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Schadstoffe und statische Mängel im Altbau der Arnold-Freymuth-Gesamtschule

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Von: Stefan Gehre

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Der Altbau der Arnold-Freymuth-Schule 
Stillgelegt ist seit einigen Wochen der Altbau der Arnold-Freymuth-Gesamtschule. Grund sind statische Mängel und Schadstofffunde. © Gehre

Die Arnold-Freymuth-Gesamtschule muss weiter improvisieren. Der mehr als 100 Jahre Altbau der Schule ist voraussichtlich noch bis zum Jahresende gesperrt.

Herringen – Der Altbau der Arnold-Freymuth-Schule bleibt noch bis voraussichtlich Ende des Jahres gesperrt. Grund sind „statische Mängel“ sowie eine damit einhergehende Schadstoffsanierung. Zudem werde man die kommenden Wochen dazu nutzen, das Brandschutzkonzept umzusetzen, teilte Thomas Kolodziej vom Immobilienmanagement der Stadt mit.

Gesperrt ist der Altbau bereits seit Beginn der Sommerferien. Im Zuge der erforderlichen Brandschutzmaßnahmen habe der Prüfstatiker statische Mängel an den Deckenträgern im Keller- und im Erdgeschoss festgestellt. Daraufhin sei die Nutzung des gesamten Gebäudes untersagt worden, so Kolodziej. Eine Einsturzgefahr habe jedoch nicht bestanden. Um die statischen Mängel im Erdgeschoss und im Keller zu beheben, müssen die vorhandenen Träger – zwei in jedem Klassenraum – verstärkt werden. „Und dazu müssen wir an die alten Träger ran.“ Punktuell müsse dafür die Wand- und die Deckenverkleidung aufgebrochen werden.

Arnold-Freymuth-Gesamtschule: Asbesthaltiger Putz im Mauerwerk

Doch genau daraus ergibt sich das nächste Problem. Denn: Der Putz, der bei einer früheren Sanierung eingebracht wurde, ist asbesthaltig. „Bevor wir die Träger verstärken können, müssen wir die Schadstoffe beseitigen“, so Kolodziej. Das betrifft auch die Stellen, an denen der Altbau im Zuge des Brandschutzkonzepts Brandschutztüren bekommt, für die Wände durchbrochen werden müssen. Auch im Obergeschoss müsse daher punktuell eine Schadstoffsanierung erfolgen. „Obwohl wir hier keine Probleme mit der Statik haben“, so der Mitarbeiter der Stadt.

Ursprünglich war angedacht, die statischen Mängel im Altbau bis zum Ende der Herbstferien zu beheben und die Räume im Anschuss wieder zu nutzen. „Die erforderliche Schadstoffsanierung hat uns um vier bis sechs Wochen zurückgeworfen“, sagte Kolodziej. Mit ihr wolle man jetzt in dieser Woche beginnen – und zwar nur an den Stellen, wo es erforderlich ist. Voraussichtlich Anfang November werde man dann mit der Beseitigung der statischen Mängel und der Umsetzung des Brandschutzkonzepts beginnen. „Vorausgesetzt, die Räume sind dann schadstofffrei.“

Arnold-Freymuth-Gesamtschule: Keine Gefahr für Schüler und Lehrer

Im Keller ist eine Schadstoffsanierung übrigens nicht erforderlich. Hier habe man es vermutlich noch mit dem Originalputz zu tun. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, beim Bau der damaligen Falkschule, sei kein asbesthaltiger Putz verbaut worden. Aktuelle Kontrollen hätten keine Auffälligkeiten gezeigt. Da der problematische Putz eingeschlossen sei, habe aber auch an den anderen Stellen keine Gefahr für Schüler und Lehrer bestanden.

Vor allem die sowie die Eltern fragen sich allerdings, warum das alles so lange dauert. Denn immerhin ist seit Monaten bekannt, dass es statische Mängel im Altbau gibt. Dieser ist seit Anfang Juli, also seit rund drei Monaten, gesperrt. Untätig sei die Verwaltung nicht gewesen, so Kolodziej. Im Gegenteil: Unter anderem habe man in den vergangenen Wochen die statischen Maßnahmen erarbeitet, das Gebäude auf mögliche Schadstoffe untersucht, die Sanierung ausgeschrieben und die Elektrik beziehungsweise die Heizungen zurückgebaut.

Arnold-Freymuth-Gesamtschule: Acht Klassen betroffen

Insgesamt betroffen sind acht Klassen und drei Büros. Als Folge der Schließung mussten sie in dem Containerdorf und dem einzig verbliebenen Gebäude untergebracht werden. Bei den vier Klassen, die sich in Höhe des Neubaus der Sekundarstufe 1 befinden, sei ein Umzug sowieso vorgesehen gewesen. Ihnen habe man es nicht zumuten wollen, über Monate direkt neben einer Baustelle und dem damit verbundenen Krach unterrichtet zu werden. Die vier zum Schulhof gelegenen Klassen hätten von dem Baulärm deutlich weniger mitbekommen. Aufgrund der längeren Bauzeit sollen Klassen jetzt auch ausgelagert werden. Eine werde vorübergehend in der Lessingschule untergebracht.

Die Kosten für die Beseitigung der statischen Mängel, die Schadstoffsanierung und den Brandschutz sind mit 200 000 Euro veranschlagt.

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