Einst eine der angesagtesten Adressen im Ort 

Ein Schandfleck weniger: Herringer Hof wird abgerissen 

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Der Herringer Hof an der Ecke Fritz-Husemann-Straße/Ostfeldstraße wird abgerissen. Begonnen hat das Abbruchunternehmen mit den Anbauten und der Kegelbahn.

Herringen - In Herringen wird es in Kürze einen Schandfleck weniger geben: Ein Abbruchunternehmen hat damit begonnen, den ehemaligen „Herringer Hof“ an der Fritz-Husemann-Straße/Ecke Ostfeldstraße abzureißen. An seiner Stelle entstehen 18 öffentlich geförderte Mietwohnungen.

Über viele Jahrzehnte war der „Herringer Hof“ eine der angesagtesten Adressen in Herringen. Unter anderem der Waspo Herringen hat sich hier 1929 gegründet. Auch für den Herringer SV und andere Vereine war er eine wichtige Anlaufstelle. 

Die „Geburtsstunde“ der Gastwirtschaft reicht bis kurz vor den 1. Weltkrieg zurück, wie Recherchen des Heimatvereins Stadtbezirk Herringen und von Heinz Hilse ergeben haben. 1912 wurde dem Maurermeister Cristian Linnemann vom Amt Pelkum die Erlaubnis erteilt, an der – heutigen – Fritz-Husemann-Straße/Ecke Ostfeldstraße eine Gastwirtschaft zu errichten. 1928 und 1952 wurde sie umgebaut. In dieser Zeit gab es dann auch, wie Heinz Hilse den ihm vorliegenden Unterlagen entnehmen konnte, die ersten Fremdverpachtungen. Eigentümer war aber weiterhin Cristian Linnemann – und blieb es auch noch bis in die 1960er-Jahre.

Zwangsversteigerung

Wann genau der Name „Herringer Hof“ aufkam, ist nicht bekannt, vermutlich aber erst mit den Fremdverpachtungen. Und davon gab es in den vergangenen Jahrzehnten einige. Unter anderem war in dem Gebäude das Restaurant „Belgrad“ untergebracht, zuletzt ein mongolisches Restaurant.

2013 wurde der „Herringer Hof“, in dem es neben der Gaststätte auch Gästezimmer gab, zwangsversteigert. Für 72.000 Euro wechselte er den Eigentümer. Doch dessen Pläne, im Bestandsgebäude Wohnungen zu errichten, scheiterten. In der Folge verfiel der „Herringer Hof“ immer mehr, was vor allem die Nachbarn, aber auch die Herringer Interessengemeinschaft (HIG) und die Politik auf den Plan riefen.

Der Herringer Hof steht noch.

Umso mehr freut es den Herringer CDU-Chef und HIG-Vorsitzenden, Peter Scholz, dass der Schandfleck beseitigt und neuer, dringend benötigter Wohnraum an dieser Stelle geschaffen wird. Dadurch werde der Bereich aufgewertet, so Scholz – wohl wissend, dass damit aber noch nicht alle Probleme in diesem Bereich gelöst sind.

Noch keine Baugenehmigung

Wann genau mit dem Bau der 18 barrierefreien Mietwohnungen für ein bis drei Personen begonnen wird, steht noch nicht fest. Nach Angaben von Stadtsprecher Tom Herberg sei eine Bauvoranfrage zwar positiv beschieden worden. „Eine Baugenehmigung wurde aber noch nicht erteilt“, sagte er. Diesbezüglich liefen die letzten Detailgespräche.

Da es sich um öffentlich geförderte Wohnungen handelt, haben nur Menschen mit einem Wohnberechtigungsschein Zugriff darauf. Der Bedarf an solchen Wohnungen ist groß.

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