Schon zwei Fälle

Trockene Äste fallen zu Boden: "Sommerbruch" auch in Hamm eine Gefahr

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Vorsicht in Gebieten mit Bäumen: Wegen der Hitze und Trockenheit drohen Äste abzubrechen.

Hamm - Durch den Hitzestress brechen bei einigen Bäumen die Äste ab. Während die Situationen im Hammer Wald noch entspannt ist, ist bei Stadtbäumen Vorsicht geboten.

Wird es den Bäumen im Wald zu heiß und zu trocken, können sie im Sommer die Wasserversorgung ihrer Äste nicht mehr sicherstellen. Dann leiten die Pflanzen alle Energie in den lebenswichtigen Stamm und die Wurzeln, um sie zu schützen. Tiefe Risse in den Ausgabelungen sind die Folge, die dann zu „Hitze- oder Sommerbruch“ führen können. Die Äste werden dann porös und fallen unvermittelt in die Tiefe. Diese herabfallenden und meistens äußerlich gesunden Äste sind eine Gefahr für Spaziergänger und Waldbesucher.

Bei weiterer Trockenheit werden die Wälder gesperrt

Während in Bönen bereits Straßen und Wege gesperrt werden mussten, hat Förster Patrick Busse in den Hammer Wäldern noch keine vermehrten hitzebedingten Abbrüche festgestellt. „Das hält sich bei uns in Grenzen“, sagt Busse. „In Hamm haben wir den Vorteil, dass das Grundwasser relativ hoch steht. So können sich die Bäume noch ausreichend versorgen.“ Bleibt es weiter so trocken wie jetzt, könne sich die Situation aber ändern. „Sollte es in den nächsten vier Wochen nicht ausreichend regnen, müssen wir dazu übergehen, Wälder zu sperren“, prognostiziert Busse.

Insbesondere Pappeln seien von diesem Problem betroffen, aber auch andere Arten wie Weiden und Buchen sind gefährdet. Bei älteren Gewächsen sei das Risiko ebenfalls erhöht. Es komme dabei vor allem auf den Standort und die tatsächliche Wasserversorgung des einzelnen Baumes an. Doch auch das ist nicht immer ein zuverlässiger Indikator. „Ich habe zuletzt einen herabgefallenen Eichenast gesehen. Der war noch komplett grün“, sagt Busse.

Stadtbäume gehen bei Grundwasserversorgung leer aus

Anders sieht die Situation bei den rund 85.000 Hammer Stadtbäumen aus. Die Bäume profitieren nicht vom hoch stehenden Grundwasser, sodass es vereinzelt schon zu Abbrüchen gekommen ist – am Otto-Krafft-Platz sowie im Hallohpark in Bockum-Hövel sind bereits Äste heruntergefallen. Stadtsprecher Tom Herberg bittet die Bürger deshalb um "erhöhte Aufmerksamkeit". Eine Fällung der Bäume ist aus Sicht der Stadt derzeit kein Thema: „Es ist ein natürlicher Prozess, der sich aufgrund des Wassermangels vollzieht. Deshalb macht es wenig Sinn, wenn wir gesunde Bäume fällen.“

Ast in Herringen wie ein "Damoklesschwert"

Dieser ausgetrocknete Ast hängt an der Beverkramenstraße/Ecke Eckeystraße.

Bleibt es trocken, dürften weitere Äste abbrechen. Wie ein „Damoklesschwert“ schwebt seit Monaten ein riesiger, abgestorbener Ast eines Baumes über dem Gehweg an der Beverkramenstraße/Ecke Eckeystraße in Herringen. „Ich möchte den nicht auf den Kopf bekommen“, wundert sich ein Anwohner, dass die Stadt den Ast noch nicht entfernt hat. Schließlich habe sie eine Verkehrssicherungspflicht.

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