Grüne fordern neue Maßnahmen

Vandalen wüten weiter: Schäden an Bergbau-Denkmal im Lippepark

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Sieht aus wie Zuckerguss, ist aber das Ergebnis reiner Zerstörungswut. Die Schäden am Ort der Bergbaugeschichte sind hoch, die Grünen fordern, dass die Stadt eine Belohnung für Hinweise auf die Täter aussetzen soll.

Herringen - Der „Ort der Bergbaugeschichte“ im Lippepark ist weiterhin das Ziel von Vandalen.

Um diese zu ergreifen, soll die Stadt Hamm für entsprechende Hinweise eine Belohnung in Höhe von 500 Euro aussetzen. Das fordert zumindest Dr. Carsten Grüneberg, Bezirksvertreter der Grünen, zur nächsten Bezirksvertretersitzung.

Und nicht nur das: Die Stadt soll zudem, wie es in dem Antrag weiter heißt, Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Außerdem sollten die Vandalismusschäden am „Ort der Bergbaugeschichte“ umgehend beseitigt und geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um eine Wiederholung zu verhindern.

Grüneberg: "Andenken und Würde beschädigt"

Mit roher Gewalt haben Unbekannte die Hälfte der insgesamt 22 Plexiglas-Scheiben attackiert, sodass man die darunter befindlichen Texte und Fotos kaum noch beziehungsweise gar nicht mehr erkennen kann. Zudem seien, wie Grüneberg ausführt, die Gesichter auf den historischen Fotos in Mitleidenschaft gezogen worden. „Das Andenken und die Würde der Personen wurden durch diesen Frevel beschädigt“, ärgert sich der Politiker.

Und nicht nur er. Auch Heinz Hilse, der zusammen mit Michael Rost, Ute Knopp und Dr. Maria Perrefort den „Ort der Bergbaugeschichte“ entwickelt hat, ist fassungslos. Zwar sei allen klar gewesen, dass das Konzept anfällig für Vandalismus sei. Es wäre jedoch der falsche Weg, jetzt zu resignieren und die Schäden hinzunehmen. Der „Ort der Bergbaugeschichte“ sei für in genauso wichtig wie das Museum oder andere historische Stätten in Hamm – gerade mit Blick auf den auslaufenden deutschen Steinkohlebergbau.

An dieser Stelle im Lippepark werden mehr als 100 Jahre Hammer Industriegeschichte erläutert, so Hilse. „Vielleicht gibt es ja eine Lösung, die den Ort zukünftig vor Vandalismusschäden sicher macht.“ Die werde er auf jeden Fall unterstützen.

Erinnerung an besondere Vergangenheit

Auch für Grüneberg ist es ein „besonderes Projekt und ein besonderer Ort im Lippepark“. Hier werde an die besondere Vergangenheit des Parks erinnert. „Bis zum heutigen Tage lassen sich die Spuren der Familiengeschichte der Bergarbeiter nachvollziehen. Beispielhaft werden der Arbeits- und Lebensmittelpunkt einiger Bergarbeiterfamilien rund um die Zeche Heinrich Robert beziehungsweise den Schacht Franz in Herringen dargestellt.“

Die Zeche habe ihr Wohnumfeld bestimmt, das soziale Leben in der Kolonie, ihre Freundschaften und den Alltag ihrer Familien. Und die Zeche habe die Entwicklung Herringens vom ländlichen Dorf zum industriell geprägten Stadtteil der Großstadt Hamm maßgeblich beeinflusst. Das alles werde am „Ort der Bergbaugeschichte“ dargestellt. Umso bedauerlicher sei es, wie damit umgegangen werde.

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