Anwohner der Schachtstraße fühlen sich allein gelassen: „Stadt verschließt Augen“

Trotz Tempo 30 wird auf der Schachstraße gerast.
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Trotz Tempo 30 wird auf der Schachstraße gerast.

Anwohner an der Schachtstraße fühlen sich von der Verwaltung mit ihren Problemen wegen Lärm, Dreck und Raserei allein gelassen.

Herringen – Die Reaktion der Anwohner der Schachtstraße hat nicht lange auf sich warten lassen. Auf ihrer Straße gebe es sehr wohl ein Problem mit Rasern und lärmenden Gruppen, die sich in den Abendstunden vor allem auf den Parkplätzen am Tennisclub, beim SVF Herringen und an der Glückaufhalle treffen, kritisieren sie die Aussagen der Verwaltung, dass sie diesbezüglich 2019 „keine besonderen Auffälligkeiten“ habe feststellen können.

Es sei zwar richtig, dass es über den Winter vergleichsweise ruhig gewesen sei. Doch seit März/April gebe es, ähnlich wie im Sommer 2019, vermehrt Probleme mit Lärm, Rasern und vor allem Müll. Der befinde sich mittlerweile nicht nur, wie seinerzeit von der Verwaltung in ihrer Stellungnahme beschrieben, auf dem Parkplatz an der Glückaufhalle, sondern entlang der gesamten Straße. „Das Problem hat sich vom Lippepark in die Schachtstraße verlagert", so ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werden möchte.

Dreck und Lärm stört Anwohner

Erst Anfang der Woche habe man mit einem Mitarbeiter des Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetriebs gesprochen. Und der habe ihnen das hohe Müllaufkommen, insbesondere Abfallprodukte einer Fast-Food-Kette, bestätigt. Gebeutelt sind die Anwohner aber auch vom Lärm. „Die Autos stehen entlang der Straße oder auf den Parkplätzen.

Die Insassen unterhalten sich durch die offenen Fenster und hören laute Musik“, beschreibt er die Situation. Benjamin Bothe, ebenfalls Anwohner der Schachtstraße, hat ähnliche Beobachtungen gemacht und verweist auf die Aussage der Stadt, dass die Polizei 2019 lediglich viermal wegen Ruhestörung zur Schachtstraße ausrücken musste: „Weil nur ein paar Beschwerden eingegangen sind, haben wir also kein Problem mit Ruhestörungen!“

Zu wenig Beschwerden bei der Polizei

Damit etwas passiere, müsse er also jeden Abend bei der Polizei anrufen? Die habe wahrlich auch andere Dinge zu tun. Und: Raser habe man also auch nicht! Es werde nur jede Nacht die Straße rauf- und runtergebrettert... Insgesamt kritisiert Bothe, dass die Stadtverwaltung und auch die Bezirksvertretung vor einigen Problemen „die Augen verschließen“.

Es sei schade, dass die Schachtstraße keine politisch wichtige Straße sei. Dann würde es anders laufen, unterbreitet er den Politikern das Angebot, mal eine Woche in seinem Gästezimmer zu verbringen.

Anwohner wünschen sich offene Ohren

Auch seinen Nachbarn ärgert es, dass „offenbar niemand den Anwohnern glaubt“. Ratsam wäre es vielleicht einmal, dass der Verkehr auf der Schachtstraße eine Woche lang erfasst wird.

Die Messungen dürften als solche natürlich nicht zu erkennen sein. „An der Schachtstraße wohnen zwar nur wenige Menschen, aber sie ist die Hauptzufahrtsstraße zum Lippepark, zur Glückaufhalle und den Sportplätzen. „Dementsprechend hoch ist auch das Verkehrsaufkommen.“

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