Dauerparker nerven Anwohner

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Offiziell ist das Parken hinterm Bürgeramt nur nach 16 Uhr und an Wochenenden gestattet. Es wird aber geduldet.

Herringen - Das Parken im Herringen wird insbesondere für Anlieger der Nebenstraßen immer mehr zum Geduldsspiel.

Es ist ein Bild, das die Anwohner der Straße An der Falkschule und der Funkelandstraße wütend macht: Während – oft junge – Dauerparker aus dem Lippe-Carrée auf diesen beiden Nebenstraßen parken, können Anwohner und insbesondere ältere Patienten der Praxen an der Funkelandstraße sehen, wo sie tagsüber ihre Autos abstellen. Das sei völlig inakzeptabel, ärgert sich ein Betroffener. 

Los ging das „ganze Chaos“ mit Einführung des zeitlich begrenzten Parkens auf dem großen Parkplatz im Lippe-Carrée. Denn das hatte zur Folge, dass die Dauerparker – vor allem Mitarbeiter aus dem Carrée und Pendler – auf die umliegenden Straßen und den Marktplatz ausgewichen sind. Auf die damit verbundenen Probleme hatten bereits kurz nach Einführung der neuen Regelung der Apotheker Dirk Specht sowie Dr. Cevdet Gürle (Pro Hamm) hingewiesen. Aufgrund der Situation forderte Gürle von der Verwaltung einen Zwischenbericht zum Parkraumkonzept ein, was jedoch von der Mehrheit der Bezirksvertretung abgelehnt wurde. Man wolle erst die komplette Umsetzung des Parkraumkonzepts – sprich die Herrichtung der Parkplätze Wiesenpark (SPD-Antrag) und Bürgeramt (CDU-Antrag) als Parkplätze für Dauerparker – abwarten. 

Aktuell bereitet die Verwaltung die Ausschreibung der Maßnahmen vor. „Wir gehen davon aus, dass wir nach den Sommerferien den Auftrag vergeben werden, sodass, je nach Ergebnis der Ausschreibung, die Durchführung der Maßnahmen voraussichtlich im dritten Quartal erfolgt“, erklärte Stadtsprecher Lukas Huster. Allerdings muss sich dann erst noch zeigen, ob die neu gestalteten Parkplätze von den Dauerparkern auch angenommen werden und sich die Situation auf den Nebenstraßen tatsächlich entspannt. 

Die Anwohner möchten aber nicht so lange warten und fordern die Verwaltung und die Politik auf, schon jetzt den Versuch zu unternehmen, das Problem zu lösen. Deutlich aber auch ihr Appell an die Dauerparker: Im Interesse der Anwohner und Patienten sollten sie die vorhandenen Parkplätze aufsuchen. 

Das betrifft vor allem den Wiesenpark und das Bürgeramt. Mit Blick auf die dunkle Jahreszeit müssen sie lediglich beleuchtet und vernünftig befestigt werden. Zurzeit sei es aber auch nach Dienstschluss noch hell genug. Und geregnet habe es zuletzt auch kaum. „Warum also benutzen die Dauerparker die beiden Parkplätze nicht schon jetzt?“, fragen sich die genervten Anwohner. 

Nun, beim Parkplatz hinterm Bürgeramt gibt es da noch ein anderes Problem: An der Zufahrt steht nämlich ein Schild, das so manchen Autofahrer daran hindern dürfte, seinen Wagen dort abzustellen. „Privatparkplatz der Stadt Hamm: Bei unberechtigter Benutzung wird das Fahrzeug kostenpflichtig abgeschleppt. Benutzung wochentags ab 16 Uhr, an Wochenenden frei“, ist dort zu lesen. Aus Sicht der Anwohner wäre es aber einen Versuch wert, diesen Parkplatz schon jetzt offiziell freizugeben – und nicht so lange zu warten, bis er „wintertauglich“ ist. „Es muss nur das Schild weg.“ 

Hört sich einfach an, ist es aber nicht: Denn die Stadt wird das Schild vorerst nicht entfernen. Warum? Sie will es erst im Zuge der anstehenden beiden Maßnahmen abmontieren. Allerdings werde man denen, die bereits jetzt dort parken, kein Knöllchen ausstellen, so Huster.

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