CreativRevier

Öffnung der "Verbotenen Stadt": Auf Heinrich Robert wird der erste Wall abgetragen

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Vor lauter Wall ist nicht viel zu sehen. Der Erdhaufen zwischen dem Netto-Markt und der Kokereistraße soll abtragen werden.

Pelkum/Herringen – Nachdem das Land der Entwicklungsagentur CreativRevier Heinrich Robert kurz vor Weihnachten einen Förderbescheid über rund 2,2 Millionen Euro hatte zukommen lassen, kann diese jetzt so richtig durchstarten.

Das wurde auch bei einer Sitzung der Planungsgruppe CreativRevier Heinrich Robert unter Leitung von MdL Marc Herter deutlich. Auf dem Gelände selbst, aber auch hinter den Kulissen wird sich in den kommenden Monaten einiges tun.

Gebäudenutzung

Als erstes werden die Lohnhalle und das Direktionsgebäude freigegeben, danach dann die Lampenstube und die Kaue. Im Frühjahr 2019 werde die Entwicklungsagentur, wie Investor Jürgen Tempelmann sagte, auf Heinrich Robert ein Büro beziehen, um von dort aus das Gelände zu vermarkten.

Sanierung

Der Plan für die Altlastensanierung vor allem auf dem Kokereigelände wird in diesem Jahr erstellt, ebenso die Planung für weitere Rückbaumaßnahmen. Dieser zweite Bauabschnitt wird aber deutlich kleiner ausfallen als der rund eineinhalb Jahre dauernde Abriss der Aufbereitung. 2020 müssen lediglich noch Gebäude wie die alte Schmiede, weite Teile der Schachtanlage Heinrich und das alte Kesselhaus abgerissen werden.

Veranstaltungen

Am 29. Juni steigt auf Heinrich Robert die dritte ExtraSchicht, die von der Prisma GmbH & Co. KG aus Dorsten – sie ist eine der drei Gesellschafterinnen der Entwicklungsagentur – geplant wird. Das Programm wird musikalische Beiträge und Kleinkunst umfassen. Im Mittelpunkt werden allerdings, wie Tempelmann erklärte, die zur Nachnutzung anstehenden Gebäude stehen. Potenzielle Investoren und Mieter könnten sich an diesem Abend ein Bild vom gesamten Ensemble machen. Ab dem Sommer werde es auf Heinrich Robert dann weitere, nach Möglichkeit wöchentliche Veranstaltungen geben. Das könnten, so Tempelmann, zum Beispiel Atelierfeste, Konzerte und Lesungen sein. Sie könnten drinnen – vor allem im Lichthof – und draußen stattfinden.

Geländeöffnung

Bislang ist das Gelände von einem großen Wall und einer Mauer umgeben, sodass MdL Herter gerne von einer „Verbotenen Stadt“ spricht. Doch das wird sich bald ändern. Als erstes werde man, wie Thomas Middelmann von der RAG Montan Immobilien sagte, Ende dieses Jahres den Wall zwischen dem Netto-Markt und der Kokereistraße abtragen. Das Material werde man innerhalb des Geländes verteilen – und zwar für Profilierungsarbeiten auf dem Kokereigelände.

Sprengung vom Rundeindicker u. Bergebunker auf Zeche Heinrich Robert Hamm 

Hier werde, ähnlich wie auf Radbod, ein Landschafts- beziehungsweise Sicherungsbauwerk entstehen. Voraussichtlich noch im Februar werde man, so Middelmann, mit dem erforderlichen Rückschnitt auf dem Wall beginnen. Der Wald sei davon nicht betroffen. Lkw-Verkehre werde es nur auf dem Bergwerksgelände selbst geben. Im Laufe der Jahre werde der Wall auch an anderen Stellen abgetragen. Östlich der Kokereistraße und in Höhe der Fangstraße soll er erhalten bleiben.

Städtebauplanung

Die Ausschreibung für die Erschließungs- und Städtebauplanung werde, so Stadtbaurätin Rita Schulze Böing, in Kürze erfolgen. Sie umfasse unter anderem die Anbindung des Geländes an das öffentliche Straßen- und Wegenetz sowie die Frage der Entwässerung. Parallel werde auch an der planungsrechtlichen Entwicklung von zwei Teilbereichen – Gelände nördlich Netto-Markt und Gesundheitshaus – gearbeitet.

Energiekonzept

Es ist ein ehrgeiziges Ziel, welches sich Jürgen Tempelmann und seine Mitstreiter gesetzt haben: das CreativRevier Heinrich Robert soll eine CO2-freie Zone werden. „Wir wollen Wärme nutzen, die wir selbst erzeugen, zum Beispiel durch Fotovoltaikanlagen, die Gewinnung von Grubengas und ein Blockheizkraftwerk.“ Dies alles solle in enger Kooperation mit den Stadtwerken geschehen.

Vermarktung

Hier konnte Martin Löckmann, Geschäftsführer der Entwicklungsagentur, zwar noch keinen Vollzug vermelden. Es liefen aber bereits Gespräche mit Firmen, Betrieben und Künstlern, die sich auf Heinrich Robert niederlassen wollten.

Gartenstadt

Dieses städtebauliche Instrument soll auf Heinrich Robert ebenfalls umgesetzt werden. Darunter verstehe man, wie Schulze Böing erklärte, Siedlungen mit Gärten und besonders stark begrünten öffentlichen Bereichen.

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