden, sagt Bezirksbürgermeister Björn Pförtzsch (CDU).

Unfälle am Kurpark in Hamm-Osten

Also ein Unfallschwerpunkt ist der kombinierte Fuß- und Radweg der Kanal- und der Lippebrücke vielleicht nicht, aber der Bereich birgt, wie die jüngsten Unfälle zeigen, Gefahren.

Weitere Punkte, die an der Fährstraße auffallen: Ob sich vor allem Ortsfremden die Beschilderung mit Radwegverweisen auf der Südseite der Brücke auf Anhieb erschließt, ist fraglich. Vor allem aber geht es um die Überquerung auf dem Abschnitt zwischen Brücke und Ostenallee. Dort sind neben Fußgängern und Radfahrern zeitweise viele Jogger unterwegs.

Lösungssuche an der Fährstraße in Hamm-Osten

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder mal Vorstöße, das Überqueren zu vereinfachen. Eine Ampel schied bislang angesichts des Autoverkehrs und der nahen und stark frequentierten Kreuzung Ostenallee aus. Für Verkehrsinseln ist kaum Platz. Auch jüngere Projekte, wie das Alte Fährhaus und die Pläne der Klinik für Manuelle Therapie brachten keine konkreten Umsetzungen von Lösungen.

Das möchten die Christdemokraten und die Grünen der Bezirksfraktion ändern. Folgende Maßnahmen zur Verbesserung der Situation für Fußgänger und Radfahrer im Bereich Fährstraße/Kurpark schlagen sie vor:

  • Umwandlung der Fährstraße zwischen Brücke und Ostenallee in eine Tempo 30-Zone/Strecke, nach Möglichkeit mit einer zeitlichen Begrenzung zwischen 7 und 20 Uhr.
  • Aufbringung von Markierungen an den kreuzenden Fußwegen, um den laufenden Straßenverkehr auf Gefahrenstellen hinzuweisen. Zielführender sei es wahrscheinlich, Zebrastreifen aufzubringen, meinen CDU und Grüne.
  • Möglichkeiten schaffen zur Verringerung der Sturz- und Abrutschgefahr von Rad-, Scooterfahrern und/oder Fußgängern vom hohen Bürgersteig auf den Brücken zur Fahrbahn hin.
  • Durch Farbmarkierung gekennzeichnete Aufteilung des bisher gemeinsam genutzten Verkehrsraums auf dem Bürgersteig im Brückenbereich.

CDU und Grüne hoffen zudem auf Vorschläge aus der Fachverwaltung. Bei einer Umsetzung, wie etwa auf den Brücken, müsste gegebenenfalls die Bezirksvertretung einbezogen werden. Eine weitere Idee zur Entschärfung der Situation auf der Brücke nannte der ADFC im Herbst nach dem genannten Unfall. Demnach sei eine zusätzliche Brücke für Fußgänger und Radfahrer die beste Lösung. Oder Radfahrer müssten eben auf der Brücke absteigen.

Welche Möglichkeiten umsetzbar sind oder umgesetzt werden könnten, wird in einigen Monaten die Prüfung des CDU-Grünen-Antrags durch die Stadtverwaltung zeigen.

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