Herringen

Schlechte Zustände auf islamischem Friedhof? Bürger kritisieren, Verwaltung widerspricht

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Schlechte Wege und zu wenige Wasserstellen: Pro Hamm kritisiert die Zustände auf dem muslimischen Teil des Herringer Friedhofs. Die Stadtverwaltung sieht das anders.

Hamm - Bürger haben gegenüber der Wählergruppe Pro Hamm die Zustände auf dem islamischen Teil des Parkfriedhofs kritisiert. Die Verwaltung teilt dies jedoch nicht.

Wie Fraktionschef Dr. Cevdet Gürle erklärte, gebe es auf dem separaten Grabfeld des seit einigen Jahren immer stärker frequentierten islamischen Friedhofs keine Wasserstelle. Die Besucher müssten den Wasserzugang, der sich auf den christlichen Teil des Friedhofs befindet, nutzen, so Gürle, der zudem berichtete, dass sich die Besucher über die nicht gepflasterte Zuwegung beklagt hätten.

Schließlich hält es die Wählergruppe für „nicht vertretbar“, dass im direkten Umfeld der muslimischen Grabstelle auch Stein- und Erdhügel aufgeworfen sind.

Verwaltung: Wasserstelle nah genug

Laut Verwaltung gibt es am Eingang zum muslimischen Grabfeld eine Wasserstelle (Schöpfbecken) und eine Stelle für die Abfallentsorgung (Grünschnitt und Restmüll). Die aktuellen Grabreihen näherten sich zurzeit genau dieser Örtlichkeit und seien nicht weiter entfernt als das benachbarte baptistische Grabfeld.

„Sollte in einigen Jahren die Erschließung hinterer Friedhofsareale für muslimische Bestattungen notwendig sein, so wird eine zweite Wasserstelle und eine zweite Abfallsammelstelle auf dem muslimischen Teil eingerichtet.“

Mit Blick auf die von Pro Hamm kritisierte Zuwegung teilte die Verwaltung mit, dass auf dem gesamten Parkfriedhof keine Grabfelder mit befestigten Wegen erschlossen werden. Eine Pflasterung befinde sich nur in den Hauptachsen. Die restlichen Wege seien in Rasenbauweise errichtet worden.

Rasenwegen sogar besser als Pflastersteine?

Sie hätten mehrere Vorteile gegenüber einer Pflasterung: Die Rasenflächen heizten sich längst nicht so auf wie gepflasterte oder asphaltierte Wege, das Regenwasser könne komplett versickern und auch optisch seien Rasenwege wesentlich ansprechender als monotone Pflasterflächen.

Auch in den von Pro Hamm angesprochenen Stein- und Erdhügeln sieht die Verwaltung nicht als Problem. Denn: „Das muslimische Grabfeld ist von einer frei wachsenden Hecke umgeben und durch diese von den anderen Grabfeldern getrennt. Seit vielen Jahrzehnten befindet sich auf einem nicht genutzten Grabfeld ein Lagerplatz für Erde und Steine.“ Dieser sei sowohl optisch als auch funktional von allen anderen Grabfeldern abgegrenzt.

Gürle: "Nicht alles in Ordnung"

Wie Gürle auf der jüngsten Bezirksvertretersitzung betonte, könne er mit dieser Stellungnahme nicht zufrieden sein. Er erwarte ja gar keine Pflasterung des Weges. Und am Beginn sei auch noch alles in Ordnung. Jedoch gebe es im weiteren Verlauf erhebliche Mängel, die vor allem älteren Bürgern die Benutzung des Weges erschwerten. Und gerade die bräuchten auch eine zweite Wasserstelle.

Man könne nicht noch drei oder vier Jahre darauf warten, merkte der Pro-Hamm-Fraktionschef an. „Die Verwaltung sagt zwar, dass alles in Ordnung sei. Dem ist aber nicht so.“

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