Lärm und Raserei: Lösung für Schachtstraße in Sicht

Tempo, Lärm und Müll: Die Anwohner der Schachtstraße waren jetzt zu einer Bürgerversammlung eingeladen, bei der es um eben diese Themen ging.
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Tempo, Lärm und Müll: Die Anwohner der Schachtstraße waren jetzt zu einer Bürgerversammlung eingeladen, bei der es um eben diese Themen ging.

Für die Probleme an der Schachtstraße zeichnet sich eine Lösung ab. Mitarbeiter der Verwaltung machten Vorschläge, wie Raserei und Lärm unterbunden werden können. Ende Oktober soll es dazu eine weitere Versammlung geben.

Herringen – Es waren vor allem zwei Themen, die Anwohner der Schachtstraße und der Stichstraßen ansprachen: Auf der Straße werde gerast, der Szenetreff an der Glückaufhalle verursache Lärm, hieß es auf der Versammlung, die die SPD auf der jüngsten Bezirksvertretersitzung angeregt hatte.

Aufgrund der schon zuvor geschilderten Zustände hatten sich Stadt und Polizei intensiv mit der Schachtstraße befasst. Allerdings: Zumindest in der Zeit, in der Tempomessungen durchgeführt wurden, konnten keine Auffälligkeiten festgestellt werden. So wurden an 38 Messtagen im Juni/Juli lediglich fünf Verstöße außerhalb des Verwarngeldbereichs registriert.

Das wunderte die Anwohner allerdings nicht. „Es spricht sich schnell rum, wenn irgendwo ein Blitzer steht. Und dann wird natürlich langsam gefahren.“ Michael Scharnewski vom Rechtsamt stellte klar, dass sich seine Aussage zu den Auffälligkeiten auf den Zeitpunkt der Messungen bezogen habe. „Ich habe aber nicht gesagt, dass dort zu anderen Zeiten nicht gerast wird.“

Szenetreff an Glückaufhalle?

Ähnlich auch die Aussagen von Polizeihauptkommissar Jens Figge. Dessen Recherchen hatten ergeben, dass es in diesem Jahr im Bereich Lippepark/Schachtstraße/Vereinsheim SVF/Glück-Auf-Halle zu rund 130 Polizeieinsätzen gekommen sei, von denen man rund ein Viertel an den Kommunalen Ordnungsdienst habe abgeben können. Bei der Gruppe, die sich an der Glück-Auf-Halle treffe, handele es sich jedoch nicht um Mitglieder der Tuning- oder Poser-Szene. Bei den Kontrollen hätten sie sich durchaus kooperativ gezeigt.

Das bestätigte auch Ulrich Kötter vom Jugendamt. Er sprach von etwa zehn Autos und 12 bis 18 jungen Erwachsenen, die dort regelmäßig anzutreffen sind. Auf der anderen Seite zeigte er aber auch Verständnis für die Anwohner, die sich, wie sie zuvor beschrieben hatten, durch das Aufheulen der Motoren, laute Musik oder den Müll, den die Gruppe hinterlässt, gestört fühlten. Sie selbst sprachen auch von Pöbeleien und Anfeindungen einzelner Gruppenmitglieder ihnen gegenüber.

Zaun gegen abendliche Treffen

Doch was tun? Um zu verhindern, dass sich die Gruppe abends an der Glück-Auf-Halle trifft, soll diese zeitnah mit einem Zaun umgeben werden. Abends soll das Tor geschlossen werden. Alle Nutzer der Halle bekämen einen Schlüssel, so Ralf Hohoff vom OB-Büro. Bei der nächsten Versammlung im Oktober werde er auch sagen, wann der Zaun aufgestellt wird.

Hohoff und seinen Kollegen ist bewusst, dass es mit Einzäunung der Glück-Auf-Halle zu einer Verlagerung der Probleme kommen wird, beispielsweise in Richtung Heinrich-Schmidt-Straße. Wie Kötter sagte, müsse man der Gruppe einen alternativen Treffpunkt anbieten. Vorübergehend könne das ja vielleicht ein nicht genutzter Parkplatz am Creativ-Revier sein.

Maßnahmen für langsameres Fahren

Für die Schachtstraße selbst schweben der Verwaltung einengende Maßnahmen vor, um das schnelle Fahren auf dieser gerade verlaufenden Straße zu unterbinden. Das könnten beispielsweise, so Christian Breßler vom Tiefbauamt, die Verlagerung von Parkplätzen auf eine Fahrbahn oder Baumtore sein, die in die Fahrbahn hineinragen. Dadurch könne deren Breite von sechs auf 3,50 Meter reduziert werden. „Und das bremst aus“, so Breßler, der zudem anregte, dass an der Einmündung Schachtstraße/Dortmunder Straße ein Stopp-Schild aufgestellt wird, um das schnelle Einfahren auf die Dortmunder Straße zu verhindern.

Auch die Anlieger hatten sich Gedanken gemacht. Angeregt wurden unter anderem verschärfte Kontrollen durch KOD und Polizei, weitere Aufpflasterungen sowie die Umwandlung der Straße in eine Sackgasse oder Einbahnstraße, wobei Breßler den Anwohnern hier wenig Hoffnung machte.

In gut zwei Monaten werden die Anwohner – Vereine waren zu der ersten Versammlung nicht eingeladen – mehr wissen. Dann will die Verwaltung ihnen mitteilen, was an welcher Stelle und vor allem wann gemacht werden soll. Die Anwohner waren sich einig, dass die Stadt nicht allzu lange mit der Umsetzung warten sollte.

Temposünden an der Schachtstraße

Zwischen dem 3.Juni und dem 22.Juli war der Enforcement-Trailer 38 Mal in beiden Fahrtrichtungen im Einsatz. An den meisten Tagen wurde die Geschwindigkeit rund um die Uhr gemessen. An 16 Tagen lag die Verstoßquote unter einem, an elf Tagen unter zwei und an sechs Tagen unter drei Prozent. Lediglich bei fünf Einsätzen lag sie über drei Prozent. Spitzenreiter war der 18.Juli (4,27 Prozent).

Das ist aber nicht außergewöhnlich hoch. Laut Stadt gibt es in Hamm Straßen, wo die Verstoßquote bei über 50 Prozent liegt. In den allermeisten Fällen kamen die „Raser“ mit einem Verwarngeld davon (bis 20 Kilometer in der Stunde zu schnell). Zwei sind allerdings auch für einen Monaten ihren Führerschein los. Sie waren zwischen 31 und 40 Kilometer in der Stunde zu schnell. Bei der Schachtstraße handelt es sich um eine Tempo-30-Zone.

Ein junger Mann aus Hamm ist mit seinem Mercedes über die Dortmunder Wallanlagen gerast und hat an einer roten Ampel einen Unfall gebaut. Er ist nicht der erste Hammer, der als Teil der Poser-Szene unangenehm auffällt.

Achtung, Autofahrer: Hier wird in Hamm geblitzt!

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