Unsere Serie „Was braucht Heessen?“ - Schwerpunkt Wohnen

HGB-Chef: „Heessen braucht kleinteilige Baugebiete“

Baustelle und Baugebiet Heimshof Ost am Sachsenring mit Wohnsiedlung in Heessen, Hamm, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
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Teures Vergnügen: Die Quadratmeterpreise im Baugebiet Heimshof sind innerhalb von neun Jahren um 80 Prozent gestiegen. Aktuell wird der fünfte und größte Abschnitt erschlossen.

Grundstücke in Heessen werden teurer, die Gesellschaft altert. Wäre es nicht an der Zeit, große Wohnhäuser zu bauen? Nein, sagt der Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft, selbst Heessener, und fordert etwas anderes. Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit! (Formular im Artikel)

Heessen – Wer kennt sich aus mit dem Wohnungsmarkt im Bezirk? Thomas Jörrißen, Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft HGB und gebürtiger Heessener. Michael Girkens sprach mit dem Mann, der den Großteil seines Lebens in Heessen (Hamm) gewohnt hat.

StadtbezirkHeessen
Einwohner23.944 (Stand: 31.12.2020)
Quadratmeterpreis im Baugebiet Heimshof West250 Euro
Quadratmeterpreis an der Münsterstraße90 Euro

Wohnen in Heessen: HGB-Chef sieht Wohnen für alle Einkommen

Wenn wir über den Wohnungsmarkt in Heessen sprechen, kommt doch sofort das Einkommen ins Spiel: Wie wohnen arme und reiche Menschen, wie der Mittelstand?
Ich würde das anders aufteilen. Denn wenn man sich was für Heessen wünschen kann, dann zukünftig kleinteilige Baugebiete, wie wir sie aus der nahen Vergangenheit kennen wie die Kurze Brede, die Brokbrede oder das Baugebiet um den Anneliese-Messner-Weg. Ich finde diese drei Baugebiete gelungen, weil wir eine Mischung haben, für alle Gruppen und für alle Einkommen bis hin zum Besserverdiener.
Und trotzdem: Wo ziehe ich in Heessen hin, wenn ich 250 000 Euro im Jahr nach Hause trage?
Dann würden sie wahrscheinlich nicht in Heessen wohnen, sondern in der Jägerallee ... obwohl wir von der HGB auch an der Jägerallee geförderte Wohnungen haben, an der Ecke zur Lippestraße. Aber ohne Spaß, in Heessen gibt es vielleicht die eine oder andere Villa, vielleicht mal eine Häufung von Villen in einer Straße, aber mehr nicht.

Neue Baugebiete in Heessen: Hamm-Norden und Heessen wachsen zusammen

Ins Baugebiet Schlossmühle vielleicht?
Auch das Baugebiet ist meiner Kenntnis nach eher kleinteilig angelegt, auch da soll eine Mischung entstehen. Meine persönliche Meinung ist, dass man zum einen dieses Baugebiet nicht unbedingt braucht, weil es schon ein Stück weit im Außenbereich ist, und ich finde, dass die Dolberger Straße trennend ist. Deswegen sehe ich ein Risiko, dass hier die Bürger schwer Anschluss finden könnten an das Leben im Stadtteil.
Also lieber im innerstädtischen Bereich?
Ja, und das finde ich schön in Heessen: Wir haben aus meiner Sicht genug Bauland im innerstädtischen Bereich. Ich denke da an den Bereich Vogelstraße/ Ennigerweg oder das Baugebiet Heessen-West, da wird ja Heessen mit dem Hammer Norden verbunden. Da wächst was zusammen, da wird auch auf eine wirklich bunte Mischung geachtet, das tut uns einfach gut.
HGB-Chef Thomas Jörrißen hat fast sein gesamtes Leben lang in Heessen gewohnt.

HGB-Chef: Heessen braucht auch günstigen Wohnraum

Wie sieht es mit günstigem Wohnraum aus?
Natürlich brauchen wir auch in Heessen günstigen Wohnraum, und die neuen Baugebiete, die entstehen, haben alle die Vorgabe, dass ein Drittel des Baugebiets mit gefördertem Wohnraum bebaut werden soll. Das können Mietwohnungen sein, aber es gibt auch Förderung für Eigentum – das ist auch eine gute Geschichte, da wird Heessen auch von profitieren.
Wo sehen Sie Bedarf?
Drei Bedarfe oder besser Möglichkeiten sehe ich. Zum einen brauchen wir Wohnungen für die heranwachsenden jungen Menschen, damit sie den Stadtteil nicht verlassen müssen. Zum zweiten sehe ich großen Handlungsbedarf für ältere Menschen: Wir brauchen altengerechte Wohnungen für Senioren, damit diese in dem Stadtteil bleiben können, in dem sie sich wohl fühlen.

HGB-Chef: Bauherren brauchen gute Beratung

Und drittens?
Aus meiner Sicht gehört zu einem neuen Baugebiet auch Beratung für die Bauherren, welche Förderung es geben kann, nicht nur für günstigen Wohnraum, sondern im Bereich regenerative Energien, damit sie Vorbildcharakter bekommen für ökologisches Bauen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Heessen der erste Bezirk sein könnte, der klimaneutral ist. Dazu gehören auch Projekte wie Carsharing oder Ladestationen.
Und was braucht Heessen nicht?
Was wir nicht brauchen, sind große Wohnblöcke, Mietwohnungsbau ist vollkommen ausreichend, wenn Gebäude zwei-, maximal dreistöckig sind. Dort entwickelt sich dann auch Nachbarschaft … wir müssen wegkommen von dem anonymen Wohnen. Dabei denke ich vor allem an die Jahnstraße, solche Häuser braucht heute keiner mehr.

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