Kampf dem Dauerparken: Streit um Stellplätze im Lippe-Carrée

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Um den Parkdruck aus dem Lippe-Carrée zu nehmen, schlägt die Verwaltung für zwei private Parkplätze die Einführung von Parkscheiben vor.

Herringen - Um die Dauerparker aus dem Herringer Ortszentrum zu verbannen und damit den Kunden mehr Parkplätze zur Verfügung stellen, schlägt die Verwaltung für den Edeka/Aldi- und den Jahns-Parkplatz die Einführung von Parkscheiben vor.

Weiterhin will sie ganztägig 43 Parkplätze hinter dem Bürgeramt zur Verfügung stellen und den Wiesenpark als öffentlichen Parkplatz ausbauen Der bietet Platz für 68 Fahrzeuge. Diese Maßnahme soll aber nicht mit öffentlichen Geldern, sondern privat finanziert werden. Allerdings, und das betonte Planungsamtsleiter Heinz-Martin Muhle, seien diese Pläne noch nicht endgültig. Voraussichtlich nach den nächsten Bezirksvertretersitzung am 5. Juli soll das Konzept im Rahmen einer Bürgerversammlung im Bauhof vorgestellt werden. Die Beschlussfassung durch die BV soll dann Ende des Jahres erfolgen.

Die Vorstellung der Pläne löste bei den Bezirksvertretern heftige Diskussionen aus. Angesichts des Zwischenberichts sahen die Bezirksvertreter noch jede Menge Redebedarf. „Ich bin fast sprachlos“, machte SPD-Ratsherr Franz Tillmann seinem Ärger Luft. Er vermisse eine einheitliche Parkregelung fürs ganz Lippe-Carrée und die Umsetzung der SPD-Forderung, den Wiesenpark als Mitarbeiterparkplatz auszuweisen. Der Betreiber des SB-Marktes Jahns sei außer sich gewesen, als ihn die Verwaltung über die Idee mit den Parkscheiben informiert habe. Das war aber nicht überall so. Der Eigentümer des Komplexes Edeka/Aldi wolle mitziehen, sagte Muhle.

Aber ist der Parkdruckwirklich so groß, wie in der Vergangenheit beschrieben wurde? Aktuell trifft das offensichtlich nur bedingt zu, denn im Ortszentrum einschließlich der Fritz-Husemann-Straße gibt es 860 (!) Parkplätze. Darunter befinden sich 220 an Straßen und 260 auf öffentlichen Plätzen. Insgesamt liege die Auslastung aber nur bei rund 60 Prozent, so die Stadt. 

Diese Zahl zweifelten die Bezirksvertreter jedoch an. „Das subjektive Empfinden ist, dass die Auslastung der Parkplätze an der Neufchâteaustraße und am dortigen Fachmarktzentrum bei 80 bis 100 Prozent liegt“, sagte SPD-Fraktionschef Andreas Feike, der sich dafür aussprach, den Wiesenpark, so wie in einem SPD-Antrag beschrieben, als Parkplatz für die Mitarbeiter des Lippe-Carrées auszubauen. Einen ähnlichen Weg möchte die CDU einschlagen. Der Parkplatz hinterm Bürgeramt könne für wenig Geld hergerichtet werden. Und: Beide Parkplätze seien etwa gleich weit vom Ortszentrum entfernt, so CDU-Fraktionschef Claus Binkhoff. Mit dem Parkplatz hinterm Bürgeramt können sich die Genossen aber nicht anfreunden. Sie befürchten, dass beim Gang durch den Neufchâteaupark bei Dunkelheit ein neuer Angstraum entstehen könnte. 

Lebhaft diskutiert wurde auch über die Parkscheibenregelung, mit deren Hilfe das Parken auf den beiden Kundenparkplätzen auf zwei Stunden begrenzt werden soll. Aber kann die Verwaltung das auf privaten Parkplätzen überhaupt vorschreiben? Das kann sie natürlich nicht. Aber sie hält es für ein sinnvolles Modell, die Dauerparker zu vertreiben. Über die Einführung entscheiden müssen aber die Eigentümer. Sie müssen auch für die Überwachung des ruhenden Verkehrs sorgen. Beispiele hierfür gibt es in Hamm bereits, zum Beispiel auf dem Rewe-Parkplatz in Hamm-Mitte. 

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